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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 605 vom 20.03.1998, Kategorie Kolumne

Staatsliga A - Statistik (20. März 1998)

Die Spielsaison 1997/98 wurde vorletztes Wochenende in Fürstenfeld mit den Runden 9-11 abgeschlossen. Merkur Versicherungen Graz gelang hierbei - wie bereits berichtet - eine souveräne Titelverteidigung.

Im folgenden eine Leistungsrückschau, beginnend mit den "Top-Ten" der Spielerhitliste nach absolut erzielten Punkten ...

Spielerhitliste - Top-Ten

Rg. Titel Name ELO Mannschaft Pkt. Br.
1 IM G. Schroll 2405 Wr. Neustadt 7½(10) 4
2 IM V. Atlas 2455 Hohenems 7½(11) 2
3 FM A. Felsberger 2375 Merkur Graz 7(10) 4
4 IM N. Stanec 2465 Merkur Graz 6½(10) 3
5 ÖM G. Spindelböck 2200 Austria Graz 6(8) 6
  IM W. Wittmann 2405 Merkur Graz 6(8) 6
7 GM P. Blatny 2555 Hietzing 6(9) 1
8 GM G. Dizdar 2545 SK Absam 6(10) 1
  GM Z. Ribli 2570 Ottakring 6(10) 1
  GM A. Tschernin 2640 Merkur Graz 6(10) 1
11 FM E. Frosch 2310 Gleisdorf 6(10) 5
  FM M. Freitag 2390 Fürstenfeld 6(10) 5
13 FM G. Gärtner 2340 Hohenems 6(10) 6
14   H. Penz 2390 Hietzing 6(11) 2
15 MK E. Steflitsch 2305 SG Klagenfurt 6(11) 4
    G. Steiner 2205 SC Traun 67 6(11) 4


Bretterwertung

Brett 1:

Rg. Titel Name ELO Mannschaft Pkt.
1 GM P. Blatny 2555 Hietzing 6(9)
2-3 GM G. Dizdar 2545 SK Absam 6(9)
2-3 GM Z. Ribli 2570 Ottakring 6(9)
4 GM A. Tschernin 2640 Merkur Graz 6(10)
5 GM P. Lukacs 2520 Wr. Neustadt 5½(10)

Brett 2:

Rg. Titel Name ELO Mannschaft Pkt.
1 IM A. Atlas 2455 Hohenems 7½(11)
2   H. Penz 2390 Hietzing 6(11)
3 GM S. Kindermann 2570 Merkur Graz 5½(7)
4 GM P. H. Nielsen 2515 Fürstenfeld 5½(9)
5 GM J. Horvath 2525 SG Klagenfurt 5(6)

Brett 3:

Rg. Titel Name ELO Mannschaft Pkt.
1 IM N. Stanec 2465 Merkur Graz 6½(10)
2 FM F.K. Volkmann 2395 Wr. Neustadt 5½(9)
3 FM P. Roth 2285 SC Traun 67 5½(11)
4 FM H. Herndl 2365 Austria Graz 4½(9)
5 FM W. Dür 2330 SK Absam 4½(10)

Brett 4:

Rg. Titel Name ELO Mannschaft Pkt.
1 IM G. Schroll 2405 Wr. Neustadt 7½(10)
2 FM A. Felsberger 2375 Merkur Graz 7(10)
3-4 MK E. Steflitsch 2305 SG Klagenfurt 6(11)
3-4   G. Steiner 2205 SC Traun 67 6(11)
5 IM M. Schwarz 2400 Gleisdorf 5(8)

Brett 5:

Rg. Titel Name ELO Mannschaft Pkt.
1-2 FM M. Freitag 2390 Fürstenfeld 6(10)
1-2 FM E. Frosch 2310 Gleisdorf 6(10)
3 FM H. Watzka 2370 Merkur Graz 5½(10)
4 FM N. Sommerbauer 2395 SCM 5(5)
5   H. Schneider-Zinner 2265 Ottakring 5(10)

Brett 6:

Rg. Titel Name ELO Mannschaft Pkt.
1-2 ÖM G. Spindelböck 2200 Austria Graz 6(8)
1-2 IM W. Wittmann 2405 Merkur Graz 6(8)
3 FM G. Gärtner 2340 Hohenems 6(10)
4 FM A. Postl 2275 Fürstenfeld 5½(9)
5 ÖM H. Löbler 2255 Austria Graz 5(8)
6 FM R. Schweda 2370 SCM 4½(5)

Partiennachlese

Weiß: GM S. Kindermann

FM A. Dür (2405)

Französisch [C10]

6. Runde

Anm. I. Balinov

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 dxe4 4. Sxe4 Sd7 5. Sf3 Sgf6 6. Ld3. 6. Sxf6+ Sxf6 7. Ld3 c5 führt mit Zugumstellung zur Hauptvariante.

6. ... Sxe4 7. Lxe4 Sf6 8. Lg5!?. Eine relativ selten gespielte Fortsetzung. Weiß gibt das Läuferpaar auf, beendet dafür aber schnell die Entwicklung. Hinzu kommt noch, daß der Läufer auf e4 das ganze Brett beherrscht. Das Problem für Schwarz besteht darin, daß sich dessen Eliminierung als äußerst zeitaufwendig erweist. Als Hauptvariante gilt 8.Ld3.

8. ... Le7. Eine interessante Alternative besteht in 8. ... Dd6!? 9. Lxf6 gxf6 10. 0–0 f5 11. Ld3 Lg7 12. De2 0–0 13. Tad1 c5 14. c3 b6 und Schwarz gelang es in Anand-Speelman, Linares 1991, ohne Mühe Ausgleich zu erzielen.

9. Lxf6 Lxf6. Auf 9. ... gxf6 folgt 10. De2! c6 (Auch hier kommt 10. ... Dd6!? in Erwägung; nicht aber 10. ... f5? wegen 11. Lxb7! Lxb7 12. Db5+ und Weiß hat deutlichen Vorteil.) 11. 0–0! Db6 12. c4 Ld7 13. c5 Dc7 14. Tfd1 h5 15. Sd2 Td8 16. Sc4 Lc8 17. De3 mit etwas besserem Spiel für Weiß, Anand-Waganjan, Riga 1995.

10. Dd3. Dolmatow empfiehlt statt dessen 10. c3!? Dd6 11. De2 c5 12. 0–0–0 0–0 13. Kb1 cxd4 14. Sxd4 Db6 15. f4 mit etwas besserem Spiel für Weiß.

10. ... h6?!. Ein unnötiger Zeitverlust, der zudem auch noch den Königsflügel schwächt. Besser war sofort 10. ... Dd6!? 11. 0–0–0 Ld7 12. Lxb7?! Tb8 13. Le4 c5 14. c3 Lb5 15. De3 Da6 und Schwarz hat etwas Gegenspiel.

11. 0–0–0 Dd6 12. De3!. Zwecks Vorbereitung von 13.Se5 nebst f2-f4 und Weiß dominiert im Zentrum.

12. ... Ld7 13. Se5. Nach 13. Lxb7 Tb8 14. Le4 0–0 hätte Schwarz für den Bauern zumindest ausreichende Kompensation.

13. ... Db6. Falls 13. ... Lxe5?, so 14. dxe5 und nun verbietet sich 14. ... Dxe5?? wegen 15. Txd7 Kxd7 16. Lc6+ Kd6 17. Td1+, als Alternative zum Textzug kam jedoch 13. ... Lc6!? 14. Lxc6+ (Nicht aber 14. Sxc6? wegen 14. ... Lg5) 14. ... bxc6 15. The1 in Betracht.

14. f4. Keinen Vorteil versprach 14. Sxd7 Kxd7 15. Td3 Dd6 16. f4 c6 17. Kb1 Kc7.

14. ... Lxe5. Gleiches Spiel ergab auch 14. ... Td8!? oder 14. ... Lb5!?.

15. fxe5 Lc6. Etwas günstiger für Weiß wäre 15. ... 0–0–0 16. Df3 Thf8 17. Dg3.

16. Thf1 Td8 17. Tf4. Etwas ehrgeiziger war 17. Df3!? 0–0 18. Lxc6 bxc6 19. Dc3 Td5.

17. ... Lxe4 18. Txe4 0–0?!. Geboten war 18. ... c5! 19. Dg3 0–0 20. Tg4 g6 21. Dh4 Txd4 22. Tdxd4 cxd4 23. Dxh6 d3!! 24. Txg6+ und die Punkteteilung ist unvermeidlich.

19. Tg4 Kh7 20. Tf1 Da6 21. Tf3 c5?. Der entscheidende Fehler. Stark und unbedingt erforderlich war 21. ... Dxa2. Da

A) 22. Th3 f5 23. exf6 (23. Txg7+ Kxg7 24. Dxh6+ Kf7) 23. ... Txf6 vorteilhaft für Schwarz wäre, spielt Weiß:

B) 22. Tfg3 Tg8 (Die einzige Parade, z.B. 22. ... g6 23. Th4 h5 24. Dg5) 23. Th3 (Keinen Vorteil versprach 23. De4+ Kh8 24. Ta3 Dc4 25. Tf4) 23. ... Da1+ 24. Kd2 g5 (24. ... c5 verbietet sich selbstredend wegen 25. Txg7+ und Schwarz wird mattgesetzt, während auf 24. ... Da5+ 25. c3 g5 26. Tf3 Td7 27. Dd3+ Tg6 28. h4 mit kräftigem weißen Königsangriff folgt.) 25. De4+ Kg7 (Auch nach 25. ... Tg6 26. Dxb7 Da5+ 27. Ke2 f5 28. exf6 Txf6 29. Ta3 Df5 30. De4 ist das weiße Spiel aufgrund der schwarzen Bauerninseln vorzuziehen.) 26. Df3 Kf8 27. Dxb7 mit etwas besserem Spiel.

22. De4+ Kh8. Nicht besser war 22. ... g6?? wegen 23. Txf7+ Txf7 24. Dxg6+ Kh8 25. Dxh6+ Th7 26. Df6+ Tg7 27. Dxg7 matt.

Diagramm (12KB)

23. Txg7!. Entscheidend!

23. ... Kxg7 24. Tg3+ Kh8 25. Df4 Kh7 26. Th3 Kg8 27. Txh6 f6 28. Dg4+ Kf7 29. Th7+ Ke8 30. Dg6+ und Schwarz gab auf.

 

Weiß: IM G. Schroll

Schwarz: FM P. Roth

Budapester Gambit [A52]

10. Runde

Anm. I. Balinov

1. d4 Sf6 2. c4 e5 3. dxe5 Sg4 4. Lf4 Sc6 5. Sf3 Lb4+ 6. Sbd2 De7 7. e3. Spielbar ist auch 7. a3 Sgxe5 8. Sxe5 (8. axb4 wäre wegen 8. ... Sd3 matt ein böser Reinfall) 8. ... Sxe5 9. e3 Lxd2+ 10. Dxd2 d6.

7. ... Sgxe5 8. Sxe5 Sxe5 9. Le2 0–0. Versucht wurde auch 9. ... b6 10. 0–0 Lxd2 11. Dxd2 Lb7 12. Tac1 d6 13. b4 0–0 14. c5, und nun hätte sowohl 14. ... dxc5 15. bxc5 Tfd8 16. Dc3 Sg6 17. Lg3 Td5 18. cxb6 cxb6 19. Tfd1 Tad8 20. Txd5 Lxd5, Altermann-Blatny Pardubize 1993, als auch 9. ... d6 10. 0–0 Ld7 11. a3 Lxd2 12. Dxd2 Td8 13. b4 f6 14. Lh5+ Sf7 15. c5 Lc6 16. Tfd1 d5 17. e4! La4 18. exd5 Lxd1 19. Txd1 0–0 20. d6, Iwantschuk-Jepischin, Terassa 1991, Weiß jeweils die etwas besseren Chancen eingeräumt.

10. 0–0 a5. Elastischer erscheint 10. ... Sg6!? 11. Lg3 Ld6 12. Lxd6 Dxd6.

11. Sb3!?. Kaum Vorteil verspricht hingegen 11. a3 Lxd2 12. Dxd2 d6 13. b4; oder 11. Sb1 d6 12. a3 Lc5 13. Sc3 Le6 14. Sd5 Lxd5 15. Dxd5 c6 16. Dd2 a4.

11. ... a4 12. a3 Lc5. Günstig für Weiß war auch 12. ... axb3 13. axb4 Txa1 14. Dxa1 d6 15. Da4 Le6 16. b5.

13. Sxc5 Dxc5.

Diagramm (12KB)

14. Dd5!. Eine wichtige Neuerung. Keinen Vorteil verspricht hingegen 14. Dd4 Ta5!.

14. ... Dxd5. Der einzige Zug, so scheitert nun z.B. 14. ... Ta5 an 15. Lxe5.

15. cxd5. Das weiße Spiel ist nun klar vorzuziehen.

15. ... Te8 16. Tac1 c6 17. Tfd1 f6 18. Td4 Ta5. Auch nach 18. ... Kf7 19. Lh5+ g6 20. Ld1 hat Weiß deutlichen Vorteil..

19. dxc6. Stark war auch 19. Ld1! Txd5 20. Txd5 cxd5 21. Lxe5 fxe5 22. Lxa4.

19. ... dxc6 20. e4?!. Vergibt einen Teil des Vorteils, den der Anziehende mit 20. Ld1 b5 21. Td6 Lb7 22. Lxe5 fxe5 23. Td7 Lc8 24. Tc7 noch hätte ausbauen können.

20. ... Le6. Nach der Zugfolge 20. ... c5!? 21. Td2 Le6 steht Schwarz zwar ebenfalls schlechter, kann aber noch kämpfen.

21. f3. Nach 21. Tcd1 Tc5 kommt Weiß nur mühsam voran.

21. ... Lb3. Möglich war auch 21. ... Kf7 22. Ld1 Tb5 23. Tc2 Lb3 24. Te2 Lxd1 25. Txd1, mit etwas besserem Spiel, allerdings verbietet sich 25. ... Sc4? wegen 26. Tc2 Sxb2 27. Tdd2, worauf dem vorwitzigen Rappen der Rückzug verwehrt ist.

22. Kf2 g6?. Auf 22. ... Kf7 folgt 23. g4, mit der Idee h2-h4 nebst g4-g5 und Weiß hat räumliches Übergewicht.

23. Lxe5! Taxe5 24. Td7 T5e7 25. Txe7 Txe7 26. Lc4+ Lxc4. Auch nach 26. ... Kf8 27. Lxb3 axb3 28. Tc3 Td7 29. Ke2 hat Schwarz auf die Dauer keine Verteidigung.

27. Txc4 Te5 28. Txa4 Tc5 29. b4! Tc2+ 30. Kg3 b5 31. Ta7 Tc3 32. h4 Kh8?. Längeren, wenn auch vergeblichen Widerstand leistete 32. ... Tc2 33. Tc7 h5 34. f4 Tc3+ 35. Kf2 Txa3 36. Txc6 Ta2+ 37. Ke3 Txg2 38. Txf6 Tg4 39. Tb6 Kf7 40. Txb5 Txh4 41. Tb7+ Ke6 42. Tb6+ Kf7 43. b5.

33. Kf4. Entscheidend!.

33. ... Tc4 34. Tf7 und Schwarz streckte wegen 34. ... Tc3 35. Txf6 Kg7 36. Td6 Txa3 37. Td7+ Kg8 38. Kg5 Ta4 39. Kf6 die Waffen.

ÖM Lothar Karrer