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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6272 vom 10.01.2014, Kategorie Kolumne

Nakamura siegt in London

Beim London Classics im Aktiv-Schach kämpften am Beginn 16 Spieler verteilt in 4 Gruppen um den Aufstieg ins Viertelfinale. Jeweils die ersten beiden jeder Gruppe stiegen auf. Danach ging es im KO-Modus weiter. Im Halbfinale setzte sich Hikaru Nakamura etwas glücklich gegen Vladimir Kramnik mit 1,5-0,5 und Boris Gelfand ebenfalls mit 1,5-0,5 gegen Adams durch. Die erste und entscheidende Finalpartie (unsere heutige Analyse) gewann der US-Amerikaner. Mit einem Remis in der zweiten Partie besiegelte er seinen Turniersieg in London!

Nakamura (2786) – Gelfand (2777)

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.Sf3 Lg7 5.Db3 dxc4 6.Dxc4 0–0 7.e4 a6 In der Variante mit 7...Sa6 erlitt Gelfand 2013 zwei Niederlagen in Beijing, einmal mit Schwarz und einmal mit Weiß: 8.Le2 c5 9.d5 e6 10.Lg5 (10.0–0 exd5 11.exd5 Lf5 12.Lf4 Te8 13.Tad1 Se4 14.Sb5 g5 15.Le3 h6 16.d6 Dd7 17.a3 Tad8 18.Dc1 De6 19.b4 cxb4 20.Sfd4 Df6 21.Sxf5 Dxf5 22.Lxa7 Sc3 23.Sxc3 bxc3 24.Ld3 Df6 mit kompliziertem Spiel, 0-1, Gelfand (2773) - Topalov (2767)) 10...exd5 11.Sxd5 Le6 12.Td1 Da5+ 13.Td2 Lxd5 (13...Sxd5!? 14.exd5 Ld7) 14.exd5 Tfe8 15.Lxf6 Lxf6 16.0–0 Tad8 17.d6 mit Vorteil für Weiß, 1-0, Morozevich (2736) - Gelfand (2773).

8.e5 b5 9.Db3 Sfd7 10.Sg5 Eine relativ neue Idee in dieser scharfen Variante.

10...Sc6 Verbreiteter ist 10...Sb6 Ein aktuelles Beispiel: 11.Le3 Sc6 12.Td1 Sa5 13.Db4 Sbc4 14.Lc1 Lb7 15.Sce4 h6 16.Sc5 hxg5 (16...Ld5!? 17.Sh3 Sc6 18.Dc3 Sd6!? 19.exd6 exd6 20.Sb3 Te8+ mit unklarem Spiel.) 17.Sxb7 Sxb7 18.Lxc4 bxc4 19.Dxb7 c5 20.0–0 cxd4 21.De4 Dc7 mit Ausgleich, remis, Korobov (2702) - Gupta (2662), Neu Delhi 2012. Auf 10...e6 könnte Weiß energisch mit 11.h4 fortsetzen.

11.Sxf7N

Diagramm

Neuerung. Schwarz hat wenig Probleme mit 11.Se6: 11...Sa5 12.Sxd8 Sxb3 13.axb3 Txd8 14.Sxb5 c6 15.Sc3 c5 16.Lg5 cxd4 17.Sd5 Lb7 18.Sc7 Tac8 19.Lxe7 Lxe5 20.Lxd8 Txd8 21.Sxa6 d3 22.Sb4 Sc5 23.Ta5 d2+ 24.Kd1 Se4 25.Sd3 Ld5 26.Tb5 Lxb2 27.f3 Sc3+ 28.Kxd2 Sxb5 29.Sxb2 Lxb3+ 30.Ld3 Sc7 31.Tc1 Sd5 32.Lf1 Kg7 33.Sd3 h5, remis, Vayser (2550) - Glazman (2575) ICCF 2010. Gespielt wurde auch 11.Le3 und Schwarz erreichte bequemes Spiel nach 11...Sa5 12.Dc2 c5 13.dxc5 Sxe5 14.Td1 Lf5 15.Txd8 Lxc2 16.Td2 Lf5 17.Sd5 Sac6, 0-1, Bai (2231) - Negi (2639), Beijing 2012.

11...Txf7 12.e6 Sxd4 13.exf7+ Kf8 14.Dd1 Bis dahin war alles forciert.

14...Sc5 Eine Alternative wäre 14...Se5!? 15.Le3 c5.

15.Le3 Lf5 Beachtung verdient 15...Lb7!?

16.Tc1 Dd6 17.b4 Nakamura agiert wie immer mutig! Vorsichtiger wäre: 17.Lxd4 Lxd4 18.Le2 Td8 19.0–0 De5 20.De1.

17...Se4?! Dieser Zug entlastet Weiß. Schwarz hätte zwei bessere Optionen: 17...Sce6 18.Ld3 Dxb4 19.Lxf5 Sxf5 20.0–0 Td8 (20...Lxc3?! 21.Dd5 Td8 22.Dxe6) 21.Dc2 c5 oder 17...De6!? mit der Idee 18.bxc5 Td8 19.Le2 Sc2+ 20.Dxc2 Lxc2 21.Txc2 b4 22.Sd1 De4 23.Td2 Txd2 24.Lxd2 Dxg2 und in beiden Fällen steht Schwarz besser.

18.Sxe4 Lxe4 19.f3! Lf5 20.Dd2 Td8 21.Kf2 Kxf7 22.Le2 Weiß konsolidiert sich.

22...Df6? Gelfand spürt, dass der Schwung nachgelassen hat und versucht die Initiative mit einem Opfer wieder zu erlangen. Besser war ruhig mit 22...Lf6 oder 22...Td7 fortzufahren.

23.Txc7 Se6 24.Td7 Tc8 25.Ld3! 25.Tc1? wäre wegen 25...Dh4+ 26.Kg1 Txc1+ 27.Dxc1 Sd4! schlecht.

25...Tc3 26.Lxf5 gxf5 Oder 26...Dxf5 27.Td5 Dc2 28.Dxc2 Txc2+ 29.Td2 mit gewonnenem Endspiel.

27.f4! Tc4 28.Tc1 Te4 29.g3 h5 30.h4 Dg6 31.Lc5 Lf6 32.Te1 Dg4 32...Tc4?? 33.Txe6 Kxe6 34.Dd5 matt.

33.Txe4 fxe4 34.Dd1 Df5 35.Td5 Dh3 36.Df1 Nach dem Damentausch 36.Df1 Dxf1+ (36...Dg4 37.De2 Dh3 38.Dxe4) 37.Kxf1 ist der Gewinn ziemlich einfach. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog