Wiener Zeitungs Schachergebnisserver - Kolumne
Schach Homepage Swiss-Manager Homepage Österreichischer Schachbund Homepage Wiener Zeitung Homepage CMS-Version 10.06.2017 12:15, Logged on: Gast Suche Impressum Sitemap Login Logoff Kontakt
 Home   Österreich   Welt   Kolumne   Meisterschaft   Turnier-DB   Archiv   Turnierkalender   Links   Datenpflege 

Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5923 vom 09.03.2012, Kategorie Kolumne

Partienachlese vom Aeroflot Open (2. Teil)

Heute eine weitere Partie vom Aeroflot Open, diesmal vom polnischen Sieger GM Bartel.

Sasikiran (2700) - Bartel (2658)

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 c6 4.Dc2 dxc4 5.Dxc4 Sf6 6.Lg5 Weiß erlangte klaren Vorteil in der Partie: 6.g3 b5 7.Dc2 Lb7 8.Lg2 Sbd7 9.Se5 Db6 10.Sxd7 Sxd7 11.Sc3 c5 12.d5 Sf6 13.e4 b4 14.Sa4 Db5 15.dxe6 fxe6 16.b3 c4 17.bxc4 Tc8 18.cxb5 Txc2 19.0-0 Lxe4 20.Le3, remis, Fressinet (2696) - Bartel (2627), Deutsche Bundesliga 2011.

6...b5 7.Dc2 Lb7 8.e3 Vielleicht ist 8.Sbd2 flexibler. Weiß kann sich dadurch noch zwischen e2-e3 oder e2-e4 entscheiden. Mit 8.e4 hat der Nachziehende derzeit aber keine Probleme: 8...Sbd7 9.Sbd2 Db6 10.a4 Lb4 11.Ld3 h6 12.Lxf6 Sxf6.

8...Sbd7 9.Sbd2 a6 Schwarz bereitet c6-c5 vor.

10.a4 Weiß verhindert es, da jetzt der b5-Bauer hängt.

10...h6 Am häufigsten werden hier 10...Tc8 und 10...Db6 gespielt.

11.Lxf6 gxf6!? Neuerung. Der Zug schwächt die Bauernstruktur, dafür erhält Schwarz eine gewisse Kompensation durch die offene g-Linie und die Kontrolle über e5. Der Springer bleibt auf d7, wo er c6-c5 unterstützt. Eine andere Frage aber lautet: Kann sich Schwarz 11...Dxf6 statt gxf6 leisten? Die Praxis liefert dazu noch keine klare Antwort. Hier eine Möglichkeit: 12.axb5 axb5 (12...cxb5? 13.Dc7 Tb8 14.Lxb5! axb5 15.Ta7) 13.Txa8+ Lxa8 14.Ld3 Dd8 15.0–0 Db6 16.Ta1 Lb7 17.Sb3 c5 18.Le4 c4 19.Sa5 Lxe4 20.Dxe4 Ld6 21.Da8+ Sb8 und die schwarze Stellung hält.

12.Le2 Tc8 13.0–0 Le7 Die Befreiung mit 13...c5 funktioniert jetzt noch nicht: 14.d5! Lxd5 15.axb5 axb5 16.Lxb5 Dc7 17.Tfd1 Le7 18.Da4.

14.Tfd1 Db6 15.e4 Mit einfachen Zügen erreicht Weiß klaren Vorteil.

15...c5 15...0-0 wäre sicherer, aber dann wäre 11...gxf6 keine gute Idee gewesen.

16.d5! Ein bekanntes Motiv!

16...c4 Weiß hätte nach 16...exd5 17.exd5 Lxd5 18.axb5 axb5 19.Sf1 Lc6 20.Se3 leichtes Spiel.

17.axb5 axb5 18.dxe6 fxe6 19.Sh4 Lc5 19...0-0 stößt nach 20.Sxc4! auf Schwierigkeiten. Zum Beispiel: 20...Dc7 21.Dd2 Sc5 22.Sg6! Tf7 (22...Kg7 23.Sxe7 Tcd8 24.Sd6 Dxe7 25.De3 oder 22...bxc4 23.Dxh6 Lxe4 24.Ta7 Dxa7 25.Dh8+ Kf7 26.Se5+ fxe5 27.Lh5+ Lg6 28.Dh7+ Ke8 29.Lxg6+ Tf7 30.Dxf7 matt) 23.Sxe7+ Txe7 24.Sd6 Sxe4 (24...Td8 25.De3 Txd6 26.Dg3+) 25.Sxe4 Lxe4 26.Tdc1 Db8 27.Txc8+ Dxc8 28.Dxh6.

20.Lh5+ Kd8 21.Sg6 Nach 21.Sdf3 Kc7 22.Sg6 Thd8 wäre die Lage unklar.

21...Lxf2+ 22.Kh1 Tg8 23.Sf3 Lc5 24.Sf4 Ke7 25.Sg6+ Kd8 26.Dd2 Tc7 27.Dxh6 Kc8 28.Sf4 Gut war auch 28.Dh7 Td8 29.Lg4 und wenn 29...Lxe4 dann 30.Se7+ Lxe7 31.Dxe4.

28...Lxe4 29.Lf7

Diagramm

29...Txg2! Der Zwischenzug 29...Lf8 30.Dh4 und nun 30...Txg2 31.Kxg2 Lxf3+ 32.Kxf3 Se5+ 33.Ke2 Txf7 scheitert an 34.Ta8+ Kb7 35.Tdd8 Ld6 36.Dh8.

30.Kxg2 Lxf3+ 31.Kxf3 Se5+ 32.Ke2 Sxf7 33.Dg6 Auf 33.Dxf6 folgt 33...Dc6. Aber 33.Dh7 scheint sehr stark gewesen zu sein: 33...Te7 34.Sg6 Dc6 35.Sxe7+ Lxe7 36.Dg8+ Ld8 37.Td4.

33...Te7 34.Ta8+ Kc7 35.Tf8? Fehlerhaft! Mit 35.Dg3 Sd6 36.Dg8 Db7 37.Dd8+ Kc6 38.h4 bleibt die Situation unklar.

35...Se5 36.Dxf6 Schwarz hält nach 36.De4 Dc6 37.Dxc6+ Sxc6 38.Txf6 Ld4 39.Txe6 Th7 40.h3 Lxb2 die Balance.

36...Sd7 37.Txd7+ Kxd7 38.Sg6 Db7 39.Se5+?? Weiß spielt weiter auf Gewinn! Auf 39.Sxe7 endet die Partie mit Dauerschach: 39...De4+ 40.Kd2 Dd3+ 41.Ke1 De4+ 42.Kd2 Dd3+ 43.Ke1 De4+ 44.Kd2.

39...Kc7 40.Sf3? 40.Df4 erwidert Schwarz mit 40...Dg2+ 41.Kd1 Ld6. Vielleicht die besten praktischen Chancen bot 40.Df3 Dd5 41.Sg4 Dd6 42.Kf1.

40...De4+ 41.Kf1 Dd3+ 42.Kg2 De2+ 43.Kg3 Ld6+ 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog