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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6066 vom 30.11.2012, Kategorie Kolumne

2. Grand Prix in Tashkent

Die zweite Auflage der FIDE Grand Prix Serie findet von 21. November bis 5. Dezember in Tashkent (Usbekistan) statt. Das erlesene Teilnehmerfeld (Morozewitsch, Mamedyarov, Svidler, Gelfand, Leko, Caruana, Wang Hao, Karjakin, Kasimdzhanov, Ponomariov, Dominguez, Kamsky) verspricht spannende Wettkämpfe auf den 64 Feldern!

Mamedyarov (2764) - Svidler (2747)

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.Sf3 Lg7 5.e3 Ruhige Variante, ohne große Ansprüche.

5...0–0 6.Le2 e6 7.0–0 b6 8.b4 Seltener Zug! Am häufigsten kommt 8.b3 vor: 8...Lb7 9.La3 Te8 10.Tc1 Sbd7 11.cxd5 Sxd5 12.Sxd5 exd5 mit dynamischem Gleichgewicht, 1-0, Jussupow (2608) -Shchekachev (2519), Bastia 2012, CB44 2012.

8...dxc4 8...c5 wäre verfrüht: 9.bxc5 bxc5 10.La3 Da5 11.Dc1 Sa6 12.Sd2; und auf 8...a5 folgt 9.b5 mit Raumgewinn am Damenflügel.

9.Lxc4 Lb7 10.a4 Konsequent gespielt.

10...Sbd7N Neuer Zug.

11.La3 Te8 12.De2 c5!? Üblicher Bauernvorstoß im Zentrum.

13.dxc5 13.bxc5 bxc5 14.Tab1 könnte Schwarz mit 14...Lxf3 15.Dxf3 cxd4 16.exd4 Lf8 erwidern und nach 17.Lc1 Dc7 mit beidseitigen Chancen.

13...bxc5 Auf 13...Sd5 muss Schwarz mit dem Qualitätsopfer 14.Sb5! rechnen: 14...Lxa1 15.Txa1 Tf8 16.Tc1 mit starker Initiative.

14.bxc5 Lf8 Die forcierte Variante 14...Lxf3 15.Dxf3 Se5 16.De2 Sxc4 17.Dxc4 Sd5 kostet einen Bauern: 18.Tad1! Lxc3 19.e4 Dh4 20.g3 Dg4 21.f3 Dg5 22.exd5 De3+ 23.Kg2 exd5 24.Txd5. Auf 14...Tc8 wäre 15.Sb5! sehr unangenehm für Schwarz. Und auf 14...Sd5 einfach 15.Lxd5 Lxd5 16.Sd4.

15.Lb5 Auf 15.Tfd1 antwortet Schwarz 15...Da5 und auf 16.Sd4 dann 16...Sxc5!

15...Tc8 16.Tfd1 Lxc5 17.Se5 Lxa3 18.Sxd7 18.Txa3? wäre wegen 18...De7 19.Sxd7 Sxd7 20.Lxd7 Dxa3 fehlerhaft und Schwarz stünde nicht schlechter.

18...Txc3?! Schwarz verliert Material, vielleicht wäre es besser die Dame zu geben: 18...Sxd7 19.Txd7 Txc3 20.Txd8 Txd8 mit guten Aussichten eine Festung zu errichten. Solche Endspiele verteidigte gern GM Ulf Andersson in seiner aktiven Zeit.

19.Sxf6+ Dxf6 20.Lxe8 Wirkliche Kompensation für die Qualität hat Schwarz nicht.

20...Le4 21.Dg4 21.Td4!? verdiente Beachtung.

21...Ld5 22.Dd4 Dxd4 23.Txd4 a6 24.h3 Direkter war 24.e4 Lc5 25.Tdd1 Lxe4 26.Tac1 wie später in der Partie.

24...Kf8 25.Ld7 Ld6? Nun hat es Weiß leichter zu gewinnen.

26.e4! Lc5?! Das kleinere Übel war die Türme zu behalten: 26...Le5 27.Tb4 Lc4 28.a5 Ld3.

27.Tdd1 Lxe4 28.Tac1 Lb4 29.Txc3 Lxc3 30.Tc1 Ld4 31.a5 Ke7 32.Lc8 Lb2 33.Tc5 Ld3? Dieser Zug beschleunigt die Entscheidung. Mehr Widerstand leistet 33...Kd6 34.Tc4 Ld5 35.Th4 Lc3 36.Lxa6 Lxa5 37.Txh7 Ke7.

34.Lb7 Lb5 35.Tc8 Le5 36.Ta8 Lc7 37.Lxa6 Lc6 38.Ta7 Kd6 39.Lb7 1–0


Svidler (2747) - Ponomariov (2741)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Sxd4 Lc5 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Sf6 7.De2!? Einer der letzten Versuche neue Impulse in die Schottische-Partie zu bringen!

7...0–0 Einen Plan mit langer Rochade verfolgte Schwarz in der folgenden Begegnung: 7...d6 8.Le3 De7 9.f3 Le6 10.0–0–0 0–0–0 11.Sd4 Sxd4 12.Lxd4 The8 13.Lxb6 axb6 14.De3 d5 15.e5 Sd7 16.Sb5 f6 17.exf6 Sxf6 18.Df4 c6 19.Sd4 Ld7 20.Ld3 De5 21.Dxe5 Txe5 mit Ausgleich, remis, Wang Hao (2739) -Jakovenko (2736), St. Petersburg 2012, CB27 2012.

8.Lg5 Sd4 Die Alternative ist 8...h6 9.Lh4 a5 10.a4 und jetzt 10...Sd4 Ein Beispiel: 11.Dd3 Sxb3 12.cxb3 Te8 13.0–0–0 d6 14.Dc2 Ld7 15.Lc4 Le6 16.The1 De7 17.e5 dxe5 18.Txe5 Df8 19.Lxf6 gxf6 20.Te2 Dg7 21.Lxe6 Txe6 22.Txe6 fxe6 23.Td3 mit Übergewicht für Weiß, 1-0, Carlsen (2826) – Bacrot (2716), Nanjing 2010, CBM 139.

9.Dd2 Sxb3 10.axb3 Te8 11.f3 h6 12.Lf4N Neuerung.

12...d5 Konsequenteste Antwort.

13.0–0–0 d4 14.Kb1 Le6 Beachtung verdient 14...Sh5!? 15.Lc4 Sxf4 16.Dxf4 Le6.

15.Sb5 De7 16.g4 Natürlich nicht 16.Sxd4?? wegen 16...Lxd4 17.Dxd4 Tad8.

16...Tad8 17.h4 c6 18.Sa3 Lc7 Interessant war 18...h5!? 19.g5 Sh7 Zum Beispiel: 20.g6 fxg6 21.Sc4 Lc7 22.Tg1 Lxf4 23.Dxf4 Sf8 mit unklarem Spiel. 19.Sc4 Mehr Chancen bot vielleicht 19.Lxc7 Dxc7 20.g5 Sh5 21.gxh6 g6 22.Dg5 Kh7 23.Tg1 Df4 24.Ld3.

19...Lxf4 20.Dxf4 Dc5 21.g5 Sh5 22.Dh2 Lxc4 23.Lxc4 b5 24.Ld3 De5 Oder 24...Dd6.

25.Tdg1 25.gxh6.

25...Dxh2 26.Txh2 g6 27.Tg4 Sg7 Erzwingt quasi g5xh6. Eine Alternative wäre 27...a5 28.f4 Kh7.

28.gxh6 Sh5 29.f4 Kh7 30.e5 Kxh6 31.b4 Kg7 Auf 31...Ta8 könnte 32.Te2 folgen mit der Idee e5-e6. 32...Sg7 33.Le4 Tac8 34.h5! Sxh5 35.Th2 nebst Le4-f3 und Tg4-g5.

32.Tf2 32.f5 Txe5 33.fxg6 f5 34.Tg1 f4 mit Gegenspiel für Schwarz.

32...Kf8 Ponomariov wollte den König auf e7 evakuieren, wonach Schwarz sicher wäre.

33.f5! gxf5 34.Tg5 Die andere Option war natürlich 34.Txf5.

34...Sg7 35.h5 Te6? Besser war 35...f4 36.h6 Se6 37.h7 Ke7 38.Tg4 Th8 39.Th2 und Schwarz stünde schlecht, aber nicht hoffnungslos.

36.Tfg2! Se8 37.Txf5 Die schwarze Lage ist kritisch.

37...Td7?

Diagramm

Ein Fehler in schwieriger Stellung!

38.Tf1! Es droht Ld3-f5.

38...Th6 38...Txe5 verliert nach 39.h6 Th5 40.h7 Sg7 41.Lg6 Th6 42.Tgg1! nebst Tg1–h1.

39.e6! Te7 39...Txe6 40.Lf5 Tf6 41.h6 mit Gewinn.

40.exf7 Sf6 40...Txf7 geht nicht wegen 41.Txf7+ Kxf7 42.Lg6+ Kf8 43.Tf2+ Ke7 44.Te2+ mit Figurengewinn.

41.Tg6 Txg6 42.hxg6 Sh5 43.Th1 Te5 44.Le2! 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog