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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 626 vom 17.04.1998, Kategorie Kolumne

Amber-Schnellturnier in Monaco: Partiennachlese (17. April 1998)

Wie wir kürzlich an dieser Stelle berichteten, ging der Sieg bei dem doppelrundig ausgetragenen Schnellturnier (je eine Partie mit und ohne Ansicht des Brettes) gemeinsam an den den Wahlspanier Alexei Schirow und den Russen Wladimir Kramnik.

Im Folgenden eine Vorstellung ihrer Kunst ...

Weiß: GM M. Sadler

Schwarz: GM W. Kramnik

Sizilianisch [B22]

Anm. I. Balinov

1. e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. c3 e6 4. d4 d5 5. exd5. Möglich ist auch 5. e5 mit Übergang zur Vorstoßvariante in der "Französischen Verteidigung".

5. ... exd5. Der Textzug führt ebenfalls zu einer Struktur ähnlich der "Französischen Verteidigung, während 5. ... Dxd5 zur Sizilianischen Verteidigung mit "c3" geführt hätte. .

6. Lb5 Ld6 7. dxc5 Lxc5 8. 0–0 Sge7 9. Sbd2 Lg4 10. Da4 Ld7. Spielbar ist auch 10. ... Lh5 11. Dh4 Lg6 12. Sb3 Lb6 13. Sfd4 0–0 14. Le3 a6 15. Le2 Tc8 16. Tad1 Te8 17. Tfe1 mit geringfügig besserem Spiel für Weiß, Iwantschuk-Schirow, Dortmund 1992.

11. Sb3 Lb6 12. Dh4 0–0 13. Ld3. Im Ausgleichssinne kam 13. Te1 Sf5 14. Dxd8 Taxd8 15. Lf4 d4 16. cxd4 Scxd4 17. Sbxd4 Sxd4 18. Sxd4 Lxd4 19. Lxd7 Txd7 20. Te2 in Betracht.

13. ... Lf5 14. Lxf5. Nach 14. Td1 Te8 15. Lg5 f6 16. Lxf5 Sxf5 17. Dg4 g6 18. Lf4 Te2 wäre das schwarze Spiel klar vorzuziehen.

14. ... Sxf5 15. Dh5. Nicht zu empfehlen war 15. Dg4 wegen 15. ... Dc8 16. Te1 Sfd4 17. Dg3 Lc7 und Weiß ist in der Klemme.

15. ... g6 16. Dh3 Te8 17. Ld2. Elastischer war 17. Lg5!? Dd6 18. Tfe1 Te4 19. Sbd2.

17. ... h5 18. Tad1?!. Etwa gleiche Chancen bot 18. Tfe1!? Dd6 19. Tad1 a5.

18. ... Dd6 19. Sh4?. Ein schwerwiegender Tempoverlust. Notwendig war es, erst 19. Tfe1 einzuschalten.

19. ... Sxh4 20. Dxh4 Te4 21. Dg3 De6. Schwarz hat Raumvorteil und die Herrschaft über die e-Linie.

22. Tfe1 Te8 23. h3. Denn der Mensch braucht ein Ventil; allerdings wird hierdurch die weiße Bauernstruktur nicht gerade verbessert. Nicht viel besser war auch 23. Txe4 Dxe4 24. Tc1 wegen der Drohung Dc2 erzwungen 24. ... Da4 25. Ta1 Te2 26. Tf1 Se5.

23. ... h4! 24. Dg5.

Diagramm (11285 Byte)

24. ... Txe1+!. Die perfekte Realisierung des schwarzen Vorteils!

25. Txe1 Dxe1+ 26. Lxe1 Txe1+ 27. Kh2 Lxf2 28. g4 hxg3+ 29. Kg2 Se5!. Ebenfalls gewann 29. ... Te2 30. Dxd5 Txb2 31. Kf3 Txa2, doch der Textzug ist effektvoller.

30. h4. Keine Rettung versprach auch 30. Dd8+ Kg7 31. h4 Tg1+ 32. Kh3 Th1+ 33. Kg2 Th2+ 34. Kf1 Sg4.

30. ... Tg1+ 31. Kh3 Th1+ 32. Kg2 Th2+ 33. Kf1 g2+! 34. Kxf2 g1D+ 35. Kxg1 Sf3+ und Weiß strich die Segel.

 

Weiß: GM A. Schirow

Schwarz: GM V. Anand

Sizilianisch [B65]

Anm. I. Balinov

1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 Sc6 6. Lg5 e6 7. Dd2 Le7 8. 0–0–0 Sxd4. Nach sofortiger Rochade steht Weiß die Möglichkeit offen, den Entlastungstausch mit 9.Sd4-b3 zu vereiteln.

9. Dxd4 0–0 10. f4 Da5 11. Kb1. Als Hauptvariante gilt 11. Lc4 Ld7 12. e5 dxe5 13. fxe5 Lc6 14. Ld2 Sd7 15. Sd5 Dd8 16. Sxe7+ Dxe7 17. The1 Tfd8.

11. ... Td8 12. h4. Alternativen zum Text sind 12. Lc4, 12. Le2 und 12. Dd2.

12. ... Ld7 13. Ld3. Eine interessante Neuerung. Bekannt ist 13. Dd2 Lc6 14. Ld3 h6 (14. ... Dc7 15. De2 a6 16. Thf1 b5 17. e5 Sd5 18. Sxd5 Lxd5 19. Dg4 mit etwas besserem Spiel für Weiß, Bologan-Kramnik, Deutschland 1994) 15. f5 hxg5 16. hxg5 De5 17. gxf6 Lxf6 18. g4 exf5 mit unklaren Verwicklungen, Bologan-Cosma, Rumänien 1995.

13. ... h6 14. e5 dxe5. Unzureichend ist 14. ... hxg5, wegen 15. hxg5! dxe5 16. fxe5.

15. fxe5 Lc6. Der Läufer ist wegen 16. hxg5 selbstredend tabu.

16. De3 Txd3?. Notwendig war 16. ... Sg4 17. Dg3 hxg5 18. hxg5 Dxe5 19. Dh3! Sh6! (19. ... f5? scheitert an 20. gxf6 Sxf6 21. Tde1) 20. gxh6 g6 21. h7+ Kh8 22. Tde1 Dg7 mit unklarem Spiel.

17. Txd3 hxg5 18. hxg5 Lxg2.

Diagramm (11199 Byte)

19. gxf6! Lxh1 20. Dg1! und Schwarz gab auf.


Frohnleiten: GM Teske siegt vor FM Freitag

Der deutsche GM Henrik Teske feierte beim IM-Turnier in Frohnleiten (3.-11.4.) einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Der zweite Platz ging etwas überraschend an den Fürstenfelder FM Manfred Freitag, während Co-Favorit IM Siegfried Baumegger nach schlechtem Start hinter seinen Möglichkeiten blieb.

Rg. Titel Name ELO 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Pkte.
1 GM H. Teske 2475 * ½ ½ 1 1 1 1 1 1 1 8
2 FM M. Freitag 2385 ½ * 1 ½ 1 ½ ½ 1 1 1 7
3 IM M. Tratar 2420 ½ 0 * ½ ½ 1 1 1 1 1
4 IM S. Kosanski 2365 0 ½ ½ * 1 0 1 1 1 1 6
5   R. Singer 2170 0 0 ½ 0 * 1 ½ 1 ½ 1
6 IM S. Baumegger 2495 0 ½ 0 1 0 * ½ 0 1 1 4
7   H. Ebner 2300 0 ½ 0 0 ½ ½ * ½ 1 ½
8 FM F. Wegerer 2215 0 0 0 0 0 1 ½ * ½ 1 3
9   P. Detter 2190 0 0 0 0 ½ 0 0 ½ * 1 2
10   E. Laschet 2275 0 0 0 0 0 0 ½ 0 0 * ½

Jugendstaatsmeisterschaften in Köstendorf/Sbg.

Die vom 4. bis 10. April im Köstendorfer "Brötzners Freizeit Paradies" ausgetragenen Staatsmeisterschaften der männlichen und weiblichen Jugend (je 16 bzw. 14 Teilnemer/innen) U16 und U18 sah folgende Spitzenränge:

U16 Burschen:

1. Daniel Herbst (B) 5 (30)
2. Markus Hummel (K) 5 (21,5/18,75)
3. Mathias Burschowsky (V) 5 (21,5/18)

U18 Burschen:

1. Herwig Pilaj (K) 5½
2. Georg Fuchs (T) 5 (29)
3. Mario Sanhu (W) 27,5)

U16 Mädchen:

1. Silvia Rohrmannstorfer (OÖ) 6
2. Leonie Fabian (St) 4½ (30)
3. Petra Greifensteiner (St) 4½ (26,5)

U18 Mädchen:

1. Dagmar Aichan (St) 5½
2. Nadin Jauk (St) 5 (23,5)
3. Julia Bernhard (OÖ) 5 (23).

ÖM Lothar Karrer