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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 610 vom 27.03.1998, Kategorie Kolumne

Staatsliga A 1997/98 - Partiennachlese II (27. März 1998)

Von der kürzlich beendeten Saison bieten wir Ihnen als Nachlese zwei weitere interessante Partien ...

Mister 100% am Werk

Keine Gnade kannte der Anziehende mit seinen jeweiligen Gegnern. Der in Wien nach seinem Studium hängengebliebene Oberösterreicher erreichte mit 5 Punkten aus ebenso vielen Partien als einziger eine weiße Weste ...

Weiß: FM DI. N. Sommerbauer

Schwarz: ÖM Dr. M. Schumi

Königsindisch [E90]
Anm. I. Balinov

1. Sf3 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. d4 0–0 6. h3. Mit dem Textzug vermeidet der Anziehende die weit ausanalysierten Varianten der "klassischen Variante".

6. ... e5 7. d5 Sa6. Früher erachtete man 7. ... a5 als unumgänglich.

8. Lg5. Gut ist auch 8. Le3.

8. ... h6. Möglich ist auch, sich mit 8. ... De8 der Fesselung zu entziehen, während ein anderer Plan darauf baut, das weiße Bauernzentrum mit 8. ... c6 unverzüglich anzugreifen.

9. Le3 De8?. An dieser Stelle ein unnötiger Zeitverlust. Geboten war 9. ... Sc5!? 10. Dc2 a5 11. Sxe5 (Spielbar ist auch 11. Le2 ) 11. ... Sfxe4 12. Sxe4 Sxe4 13. Dxe4 dxe5 mit beideseitigen Chancen, oder 9. ... Sh5 10. Sd2 De8 11. Sb3 b6 12. Le2 Sf4 13. Lf3 Ld7 14. h4! f5 15. g3 Sh3 16. Lg2 f4 17. Lxh3 fxe3 18. fxe3 Lxh3 19. Txh3 Dd7 20. Th2 nebst Tf7 oder Tf6 mit etwa gleichem Spiel.

10. g4!. Dies ist nachhaltiger als 10. Ld3 Sc5 11. Lc2 a5 12. Dd2, oder 10. Sd2 Sh5, jeweils mit nur wenig besserem Spiel für Weiß.

10. ... Sc5. 10. ... Sxe4? verbietet sich wegen 11. Sxe4 f5 12. Ld3 fxe4 13. Lxe4 Sc5 14. Lxc5 dxc5 15. Sh4 Lf6 16. Sxg6 Tf7 17. h4 Tg7 18. g5 Txg6 19. Dh5 und Schwarz gab auf, King-David, England 1991.

11. Sd2 Sfd7 12. b4. Die kritische Stellung.

Diagramm (13 kb)

12. ... f5?. Bereits der entscheidende Fehler. Unbedingt erforderlich war 12. ... Sa6!.

13. gxf5 gxf5 14. exf5 Sa6. Ebenso verliert 14. ... e4 15. Tg1 Sd3+ 16. Lxd3 exd3 17. Sb5 De5 18. Sxc7 Tb8 19. Se6.

15. a3. Stärker war 15. Tg1! .

15. ... Sf6. Keineswegs besser war 15. ... Txf5 16. Ld3 Tf8 17. Tg1 Df7 18. Sde4 Kh8 19. Dd2 und Weiß hat überwältigenden Vorteil.

16. Tg1 Kh8. Falls 16. ... Kh7 so 17. Ld3.

17. Sde4. Auf 17. Ld3 folgt 17. ... Dh5.

17. ... Lxf5. Auch nach 17. ... Sxe4 18. Sxe4 Lxf5 19. Tc1! ist der weiße Stellungsvorteil nicht zu leugnen.

18. Ld3 Sh5 19. Lc2?!. Nachhaltiger war 19. c5! dxc5 20. b5 Sb8 21. Lxc5 und Weiß konsolidiert seinen Vorteil.

19. ... Td8?!. Schwarz verpaßt die Gunst der Stunde. Nach 19. ... Sf4!? 20. Tg3 Dd7 wäre Weiß nur noch wenig besser gestanden.

20. Dd2 Sf4 21. 0–0–0 Df7 22. Se2 c6?. Besser war 22. ... c5!? 23. b5 Sc7 24. Lxf4 exf4 25. Dxf4 De7 26. Dg3, obwohl auch dann der weiße Vorteil außer Zweifel gestanden wäre.

23. Sxf4 exf4 24. Ld4 Tg8. 24. ... Le5 scheitert an 25. Sxd6.

25. Txg7!. Entscheidend, wenn auch naheliegend!

25. ... Txg7 26. Dxf4 Dg6 27. f3. Mit 27. Td3! Lxe4 28. Tg3 konnte Weiß die Leiden des Nachziehenden verkürzten!

27. ... Lxe4. Nicht besser ist 27. ... cxd5 28. Lxg7+ Dxg7 29. Txd5.

28. Lxe4 Dg5 29. Dxg5 hxg5 30. h4. Oder 30. dxc6 bxc6 31. Lf6 Tf8 32. Txd6 Txf6 33. Txf6 und Weiß gewinnt.

30. ... c5 31. Lf6 Tf8 32. hxg5 cxb4 33. axb4. Ebenso gewann 33. Th1+ Kg8 34. Lxg7 Kxg7 35. Th7+ Kg8 36. Txb7 bxa3 37. Txa7 Sc5 38. Txa3 Sxe4 39. fxe4.

33. ... Txf6 34. gxf6 Tg2. Ebenso hoffnungslos war 34. ... Tf7 35. Th1+ Kg8 36. Th6 Sxb4 37. Lf5.

35. Lf5 Th2. Der Bauer b4 war wegen 36. Th1+ Kg8 37. Le6+ Kf8 38. Th8+ Tg8 39. Txg8 matt tabu.

36. Tg1 Sxb4 37. f7 und Schwarz gab auf.

 

Klassisch ausgekontert

Der Anziehende, der selbst gerne eine scharfe Klinge führt, wurde im nachstehenden Duell vom dänischen Großmeister klassisch ausgekontert ...

Weiß: FM F.K. Volkmann

Schwarz: GM P.H. Nielsen

Sizilianisch [B83]

Anm. I. Balinov

1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 e6 6. Le2 Sc6 7. 0–0 Le7 8. Le3 Ld7 9. Sdb5!?. Gebräuchlicher ist 9. f4 oder 9. Sb3.

9. ... Db8 10. a4 0–0 11. g4?!. An dieser Stelle vermutlich neu. Bekannt sind:

I) 11. f4 Td8 12. Lf3 Le8 13. De2 a6 und nun:

A) 14. Sa3 d5 15. exd5 exd5 16. Lb6 Td6 17. Df2 Dc8 18. Tae1, mit etwas besserem Spiel für Weiß, Vogt-Uusi, Tallin 1981.

B) 14. Sd4 Dc7 15. Df2 Sb4? (Laut Volkmann ein Fehler) 16. f5 e5 17. Sb3 (17. Sde2 d5!?) 17. ... Sd7 18. g4 Sc5? (Notwendig war 18. ... f6 nebst Lf7.) 19. Sxc5 dxc5 20. g5 Tac8? 21. f6 Lf8 22. fxg7 Lxg7 23. Lg4 Td4!? 24. Lxc8 Dxc8 25. Kh1?! (Besser war 25. Tac1!) 25. ... De6 26. Dg2 Lc6 27. Tf6!, mit Gewinnstellung, Volkmann-Titz,, Graz (Wr.Neustadt - KlagenfurtGraz) 1998.

II) 11. Dd2 Td8 12. f4 a6 13. Sd4 Sxd4 14. Lxd4 Lc6 15. De3! Sd7 16. e5, mit weißer Initiative, Wolff-Salow, New York (op) 1996.

III) 11. Lf4 Se5 12. Lg3 a6 13. Sa3 Lc6 14. f4 Sed7 15. Ld3 Sc5 16. De2 b5! mit Ausgleich, Kusmin-Ehlwest,Helsinki 1992.

11. ... a6 12. Sa3?. Vorzuziehen war 12. g5 axb5 13. gxf6 Lxf6 14. Sxb5 (14. axb5 Txa1 15. Dxa1 Sd4) 14. ... d5 15. exd5 exd5 16. Dxd5 Le6, oder 12. Sd4!? Sxd4 13. Lxd4 Lc6 14. Dd3 b6 15. g5 Sd7, jeweils mit nur geringfügig besserem Spiel für Schwarz.

12. ... d5 13. exd5. Vorteilhaft für Schwarz ist 13. g5 Sxe4 14. Sxe4 dxe4 15. Sc4 (15. Dxd7? Verliert nach Td8! die Dame.) 15. ... Td8 16. Sb6 Le8 17. Dc1 Ta7.

13. ... Sb4 14. dxe6 Lxe6 15. g5 Sfd5 16. Sxd5. Nach 16. Dd2 Td8 hat Schwarz gutes Spiel.

16. ... Sxd5 17. Dd2 Td8 18. Ld3.

Diagramm (13 kb)

18. ... Lh3!. Legt den Finger auf die Wunde!

19. Tfe1 Dc8!. Stellt Weiß vor unlösbare Probleme!

20. Lf4. Nur scheinbar besser war 20. De2 Lg4 21. f3 Sxe3 22. fxg4 Lc5.

20. ... Lb4. Noch effizienter war 20. ... Lxg5!.

21. c3 Lxa3. und Schwarz streckte wegen 22. Txa3 22. ... Sxf4 23. Lxh7+ Kxh7 24. Dxf4 die Waffen.


Endstände der Staatsligen B

Staatsliga B/Ost

Rg. Mannschaft + = - Pkte
1 Loosdorf 7 3 1 42
2 Stein/Steyr 6 2 3 38½
3 Stockerau 6 1 6 38½
4 Austria Wien 6 3 2 38
5 VOEST Linz 7 3 1 37½
6 Bad Schallerbach 5 4 2 36
7 Attnang-Puchheim 2 6 3 34
8 Donaustadt 5 2 4 33
9 Baden 3 4 4 31
10 Donau 4 2 5 31
11 St. Valentin 2 3 6 30½
12 Grieskirchen 3 0 8 29½
13 Amstetten 4 1 6 29
14 Mödling/Reti 1 0 10 19½

Staatsliga B /Süd

Rg. Mannschaft + = - Pkte
1 Raika Gamlitz 6 3 2 38½
2 SG Klagenfurt II 7 2 2 38
3 VB Lienz 6 3 2 37½
4 Pinggau/Friedberg 6 1 4 37
5 Fürstenfeld II 5 4 2 35
6 St. Veit/Glan 5 3 3 34½
7 Styria Graz 2 8 1 34
8 Straßenbahn 3 5 3 33
9 Waagner Biro 2 6 3 32½
10 Merkur Graz II 0 5 6 28
11 Admira Villach 0 5 6 26½
12 SF Villach 0 3 8 21½

Staatsliga B/West

Rg. Mannschaft + = - Pkte
1 Hypo Kufstein 9 0 2 45½
2 Wüstenrot Inter Sbg. 7 2 2 40½
3 1. Salzburger SK 8 1 2 40
4 Spark. Jenbach 8 0 3 39½
5 Hohenems II 4 4 3 32½
6 Raika Zillertal 4 3 4 32½
7 Ranshofen 4 1 6 32
8 Raiba Lochau 5 1 5 31½
9 Casino Bregenz 3 0 8 31
10 Lustenau 4 1 6 28½
11 Kröll Technik Schwaz 2 2 7 27
12 Spark. Absam II 0 1 10 15½

Staatsliga A-Aufstiegsturnier

Das Staatsliga A-Aufstiegsturnier findet vom 17. bis 19. April voraussichtlich in Loosdorf statt. Qualifiziert haben sich - wie aus den vorstehenden Tabelle ersichtlich - Loosdorf und Steyr (Staatsliga B/Ost) sowie Gamlitz (Staatsliga B/Süd) und Kufstein (Staatsliga B/West). Als Favoriten gelten Kufstein und Loosdorf, während Gamlitz bestenfalls Außenseiterchancen eingeräumt werden.

ÖM Lothar Karrer