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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6252 vom 01.11.2013, Kategorie Kolumne

Svidler gewinnt das russische Superfinale

Der neue russische Meister heißt Peter Svidler! Er gewann das Finale in Nizhny Novgorod vom 4. bis 15. Oktober, nachdem er sich im Stichkampf gegen Ian

Nepomniachtchi mit 1,5 - 0,5 durchsetzte. Der Turnierfavorit Vladimir Kramnik verlor zwei Partien: Eine gegen den Titelverteidiger Andreikin und in der Schlussrunde gegen Nepomniachtchi, wo er sogar trotz eines Mehrbauern im Endspiel die Partie verlor.

Svidler (2740) - Nepomniachtchi (2702)

1.Sf3 c5 2.c4 Sf6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e3 Weiß verfügt hier über viele Optionen: 5.g3, 5.d4 oder 5.e4.

5...Sxc3 6.bxc3 g6

Diagramm

7.h4!? Der Vorstoß mit dem h-Bauern gegen verschiedenen Fianchetto Strukturen (Läufer wird auf eine der Hauptdiagonalen entwickelt z.B. Lg7) ist derzeit sehr modern.

7...Lg7 Wenig erforscht ist 7...h6!? mit der Idee, wenn 8.h5 dann 8...g5. Anderseits kostet dieser Zug Zeit und schwächt den Punkt g6.

8.h5 Sc6 9.Tb1 Dc7 10.d4 Ld7N Neuerung.

11.Ld3 Zu überlegen war auch 11.Sg5!?

11...Td8 12.Dc2 Lg4 13.Sg5 cxd4 13...Lxh5? wäre gefährlich: 14.Db3 0–0 15.Txh5! gxh5 16.Lxh7+ Kh8 17.Le4 mit ausreichender Kompensation.

14.Db3 14.exd4!? verdient Beachtung.

14...e6 Die Alternative war 14...e5!?

15.exd4 Td7 Auf 15...b6 könnte 16.h6 Lf6 17.Se4 Le7 folgen.

16.Se4 In der Variante 16.h6 Lf6 17.Se4 Le7 18.0–0 bleibt die Frage offen: Ist der h6-Bauer stark oder eher schwach!?

16...0–0 16...Lf5 wäre die andere Möglichkeit.

17.hxg6 17.h6!? Lh8 18.0–0.

17...hxg6 Interessant war 17...fxg6!? 18.0–0 Sa5 19.Da4 und 19...e5.

18.Lg5 f6 19.Le3 Sa5 20.Dc2 b6 21.f3 Lf5 22.Tc1 Die Stellung ist reich an Möglichkeiten: 22.Lb5 Tdd8 23.Dd3 e5 24.d5 Sb7 25.g4 Lxe4 26.fxe4 Sd6 27.Lc6 Dc8 28.Tg1 Tf7 mit kompliziertem Spiel.

22...Sc4 23.Lf2 Tc8 23...b5 sichert die Blockade auf c4, schwächt aber das Feld c5!

24.De2 e5 25.0–0 Tdd8 Beachtung verdient 25...Lxe4!? 26.fxe4 (26.Lxe4 f5) 26...Lh6 27.Tcd1 Lg5 mit unklarem Spiel.

26.Lh4 Tf8 27.g4 Le6 Auch hier war 27...Lxe4 interessant: 28.fxe4 (28.Dxe4 f5 29.gxf5 gxf5) 28...b5.

28.f4 28.Sc5 bringt wenig: 28...bxc5 29.Lxc4 Df7 30.Lxe6 Dxe6 31.dxe5 fxe5 32.Lg3 e4 33.Dxe4 Dxe4 34.fxe4 Txf1+ 35.Kxf1 Te8 mit Ausgleich.

28...exf4 Unklar wäre die Position nach: 28...Ld5 29.dxe5 fxe5 30.f5 gxf5 31.gxf5 Lh6 32.f6 Tf7.

29.Sc5 Nach 29.Sxf6+ Txf6 30.Lxf6 Se3 31.Lxg7 Kxg7 hätte Schwarz ausreichende Kompensation für die Minusqualität.

29...Lf7 30.Se6 Dd6 Im Endspiel steht Weiß nach 30...Lxe6 31.Dxe6+ Df7 32.Dxf7+ Txf7 33.Lxg6 Te7 34.Lf5 dank des Läuferpaars besser.

31.Sxf8 Lxf8 32.Dh2 De6? Die erste Ungenauigkeit, die vielleicht die Partie entscheidet! Richtig war 32...Se3 und nach 33.Txf4 Lh6 34.Te4 Dxh2+ 35.Kxh2 Sxg4+ 36.Txg4 Lxc1 37.Lxg6 Txc3 wäre der friedliche Partieausgang nicht weit entfernt.

33.Dxf4! Ld6 33...g5 funktioniert wegen 34.Df5 Dxf5 35.Lxf5 nicht, weil der Turm auf c8 hängt.

34.Lxc4 Txc4 35.Df3 g5 36.Tce1 Dd7 37.Lg3 Le7 Das schwarze Läuferpaar ist keine ausreichende Kompensation für die Minusqualität.

38.Tf2 Ld8 39.Te3 b5 40.De4 Kg7 41.Df5 Dxf5 42.Txf5 b4 43.Tc5 Txc3 44.Texc3 bxc3 45.Txc3 Die Variante in der Partie ist stärker als 45.Lc7 Le7 46.Txc3 Lxa2 47.Kf2 Le6 48.Kg3.

45...Lxa2 46.Ta3 Le6 47.Txa7+ Kf8 48.Lc7 Le7 49.Lb6 Ke8 50.Lc5 Ld8 Das war die Idee von 47...Kf8: Den Läufer nicht tauschen und vor dem d-Bauern positionieren.

51.Kf2 Lxg4 52.d5 Lc8 53.Tg7 f5 54.Tg8+ Kd7 55.Tg7+ Ke8 56.Tg8+ Kd7 57.Tf8 f4 58.Kf3 La6 59.Ke4 Lf1 60.Tf7+ Ke8 61.Tf8+ Kd7 62.Tf7+ Ke8 63.Th7 Lf6 64.d6 Lb5 65.Kf5 Lc3 66.Te7+ Zeit zum Aufgeben: 66.Te7+ Kf8 (66...Kd8 67.Lb6+ Kc8 68.Tc7+ Kb8 69.Txc3) 67.d7. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog