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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6572 vom 10.07.2015, Kategorie Kolumne

Staatsmeisterschaften im Blitz- und Schnellschach

Seit sieben Jahren organisiert Siegfried Voglmair, Hobby-Schachspieler und Besitzer des Erlebnisrestaurants Schönbergalm auf der mittleren Station der Dachstein Krippenstein-Seilbahn auf 1340 Meter Seehöhe, mit viel Begeisterung in seinem Lokal ein Schnellturnier der Superlative. Heuer holte er sogar die österreichischen Staatsmeisterschaften im Blitz- und Schnellschach nach Obertraun. Ein stolzer Preisfond von über 8.000 Euro wurde vom österreichischer Schachbund und ihm bereitgestellt. Am 26 Juni begann mit 69 Teilnehmern bei einem Zeitmodus von 3 Minuten + 2 Sekunden pro Zug das Blitzturnier. Am Start stand erfreulicherweise die komplette Nationalmannschaft (GM Ragger, GM Shengelia, IM Kreisl, IM Diermair und IM Schachinger), die gerade beim Mitropacup großartig Gold holte. In der 5. Runde kam es zur ersten großen Überraschung. Topfavorit GM Markus Ragger hatte mit Weiß im Endspiel gegen Andreas Diermair einen Bauern mehr, fand aber keinen Gewinnweg, stellte Material ein und verlor sogar. Nach wechselhaften „Bauernverhältnissen“ in der 6. Runde konnte sich Andreas Diermair gegen Manfred Freitag durchsetzen und als einziger mit 6 Punkten aus 6 Partien vor der Pause in Führung gehen. Nach der Pause verlor er etwas an Schwung und das nutzten GM Ragger und FM Schwabeneder aus, die vor der letzten Runde mit einem halben Punkt vorne lagen. Die elfte und entscheidende Runde fiel zu Gunsten der Erfahrung aus: Florian Schwabeneder verlor eine vielversprechende Stellung gegen Peter Schreiner, Markus Ragger gewann ein „Fast-Remis“-Turmendspiel gegen Manfred Freitag und Andreas Diermair besiegte seinen Teamkollegen David Shengelia. Daher ging Gold an GM Ragger, Silber an IM Diermair und Bronze an den jungen Oberösterreicher FM Florian Schwabeneder! Am nächsten Tag startete das Schnellturnier mit einer Bedenkzeit von 10 Minuten + 10 Sekunden je Zug. Der letztjährige Titelverteidiger in dieser Disziplin, Markus Ragger, ließ der Konkurrenz keine Chance! Er dominierte von der ersten bis zur letzten Runde. Silber ging an IM Schachinger und Bronze an IM Diermair.

Ragger (2697) – Danner (2337)

Schnellschach 11. Runde

1.c4 c5 2.Sc3 Sc6 3.Sf3 g6 4.e3 e5? Diesen Zug zog Danner ohne nachzudenken. Als Beobachter schien er mir noch nicht bei der Sache zu sein.

5.d4 exd4 6.exd4 cxd4 7.Sxd4 Auf Grund des Fehles im vierten Zug steht Schwarz hier schon sehr schlecht.

7...Lg7 8.Sdb5! De7+ 9.Le2 Kf8 10.Sd5 Dd8 11.0–0 a6 12.Sd6 Sge7 13.Lg5 h6 14.Lf6 Lxf6 15.Sxf6 Kg7

Diagramm

Eine praktische Chance bot 15...Sf5 16.Sfe4 Sxd6 17.Sxd6 Df6 18.Dd5 Kg7.

16.Dd3! Die Dame strebt auf die Diagonale a1–h8 (von c3). 16.Dd2!? wäre ebenfalls interessant.

16...Se5 17.Dc3 S7c6 18.f4 Sf3+ 19.Lxf3? 19.Txf3 Markus konnte hier die Partie gleich beenden: 19...Dxf6 20.Sf5+ gxf5 21.Tg3+ mit Damengewinn.

19...Dxf6 20.Dxf6+ Kxf6 21.Tad1 21.Tae1 wäre hier direkter: 21...Kg7 22.f5 Tf8 23.Ld5 mit Angriff.

21...b5 22.Tfe1 Weiß droht Sd6-e8.

22...g5 22...Kg7 war das kleinere Übel.

23.fxg5+ 23.Se8+ gewinnt ebenfalls.

23...hxg5 24.Tf1 Kg7 25.Sxf7 Tf8 26.Sxg5 bxc4 27.Se4 Tb8? Besser war zuerst 27...Se5 28.Le2 und dann 28...Tb8 29.Td2 a5.

28.Sd6 Se5 28...Txb2 geht nicht wegen 29.Lxc6 Txf1+ 30.Kxf1 dxc6 31.Sxc8 mit Figurengewinn.

29.Le4 Txf1+ 30.Txf1 a5 31.Tf5 Sd3 32.Tf7+ Kg8 33.Lh7+ Kh8 34.Sxc4 Sxb2 35.Se5 Tb6 Einziger Zug.

36.Sg6+ Txg6 37.Lxg6 Und Schwarz gab nach ein paar Zügen auf. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog