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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5851 vom 25.11.2011, Kategorie Kolumne

Deutschland Team-Europameister 2011!

Nach einem knappen Sieg in der Schlussrunde gegen den Olympia-Sieger aus Armenien bei der Team-EM in Porto Carras (Griechenland) vom 3. bis 11.November war die Sensation perfekt! Deutschland wurde Europameister in der offenen Klasse. Das deutsche Team (GM Naiditsch, GM Meier, GM Fridman, GM Gustafsson, GM Buhmann), geführt vom Bundestrainer GM Bönsch, setzte sich gegen bestbesetzte Mannschaften aus den Favoritenländern Russland, Ukraine, Armenien, Aserbaidschan und Ungarn durch. Und nicht zu vergessen: Es ist nicht einmal ein Jahr her, als die gleiche Schachspitze nach Uneinigkeiten mit dem Deutschen Schachbund die Olympia 2010 in Khanty-Mansiysk boykotierte!

Titelverteidiger Aserbaidschan musste sich mit Silber zufrieden geben. Nach einem fulminanten 4-0 Sieg gegen Bulgarien holte sich Ungarn noch die Bronzemedaille vor Armenien und Russland. Der 32. Platz für Österreich von 38 Mannschaften ist nicht gerade berauschend, wenn man sich die Aufstellung ansieht. So stark besetzt war das rot-weiß-rote Team noch nie. Nur Markus Ragger (5,5 Punkte aus 9 Partien mit einer Eloleistung von 2666) und David Shengelia (5,5 aus 9 mit einer Eloleistung 2591) brachten solide Leistungen. Der Rest des Teams spielte leider unter den Erwartungen. Allgemein mangelte es an der Verwertung von vorteilhaften Positionen. Bei Stefan Kindermann macht sich die fehlende Spielpraxis bemerkbar. Martin Neubauer, der gerade in der deutschen Bundesliga brilliert, war als Damentrainer doppelt belastet. Robert Kreisl konnte an seine letzten Ergebnisse leider nicht anschließen. Auf jeden Fall steht Bundestrainer Zoltan Ribli einiges zum Analysieren und Verbessern bevor.

Movsesian (2710) - Meier (2659)

1.e4 e6 Abgesehen davon, dass GM Georg Meier seit langem ein treuer Anhänger der Französischen Verteidigung ist, wurde diese Eröffnung in den letzten Jahren wieder modern.

2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 4.e5 Sfd7 5.f4 c5 6.Sf3 Sc6 7.Se2 Le7 Schwarz verfügt hier über einige Möglichkeiten: 7...Db6, 7...cxd4 oder das aggressive 7...b5!?

8.g3 8.c3 wird am häufigsten gespielt.

8...0-0 9.Lg2 Beachtung verdient 9.Lh3, was die Unterminierung f7-f6 erschwert.

9...b5N Neuerung. 9...f6 wäre die Alternative.

10.Le3 Da5+ 11.Kf2 f6 12.c3 b4 13.Te1 bxc3 14.bxc3 La6 Schwarz übernimmt hier schon die Initiative. Einfach und gut war auch 14...fxe5 15.dxe5 Sb6 16.Kg1 Sc4 17.Lf2 Tb8.

15.Lh3 f5 16.Ld2?! Weiß verliert viel Zeit und Schwarz übernimmt endgültig das Kommando! Besser war sofort 16.g4!?

16...Sb6! 17.g4?! Sc4 Interessant war auch 17...Ld3!? 18.Sc1 Le4 19.Sb3 Db5.

18.gxf5

Diagramm

18...exf5! Gier ist im Schach oft kontraproduktiv: 18...Sb2? 19.Dc2 Sd3+ 20.Kg1 Sxe1 21.Txe1 und Weiß kann trotz Minusqualität wieder richtig aufatmen.

19.Tg1 Tab8 20.Tg3 Sd8!? Mit der Idee Se6. 20...Tb2! sieht sehr stark aus: 21.Lc1 (21.Tb1 Sxd4! 22.cxd4 Txb1) 21...Se3 22.Lxe3 Txe2+.

21.Tb1 Sb2 22.Dg1 Se6 23.Ta1 Lxe2! Schwarz gewinnt forciert einen Bauern.

24.Kxe2 Da6+ 25.Kf2 Sd3+ 26.Kg2 Sdxf4+ 27.Lxf4 Sxf4+ 28.Kh1 Dh6! 29.Lf1 c4 30.Df2 Tb6 31.Dc2 Verhindert das Verdoppeln Tf8-b8, da f5 hängt.

31...g5! Entschlossen und stark!

32.Da4 g4 33.Dxa7 De6 33...Ld8!?

34.Tg1 Kh8 35.Sd2 Tb2 36.Td1 Tg8 37.Lg2 Lh4 Schwarz gewinnt schon beliebig: 37...Sd3 38.Tgf1 f4.

38.Da5 Lf2 39.Tgf1 Le3 40.Txf4 Lxf4 41.Sf1 41.Dxd5 verliert gleich: 41...Dxd5 42.Lxd5 Txd2 43.Txd2 Lxd2 44.Lxg8 Kxg8.

41...Dh6 42.Dxd5 Lxh2 43.Dc6 43.Sxh2? g3.

43...Dxc6 44.Lxc6 Lf4 45.Te1 Oder 45.e6 g3 46.Lg2 Te2 47.d5 Ld6 48.Td2 Te1.

45...g3 46.Lg2 Tgb8 47.a4 Tb1 48.Te2 T8b2 49.Txb2 Txb2 50.a5 Ta2 51.Lc6 Kg7 52.e6 Kf6 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog