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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6070 vom 21.12.2012, Kategorie Kolumne

Magnus Carlsen bricht Elo-Rekord!

Der bisherige Rekord von 2851 Elopunkten, der seit 13 Jahren von Ex-Weltmeister Gary Kasparov gehalten wurde, ist gebrochen! Mit dem Turniererfolg (5 Siege und 3 Remisen) bei der 4. Auflage der London Chess Classics vom 1. bis 10. Dezember erreichte die Nummer 1 der Welt, Magnus Carlsen, unglaubliche 2862 Elopunkte! Erstaunlich mit welcher Leichtigkeit er seine Gegner bezwang. Es wiederholte sich immer das gleiche Szenario: Aus der Eröffnung eine passable Stellung aufgebaut und danach begann das "Katz und Maus"-Spiel. Sogar in der Schlussrunde, wo ein Unentschieden für den Turniersieg gereicht hätte, ließ er sich so ein Spektakel gegen den amtierenden Weltmeister Anand nicht entgehen. Mit viel Mühe konnte sich der Inder doch ins Remis retten. Apropos Weltmeister: Anand zeigte erneut wenig und konnte sich kaum bemerkbar machen. Ganz im Gegenteil zu Ex-Weltmeister Kramnik. Er war der einzige, der Carlsen Paroli bieten konnte, spielte inspiriert und risikofreudig und wurde 2. vor Nakamura.

Carlsen (2848) - Polgar (2705)

1.c4 Es gibt kaum eine Eröffnung, die Magnus Carlsen nicht spielt.

1...c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e6 6.a3 Lc5 7.Sb3 Le7 8.e4 0-0 9.Le2 b6 10.0-0 Lb7 Das ist die sogenannte Igel-Struktur für Schwarz.

11.Lf4 d6 12.Tc1 Tc8 13.Te1 Se5 14.Sd2 Sfd7 15.Le3 Dc7 Unter anderen Umstände und gegen andere Gegner hätte Judith Polgar eventuell 15...g5!? gezogen.

16.b4 Db8 17.f4 Sg6 18.g3 Sonst könnte d6-d5 folgen und der f4-Bauer hängt.

18...Tfe8 19.Lf3 Da8 20.Lf2 Sgf8?! Untypisch für Judith Polgar, dass sie freiwillig mit Figuren zurückfährt. 20...a6 wäre ein Igel-Zug.

21.De2 Db8 22.Ted1 g6?! Auch hier war 22...a6 passender.

23.e5! Von nun an beginnt ein Spiel gegen den Springer auf f8 und um die schwarzen Felder.

23...Lc6?! Besser war 23...dxe5 24.fxe5 a6.

24.Ld4 Weiß erhöht kontinuierlich den Druck während Schwarz noch kein Gegenspiel hat.

24...Ted8 25.Lxc6 Txc6 26.Sf3 Eine Alternative war 26.exd6 Dxd6 27.Sf3 Db8 28.Se4.

26...dxe5 27.fxe5 Tdc8 28.Se4 Dc7 29.Sfd2 Auf 29.Lc3, mit der Idee Sf3-d4, könnte 29...Txc4 30.Sfd2 Tc6 31.b5 folgen, wonach Schwarz die Qualität geben muss: 31...Tc5 32.Sxc5 Lxc5+ wobei die Lage nicht klar wäre: 33.Kg2 Lxa3 34.Lb2 Db7+ 35.Df3 Dxf3+ 36.Sxf3 Lc5.

29...a6 Sehr interessant war 29...Sxe5!? 30.b5 Tc5 31.Sxc5 Lxc5 32.Se4 Lxd4+ 33.Txd4 f5 34.Sd6 Dc5 35.Tcd1 Tc7 36.Kg2 Sg4 mit gewisser Kompensation für die Qualität.

30.Sf2! Richtung g4-h6!

30...Lg5?

Diagramm

Damit gewinnt Schwarz einen Bauern, dafür aber schreitet der weiße Angriff voran. Besser wäre eventuell 30...f5!? 31.exf6 Lxf6.

31.Tf1! Weiß nimmt f7 unters Visier.

31...Lxd2 32.Dxd2 Sxe5 Auch nach 32...Txc4 33.Txc4 Dxc4 hätte Schwarz massive Probleme: 34.Sg4 Dd5 35.Sh6+ Kg7 36.Txf7+ Kh8 37.Tf1.

33.Lxe5 Dxe5 34.Sg4 Td6! Einziger Zug.

35.Sh6+ Kg7 36.Txf7+ Kh8 37.Df2 Dd4 38.c5 bxc5 Nach 38...Sd7 39.Te7 Se5 40.Dxd4 Txd4 41.Txe6 Sd3 42.Tf1 wäre die weiße Initiative sehr stark: 42...Kg7 43.Sf7 bxc5 44.Sd6 nebst Te6-e7.

39.Dxd4+ Txd4 40.Txc5 Tcd8 Schwarz verliert fast forciert nach 40...Txc5 41.bxc5 e5. Zum Beispiel: 42.c6 Tc4 43.Sg4 Se6 (43...Txg4?? 44.c7) 44.Sf6 Sg5 45.Tc7 Tc2 46.Kf1 Tc1+ 47.Ke2 Tc2+ 48.Kd1 Tf2 49.Sg4 Tf8 50.Td7 Tc8 51.c7 Se6 52.Te7 Sxc7 53.Sf6.

41.Tcc7 Td1+ 42.Kg2 T1d2+ 43.Kh3 T2d5 44.Sg4! Th5+ 44...T5d7?? 45.Txf8+ Txf8 46.Txd7.

45.Kg2 Td2+ 46.Kf3 Tf5+ 47.Ke3 Txf7 48.Txf7 Td8 49.Sf6 Nun entstand ein zugzwangsähnlicher Zustand.

49...Tb8 50.Kf4 h6 51.Ke5 a5 Oder 51...Td8 52.h4 Ta8 53.Kd6 nebst Ke7 mit Figurgewinn.

52.bxa5 Ta8 53.a6 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog