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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6467 vom 02.01.2015, Kategorie Kolumne

World Mindgames in Peking

Zusammen mit Bridge, Go, Xiangqi (chinesisches Schach) bildet Schach das Quartett von vier Disziplinen bei den World Mindgames vom 11. bis 17. Dezember in Peking. Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen wurde ein erstklassiges 16-er Feld eingeladen. Medaillenverteilung im Aktivschach: Grischuk, vor Vachier-Lagrave und Wang Hao. Medaillenverteilung im Blitzschach: Grischuk vor Vachier-Lagrave und Radjabov.

Grischuk (2795) – Ponomariov (2711)

1.d4 d6 2.e4 Sf6 3.Sc3 g6 4.Le3 a6 5.h3 Lg7 6.f4 b5 7.e5 Sfd7 8.Df3 Sb6 9.0–0–0 b4 10.Se4 Le6

Diagramm

Der Läufer auf d5 wäre ein Traum!

11.d5!? Dies wollte Grischuk natürlich nicht zulassen. Der Preis war ein Bauer.

11...Sxd5 11...Lxd5? 12.Lxb6.

12.Sg5 c6 12...dxe5 war vielleicht stärker: 13.Sxe6 fxe6 14.fxe5 Sd7.

13.Sxe6 fxe6 14.h4 Da5 15.Kb1 Sd7 16.Sh3 dxe5 17.Lc4 exf4 18.Sxf4 Se5 19.De4 Sxe3 Gewinnt eine Figur. Ruhiger wäre 19...Sxc4 20.Dxc4 Db5 21.Db3 Kf7 22.Thf1 Lf6 23.g4 Thd8 24.g5 Sxf4 25.Lxf4 Txd1+ 26.Txd1 Lg7 27.Te1 und trotz der zwei Minusbauern könnte Weiß die Balance halten.

20.Dxe3 Sxc4 21.Dxe6 Se5 22.h5 Tf8? Der erste große Fehler in der Partie! Richtig war 22...Td8! und nach 23.hxg6 Txd1+ 24.Txd1 hxg6 25.Dc8+ Kf7 26.De6+ Ke8 27.Sxg6 Sxg6 28.Dxg6+ Kf8 29.Tf1+ Lf6 30.Txf6+ exf6 31.Dxf6+ Kg8 32.Dg6+ Kf8 33.Df6+ wäre Dauerschach das logische Ergebnis.

23.g3? Grischuk revanchiert sich. Mit 23.hxg6 Txf4 24.gxh7 Tf8 25.Thf1 Txf1 26.Txf1 Dd8 27.Dg8+ Kd7 28.Td1+ Kc7 29.Txd8 Txd8 30.a3 b3 31.cxb3 Lf6 32.Ka2 gefolgt von g2-g4-g5 stünde Weiß besser.

23...g5 24.h6 Lh8 25.Sh5 Tf7 26.Sg7+ Lxg7?? Der Verlustzug! Notwendig war 26...Kf8 27.The1 b3 (27...Sg6 28.Dxc6) 28.Dxb3 (28.axb3 Sf3 29.Dxc6 Tb8) 28...Lxg7 29.Db7 Te8 30.hxg7+ Kxg7 31.b4 Db5 32.Dxb5 cxb5 33.Txe5 h6 mit klar besserem Endspiel für Schwarz.

27.hxg7 Txg7 28.The1? Worauf Schwarz aufgab! Unverständlich, weil nach Tg6! 29.Txe5 Txe6 30.Txa5 h6 Schwarz auf Gewinn spielt. Der Gewinnzug für Weiß wäre aber 28.Txh7! und weiter: 28...Tf7 (28...Txh7 29.Dg8 matt) 29.Txf7 Sxf7 30.Dxc6+ Kf8 31.Dxa8+ mit einer Qualität mehr für Weiß. 1–0


Nepomniachtchi (2714) – Radjabov (2734)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.c3 Sf6 4.d4 d6 5.d5 Se7 6.Lg5 Sd7 7.c4 h6 8.Le3 g6 9.Sc3 Lg7 Radjabov als königsindischer Experte fühlte sich schon wie zu Hause.

10.g4! Erschwert das typische f7-f5.

10...a5 11.Sd2 Sc5 12.h4 h5 Sonst folgt h4-h5, wodurch Schwarz gezwungenermaßen den Königsflügel mit g6-g5 "einbetonieren" müsste. Nun hätte Weiß freie Hand am Damenflügel.

13.g5 0–0 14.Dc2 Ld7 15.Lh3 Lxh3 16.Txh3 c6?! 17.Lxc5! dxc5 18.0–0–0 Dd7 19.Td3 cxd5 20.Sxd5 Sxd5 21.exd5 Dg4 Ein Versuch wäre 21...b5!?

22.f3! Weiß hat keine Lust sich passiv zu verteidigen.

22...Dxh4 23.Se4 b6 24.d6 Tfd8 25.Kb1 Df4 26.Da4 Df5 27.Dc6 Tab8 28.a3 De6?! Mit 28...Dd7 29.Dd5 Db7 könnte Schwarz den Damentausch erzwingen.

29.Db5 Lf8 30.Db3 b5 31.Td5 bxc4 32.Dc3 32.Dxc4 führt zu Dauerschach: 32...Lxd6 33.Txd6 Dxc4 34.Txd8+ Txd8 35.Txd8+ Kg7 36.Sf6 Df1+ 37.Ka2 Dc4+ 38.Kb1 Df1+.

32...Tb3 33.Dxa5 Tdb8? Sieht verlockend aus, ist aber schlecht. 33...Dc8 hätte die Partie völlig offen gehalten.

34.d7! Txb2+ 35.Ka1 Le7 Auf 35...c3 folgt 36.d8D c2 37.Dxb8 Txb8 38.Tc1 und 38...Dxd5 geht wegen 39.Sf6+ nicht.

36.d8D+ Lxd8 37.Txd8+ Kg7 38.Dxc5 38.Dc7! gewinnt auch.

38...Tb1+ 39.Txb1 Txd8 40.Tb6 Df5 41.Tf6 Dh3 42.Dxc4 42.Txg6+ Kxg6 43.Db6+ De6 44.Dxd8.

42...Td1+ 42...Dh1+ 43.Ka2 Dh2+ 44.Kb3 Tb8+ 45.Ka4 Ta8+ 46.Ta6 und Weiß bleibt eine Figur mehr.

43.Ka2 Dd7 44.Tb6 h4 45.Tb8 h3 46.Dc5 Dd5+ 47.Dxd5 47.Dxd5 Txd5 48.Sf6 nebst Matt auf g8. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog