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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5948 vom 13.04.2012, Kategorie Kolumne

GM Jakovenko neuer Europameister

Mit einem Finish von 3 Punkten aus 3 Partien ließ GM Dmitry Jakovenko (Russland) die Konkurrenz hinter sich und gewann den Europameistertitel (dotiert mit knapp 13.000 Euro) in Plovdiv (Bulgarien) mit 8,5 aus 11!

Österreichs Nummer eins, Markus Ragger, spielte ein sehr gutes Turnier mit einer Elo-Leistung von 2714 und beendete es ungeschlagen mit 7,5 Punkten auf Platz 25 bei etwa 350 Teilnehmern.

Jakovenko (2729) - Kobalia (2666)

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 a6 5.e3 Lf5 6.Ld3 Lxd3 7.Dxd3 e6 8.0–0 Le7 9.e4 0–0 10.Lf4 Auf 10.e5 folgt 10...dxc4 11.Dxc4 Sd5.

10...Sbd7 11.Tad1N Neuerung.

11...Tc8 12.exd5 exd5 13.c5 Sh5 Eine Alternative war 13...b6 14.b4 a5 15.a3 Sh5 16.Ld2 Te8 17.Tfe1 axb4 18.axb4 Dc7.

14.Ld2 Dc7 15.Tfe1 Tfe8 16.g3 Lf8 Beachtung verdient 16...Lf6.

17.b4 g6 18.a4 Lg7 19.Tb1 Interessant war sofort 19.b5!?

19...b5 Die andere Option war 19...Txe1+ 20.Txe1 Sf8 nebst Sf8-e6 mit Druck auf d4.

20.Txe8+ Txe8 21.axb5 axb5

Diagramm

22.Sxd5!! Doppelrufzeichen für den Mut! Ich bin mir sicher, ohne diesen Zug hätte der neue Europameister anders geheißen.

22...cxd5 23.Dxb5 Te4?! Sinnvoller wäre 23...Sdf6 24.c6 (oder 24.Dd3 Se4 25.b5) 24...Lf8 25.Da4 Se4 26.b5 Sxd2 27.Sxd2 Tb8 mit unklarem Spiel.

24.Ta1 h6? Besser war es, den Fehler mit dem Rückzug 24...Te8 einzugestehen.

25.c6 Sb6 Oder 25...Sb8 26.Ta8 Te8 27.Dc5 Lf8 28.Dc1 Ld6 29.b5 mit klarem Vorteil für Weiß.

26.Ta6 Sc8 27.Db7 Te7 28.Ta8 28.Dxc7 sollte auch zum Sieg führen: 28...Txc7 29.b5 Sd6 30.b6 Txc6 31.b7 Sxb7 (31...Txa6 32.b8D+ Kh7 33.Se5) 32.Txc6.

28...Dxb7 29.cxb7 Txb7 30.Txc8+ Kh7 31.Kf1 Sf6 32.Se5 Se4 33.Le1 Lf6 34.Tc6 Le7 35.Sd3 Sd6 36.Sf4 Sf5 37.Sxd5 Sxd4 38.Tc7 Txc7 39.Sxc7 Ld6 40.Lc3 Sf3 Das Endspiel nach 40...Lxc7 41.Lxd4 ist leicht gewonnen.

41.Se8 41.Sd5 wäre ebenfalls möglich.

41...Le5 42.Lxe5 Sxe5 43.f4 Sd7 44.Ke2 Kg8 45.Sc7 f5 46.Kd3 Kf7 47.Kd4 g5 48.b5 gxf4 49.gxf4 Kg6 50.Kd5 Sb6+ 51.Kc5 Sa4+ 52.Kc6 Kh5 53.Se6 Sb2 Oder 53...Kh4 54.b6 Sxb6 55.Kxb6 Kh3 56.Kc5 Kxh2 57.Kd5 h5 58.Ke5 h4 59.Kxf5 h3 60.Sg5 Kg2 61.Sxh3 Kxh3 62.Kg5.

54.b6 Sc4 55.b7 Sa5+ 56.Kb6 Sxb7 57.Kxb7 Kg4 58.Kc6 und der weiße König kommt rechtzeitig zurück . 1-0


Jakovenko (2729) - Fressinet (2693)

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Sf3 Sf6 5.cxd5 exd5 6.Lg5 Sbd7 7.e3 c5 8.dxc5 Da5 9.Tc1 Lxc3+ 10.bxc3 0–0 11.Sd4 Dxc5 12.Ld3 Te8N 13.0–0 Se4 14.Lf4 Se5 15.Lxe5! Txe5 16.c4 Die schwarzen Figuren stehen recht unkoordiniert.

16...Sf6 17.Db3 Te7 Ein Endspiel nach 17...Db6 18.c5 (18.Da3!?) 18...Dxb3 19.axb3 Ld7 20.b4 a6 wollte GM Fressinet nicht freiwillig spielen, was gegen einen so guten Techniker wie Jakovenko verständlich ist.

18.Tfd1 Lg4 19.f3 Le6 Danach entsteht eine chronische Schwäche auf e6. Mehr braucht Jakovenko nicht, wie der Partieverlauf überzeugend zeigen wird.

20.cxd5 Dxd5 21.Lc4 De5 22.f4 De4 Die Abwicklung 22...Lxc4 23.fxe5 Lxb3 24.exf6 Lxd1 25.fxe7 La4 26.Tc7 b6 27.Sf5 g6 28.Sd6 Kg7 29.Kf2 Kf6 30.Sc8 bringt auch großen Vorteil für Weiß.

23.Sxe6 fxe6 24.Le2 Möglich war auch 24.Td4 Df5 25.Td6 Tae8 26.Lb5 Tf8 27.Ld3 mit Bauerngewinn.

24...Sd5 25.Kf2 Db4 26.Lc4 Dxb3 27.Lxb3 Sc7 28.Tc5! Der Turm leistet auf der fünften Reihe wunderbare Arbeit.

28...Kf8 29.Te5 g6 Verständlich. Schwarz will f4-f5 unterbinden. Damit entsteht eine schwache Bauernstruktur g6-h7, die Jakovenko meisterhaft ausnutzt.

30.h4 Kg7 31.h5 Tf8 32.g4 Tff7 33.Tg5 Td7? Fehler in schwieriger Stellung.

34.hxg6! hxg6 35.Lc2! Kf8 Auf 35...Txd1 folgt zuerst 36.Txg6+ Kf8 und dann 37.Lxd1 wie in der Partie.

36.Txg6 Txd1 37.Lxd1 Th7 38.Lb3 Ke7 39.f5 exf5 40.gxf5 Se8 41.e4 Sd6 42.f6+ 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog