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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6258 vom 22.11.2013, Kategorie Kolumne

Team EM in Warschau

Am 7. November startete in Warschau die Team-Europameisterschaft. Wie ausgeglichen die Kräfteverhältnisse in Europa geworden sind, zeichnete sich schon in der ersten Runde ab. Da gab es einige Überraschungen, aber die größte lieferte das österreichische Team (Ragger, Shengelia, Kreisl, Schreiner und Diermair mit Ribli als Kapitän) mit dem Sieg gegen Holland! Dass der Erfolg in der ersten Runde kein Zufall war, bewiesen die Österreicher in den folgenden Runden: 2-2 gegen Rumänien und die knappe 1,5-2,5 Niederlage gegen Olympiasieger Armenien.

Kreisl (2410) - Smeets (2620)

1.Sf3 d5 2.g3 c5 3.Lg2 Sf6 4.0-0 e6 5.c4 d4 6.e3 Sc6 7.exd4 cxd4 8.d3 h6 9.Lf4 Ld6 10.Lxd6 Dxd6 11.De2 0-0 12.Te1 Sd7 13.Sbd2 Interessant war 13.Sa3!?

13...b6 14.Sh4 Tb8 15.f4 Sc5 16.Se4 Dc7 Einfacher wäre 16...Sxe4 17.Lxe4 Se7 18.Dh5 Ld7 mit etwa gleichen Chancen.

17.Tad1 a5 18.a3 Ld719.Dh5 Se7 20.b4 Sxe4 21.Lxe4 Dd6 Nach 21...Lc6 22.f5 Lxe4 23.Txe4 exf5 24.Sxf5 Sxf5 25.Dxf5 axb4 26.axb4 Tbd8 27.Tde1 dominiert Weiß.

22.Tb1 Lc6 23.f5 axb4??

Diagramm

Grober Patzer! Notwendig war 23...Lxe4 24.Txe4 exf5 25.Sxf5 Sxf5 26.Dxf5 axb4 27.axb4 Tfe8 mit leichtem Vorteil für Weiß.

24.f6! Wichtiger Zwischenzug. Schwarz ist verloren.

24...bxa3 24...gxf6 25.Dxh6 f5 26.Lxf5 oder 24...Sf5 25.Lxf5 exf5 26.fxg7.

25.Dg4 g5 25...Sg6 hilft auch nicht.

26.fxe7?! Kleine Ungenauigkeit. 26.Dh5! würde sofort gewinnen: 26...Sf5 27.Sxf5 exf5 28.Dxh6.

26...Tfe8 27.Lxc6 Dxc6 28.Sf3 Txe7 29.Sxd4 Dd6 30.De4 f5?? Nicht der beste Tag für GM Smeets.

31.Sxf5 1-0


Solak (2618) - Grischuk (2785)

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 e6 4.Lxc6 bxc6 5.d3 Se7 6.h4 Seltener Zug.

6...Dc7 7.h5 e5 8.Sbd2 f6 9.Sh4 g5! 10.Shf3 d6 10...d5!? verdient Beachtung.

11.Sf1 h6 12.Se3 f5 13.g4!? fxg4 14.Sh2 Lg7 15.Sexg4 Nach 15.Shxg4 hätte Schwarz bequemes Spiel: 15...0-0 16.Ld2 Tb8 17.b3 d5 18.De2 a5.

15...0-0 16.Le3 Le6 17.Dd2 Kh8 18.0‑0‑0 18.Lxg5 bringt nichts: 18...hxg5 19.Dxg5 Sg8 20.h6 Lf6 21.Sxf6 Sxf6 22.0-0-0 Sh7.

18...Sg8 19.c4 19.Tdg1 sieht auch gut aus.

19...De7 Schwarz bereitet d6-d5 vor (c5 ist nun gedeckt). Der andere Plan wäre 19...a5!? 20.Kb1 a4 21.a3 Tfb8.

20.De2 d5?! 21.Ld2 Besser war zuerst 21.exd5 cxd5 und dann 22.Ld2.

21...dxc4? Grischuk überschätzt die eigene Stellung bei knapper Bedenkzeit! Nach 21...d4! kann eigentlich nur Schwarz auf Gewinn spielen.

22.dxc4 Df7 23.Lc3 Lxc4 24.De3 Tae8 25.b3 Lb5 26.Td6?! Ungenau! Besser war 26.Dxc5 Df4+ 27.Td2 Sf6 28.Sxf6 Txf6 29.f3 Lf8 30.Dxa7 Td6 31.Kc2 Ted8 32.Txd6 Txd6 33.a4 Ld3+ 34.Kb2 Kg8 mit unklarem Spiel.

26...Dxh5?! Der Russe erwidert nicht optimal. Stärker wäre 26...c4 27.Kb2 cxb3 28.axb3 a5.

27.Tg1 Df7 28.Dxc5 Df4+ bzw. 28...h5!?

29.Kb2 Auf 29.Ld2 folgt Dxe4.

29...h5 30.Th1 Dxe4 30...Le2 führt forciert zu einem Remisendspiel: 31.f3 Lxf3 32.Sxf3 Dxg4 33.Sxe5 De2+ 34.Td2 Txe5 35.Txe2 Txc5 36.Txh5+ Sh6 37.Txh6+ Kg8 38.Lxg7 Kxg7 39.Td6 Tf6.

31.f3 Df4 32.a4 Le2 33.Tg6 Sf6?? Grober Fehler in Zeitnot! Besser war 33...Te7 34.Txg7 Kxg7 35.Lxe5+ Txe5 36.Sxe5 Te8 37.Sxc6 a6 und Schwarz stünde nicht schlechter.

34.Sxe5 Nach 34.Dxa7! Tg8 35.Sxf6 wäre die Partie sofort zu Ende.

34...Kh7 Die letzte praktische Chance bot 34...Txe5 35.Dxe5 Dxe5 36.Lxe5 Kg8 37.Txg5 Kf7.

35.Shg4 Lxf3 Auf 35...Txe5 36.Sxe5 Tf7 folgt 37.Dxc6! h4 38.Txg5! Dxg5 39.Sxf7.

36.Txg7+ Kxg7 37.Dxa7+ 37.Dxa7+ Kh8 (37...Kg8 38.Sh6+ Kh8 39.Sg6 matt) 38.Sg6+ Kg8 39.Sh6 matt. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog