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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6271 vom 27.12.2013, Kategorie Kolumne

Zwischenstand in der 2. Bundesliga

In der zweiten österreichischen Bundesliga wurden an zwei Wochenenden bereits insgesamt 5 Runden gespielt.

Im Osten führt mit dem Maximum von 10 Mannschaftspunkten das Team aus Zwettl verstärkt durch drei Großmeistern: GM Bernasek, GM Polak und GM Blatny. Es folgen Mattersburg und Pamhagen mit jeweils 8 Punkten.

Mit 100% ist auch die Spielgemeinschaft Grießkirchen in der 2. Bundesliga-Mitte perfekt unterwegs, gefolgt von Styria Graz 8 und Fürstenfeld 7.

Im Westen ist der Kampf um die Tabellenspitze eine Spur spannender. Da dominieren zurzeit Zillertal und SIR Bernhard 2 mit 9 Punkten. Mit zwei Punkten Rückstand liegt Schwarzach auf Platz drei.

Heute eine Partei aus der 2. Bundesliga-Ost vom Wettkampf ASVÖ Wulkaprodersdorf gegen die Spielgemeinschaft Hietzing/Ottakring

Volkmann (2420) – Banusz (2596)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sge7 Eine Nebenvariante. 4...Sf6 wäre der normale Entwicklungszug.

5.0–0 Weiß kann das Zentrum mittels c3, d4 vor der Rochade übernehmen. Es führt meistens zu Zugumstellungen. Hier eine aktuelle Partie: 5.c3 g6 6.d4 exd4 7.cxd4 b5 8.Lb3 Lg7 9.Sc3 d6 10.a4 b4 11.Sd5 h6 12.a5 0–0 13.0–0 Lg4 14.Le3 mit Vorteil für Weiß, 0-1, J. Polgar (2693) –Nakamura (2786), London 2013, CB50 2013.

5...g6 6.c3 Lg7 7.d4 exd4 Schwarz kann den Punkt e5 schwer halten. Zum Beispiel: 7...b5 8.Lb3 und 8...d6 9.a4 Ld7 10.dxe5 Sxe5 11.Sxe5 Lxe5 (11...dxe5 12.axb5 axb5 13.Txa8 Dxa8 14.Lxf7+ Kxf7 15.Dxd7) 12.Lh6 und Schwarz geriet in Schwierigkeiten.

8.cxd4 b5 Wenig erforscht ist 8...d5!? Zum Beispiel: 9.exd5 (oder 9.Lxc6+ bxc6 10.e5 0–0 11.h3) 9...Sxd5 10.Te1+ Le6 11.Lxc6+ bxc6 12.Sg5 0–0 13.Sxe6 fxe6 mit einem leichten Plus für Weiß.

9.Lb3 0–0 10.Sc3 Interessant ist den Damenflügel sofort mittels 10.a4 zu attackieren: 10...b4 11.d5 (11.a5!?) 11...Sa5 12.Sbd2.

10...Sa5 Flexibler ist 10...d6: 11.d5 Sa5 12.Lc2 c5 13.dxc6 Saxc6 14.Lf4 Da5 15.Dxd6 Le6 16.Lb3 Tfd8 17.Dc5 Lxb3 18.axb3 Db4 19.Dxb4 Sxb4 20.Tfd1 Sec6 mit etwas Kompensation für den Minusbauern, remis, Karjakin (2762) -Durarbayli (2548), Rhodes 2013, CB43_2013.

11.Lc2 d6 12.h3 c5 13.Lg5 h6 14.Lh4 g5 Die Fesselung ist unangenehm.

15.Lg3 Sc4 16.b3 Sa3 17.Ld3 Sc6 18.Tc1N Neuerung. Bekannt ist 18.Sd5: 18...Sxd4 19.Sxd4 Lxd4 20.Dh5 Lg7 21.Tad1 c4 22.Le2 c3?! 23.Sxc3 Lxc3 24.Lxd6 mit Angriff, 1-0, Polgar (2710) -Banusz (2563), Warschau 2011, CBM 145.

18...Sxd4 19.Sxd4 Lxd4 20.Dh5 Kg7 Auf 20...Lg7 folgt 21.Tfd1 mit Druck auf der d-Linie.

21.Kh2 Bereitet f2-f4 vor.

21...Le5 21...Le6 löst die Probleme auch nicht: 22.f4 c4 23.bxc4 bxc4 24.Le2 Sb5 25.Sd5 Lxd5 26.exd5 c3 27.a4 Sc7 28.Tfd1 Lf6 29.Le1 Ta7 30.Txc3! mit Angriff.

22.f4 Beachtung verdient 22.Lxe5+!? dxe5 23.Sd5 Dd6 24.Tfd1 Le6 25.Le2.

22...gxf4 23.Lxf4 Dg5! Nach 23...Lxf4+ 24.Txf4 Dg5 25.Df3 Le6 26.Sd5 bleiben die Damen am Brett, was vorteilhaft für Weiß wäre.

24.Dxg5+ Interessant war 24.Lxe5+!? dxe5 (24...Dxe5+ 25.Dxe5+ dxe5 26.Sd5 c4 27.bxc4 bxc4 28.Le2) 25.Dd1 c4 26.Le2 mit Kompensation.

24...hxg5 25.Lxe5+ dxe5 26.Sd5 c4 27.bxc4 bxc4 28.Lxc4 Sxc4 29.Txc4 Le6 Es herrscht Ausgleich.

30.Tc5 Tac8 30...Tfc8 war genauer.

31.Tfc1 Txc5 32.Txc5 f6 32...Tc8 war der einfachste Weg zum Remis.

33.a3 Lxd5 34.exd5 Kg6 Besser war den Turm zu aktivieren, entweder mit 34...e4 35.g4 Tb8 oder gleich 34...Tb8.

35.g4 Tb8 36.Ta5 Tb6 Offensichtlich träumt Schwarz von mehr als einem Unentschieden. Sonst wäre 36...Tb5 37.Txa6 Txd5 angebracht.

37.Kg2 Tb2+ 37...f5 38.d6 Txd6 39.Txe5 f4 und das Remis ist nicht mehr weit.

38.Kf3 Tb3+ 39.Ke4 Txh3 40.d6 Kf7 41.Txa6 Th1 41...Tg3 wäre genauer.

42.Kd5 Td1+ 43.Kc6 Ke6 44.Kc7 e4 45.Tc6

Diagramm

45...f5?? Grober Fehler! Richtig war 45...Td3 46.Tc4 Kd5 (Sogar 46...Txd6 sollte für Remis reichen: 47.Txe4+ Kd5 48.Td4+ Kxd4 49.Kxd6 f5 50.gxf5 g4 51.f6 g3 52.f7 g2 53.f8D g1D) 47.Tc2 Ke6 48.Tc4 Kd5.

46.gxf5+ Kxf5 47.d7 e3 48.d8D Txd8 49.Kxd8 Schwarz ist im Wettrennen zu langsam: 49.Kxd8 e2 50.Tc1 Ke4 51.a4 Ke3 52.a5 Kd2 53.Tg1 g4 54.a6 e1D 55.Txe1 Kxe1 56.a7 g3 57.a8D Kf2 und nun die sogenannte „Leiter“: 58.Da7+ Kf1 59.Da6+ Kf2 60.Db6+ Kf1 61.Db5+ Kf2 62.Dc5+ Kf1 63.Dc4+ Kf2 64.Dd4+ Kf1 (64...Kf3 65.Dg1) 65.Df4+ Kg2 66.Ke7 Kh3 67.Df3 Kh2 68.Dh5+ Kg2 69.Kf6 und der König kommt zur Hilfe. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog