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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6515 vom 03.04.2015, Kategorie Kolumne

Sparkasse Jenbach holt in der 1. Bundesliga den Meistertitel!

Eine spannende Trippelrunde um den Meistertitel in Mayrhofen (Tirol) vom 20. bis 22. März blieb leider aus! Die sichtlich geschwächten Titelverteidiger aus Hohenems hatten in der 9 Runde gegen Jenbach keine Chance und unterlagen klar mit 1,5 - 4,5. Wie sollte man auch ein Team mit Spitzenspielern wie GM Shengelia (10 Punkte aus 11 Partien!), GM Bönsch (9,5 aus 11), GM P. Schlosser (8,5 aus 11) und GM Volokitin (6,5 aus 7 auf Brett1!) schlagen können? Schachclub MPÖ Maria Saal wurde klar Zweiter und Bronze ging an SV Raika Rapid Feffernitz. Die einzig spannende Frage war: Wer steigt zusammen mit Pamhagen und Mayhofen/Zillertal ab! Da konnten auch die zahlreichen Titelträger (3 GM und 2 IM) bei Wolfsberg das sinkende Schiff nicht mehr retten.

Shengelia (2560) - Volkmann (2445)

1.d4 Sf6 2.c4 c6 3.Sf3 d5 4.e3 Mit diesem Zug wird die Variante 4.Sc3 dxc4 vermieden.

4...Lf5 5.Sc3 e6 6.Sh4 Lg4 7.Db3 Db6 8.h3 Lh5 9.g4 Lg6 10.Sxg6 hxg6 11.Lg2 11...Da6 Schwarz erzwingt eine Klärung im Zentrum, was aber Zeit kostet. Deswegen kommt diese Idee kaum in der Großmeisterpraxis vor. Ein anderes Beispiel aus österreichischer Sicht: 11...Sbd7 12.Ld2 Le7 13.g5 Sg8 14.f4 dxc4 15.Dxc4 Ld6 16.Se4 Lc7 17.Lb4 Se7 18.Lxe7 Kxe7 19.0-0-0 a5 20.a3 a4 21.Td2 Ta5 22.Kb1 Tha8 23.Tc1 Td8, remis, Neubauer (2448) - Gyimesi (2594) Novi Sad 2009.

12.cxd5 12.c5 wird natürlich sofort mit 12...b6 gekontert.

12...cxd5 Die Alternative war 12...Sxd5 13.e4 Sxc3 14.bxc3 Sd7 15.Le3 Le7 mit weniger Raum, aber keine Schwächen im schwarzen Lager.

13.g5! Bevor Weiß die Stellung mittels e3-e4 öffnet, vertreibt er den Springer von f6.

13...Sfd7 14.e4 dxe4 15.Lxe4 Interessant war zuerst 15.Le3!? und auf 15...Sc6 16.d5! Sce5 17.dxe6 Dxe6 18.Dxe6+ fxe6 19.Sxe4 mit leichtem Vorteil für Weiß.

15...Sc6 16.Le3 Lb4 16...Sb6 verdient Beachtung: Nach 17.0-0-0 (17.d5 bringt nun nichts: 17...exd5 18.Lxd5 Sxd5 19.Sxd5 Tc8) 17...Dc4 wäre die schwarze Stellung ok.

17.h4 Angesichts der Drohung h4-h5 wird Schwarz kaum kurz rochieren wollen.

17...Tc8 18.Tc1 Es sieht nach einer rochadefreien Partie aus.

18...La5 Der Läufer hängt nun nicht und macht das Feld b4 für den Springer Richtung d3 frei.

19.a3 e5! 20.d5?! Mutige Entscheidung! Nach 20.dxe5 Sdxe5 21.Dd1 Lb6 22.Lxb6 Dxb6 wäre die Stellung ausgeglichen.

20...Sd4 21.Dd1 Sc5 Stärker wäre 21...Sb5 Zum Beispiel: 22.Ld3 Sxc3 23.bxc3 Lxc3+ 24.Kf1 Dxa3.

22.Lb1?! Riskant und kompromisslos gespielt! Mit 22.b4 Sxe4 23.Sxe4 Txc1 24.Lxc1 (24.Dxc1?? De2 matt) 24...Lc7 25.Lb2 0-0 26.Th3 Td8 27.Tc3 könnte Weiß die Balance halten.

22...Scb3 23.Lxd4 Sxc1? Der natürlichste Zug ist aber, wie so oft im Schach, nicht immer der Beste! Schwarz sollte 23...exd4! probieren: 24.Dxb3 0-0!

24.Lxe5 0-0? Es wäre höchste Zeit die Stellung mit „Kunstzügen“ zu retten: 24...Kd7!! 25.Kd2! (25.Dxc1 Lxc3+ 26.bxc3 Tce8 27.f4 f6 28.Lxg6 fxe5 29.Lxe8+ Txe8 und Schwarz hätte ausreichende Kompensation.) 25...The8 26.Te1 Lxc3+ 27.bxc3 Dc4! 28.Dxc1 Dxd5+ 29.Ld4 Txe1 30.Dxe1 Txc3 31.De4 Dxe4 32.Lxe4 Txa3 33.Lxb7 Th3 34.Lxg7 Txh4 und das Endspiel neigt zum Remis.

25.Dxc1 Tfe8 26.f4 f6?? Nun ist das Schicksal besiegelt.

27.gxf6 gxf6 28.Tg1! g5 Einzig.

29.Dc2 Kf8

Diagramm

29...fxe5 verliert relativ leicht: 30.Txg5+ Kf8 31.Df5+ Ke7 32.Tg7+ Kd6 33.b4.

30.Txg5!! Nach 30.Dh7 Txc3 (30...fxe5 31.Txg5) 31.Dh6+ Ke7 32.d6+ Kd7 33.Dg7+ Kc6 34.Le4+ Kc5 35.b4+ Lxb4 36.axb4+ Kb6 wäre es schwer die Stellung einzuschätzen und noch fast unmöglich. 37.Kd2!! im Voraus zu finden.

30...Txc3 30...fxg5 31.Df5+ Ke7 32.Dxg5+ Kd7 33.Lf5+.

31.bxc3 fxg5 32.Df5+ Ke7 33.Dxg5+ Kd7 34.Lf5+ 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog