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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6580 vom 31.07.2015, Kategorie Kolumne

Ländervergleichskampf China-Russland

Das chinesische Schach hat wieder einen Grund zum Feiern. Beim traditionellen Wettkampf gegen Russland, heuer vom 15. bis 20. Juli in Ningbo, konnten sich sowohl die Herren als auch die Damen aus dem Reich der Mitte klar durchsetzen. Das Match wurde im Scheweningen-System durchgeführt: Jeder Spieler spielt gegen jeden des gegnerischen Teams. Vertreten war hauptsächlich die junge Generation (mit Ausnahme von Svidler).

Endergebnis nach 5 Runden:

Herren: China (Bu, Wei, Lu, Yu, Wang) - Russland (Matlakov, Svidler, Vitiugov, Fedoseev, Dubov) : 14 - 11

Damen: China (Shen, Tan, Lei, Huang, Ding) - Russland (Koshlinskaya, Girya, Pogonina, Gunina, Goryachkina): 15 - 10.

Bu (2695) - Fedoseev (2664)

1.Sf3 e6 2.c4 f5 3.g3 Sf6 4.Lg2 d5 GM Fedoseev lenkt die Eröffnung Richtung Stonewall.

5.0–0 Ld6 6.Sc3 0–0 7.d3 Nun ist der Vorstoß e2-e4 im Zentrum nicht zu verhindern und das ist im allgemeinen von Vorteil für Weiß. 7.d4 wäre die klassische Position in der Stonewall-Variante.

7...c6 8.e4 dxe4 8...fxe4 9.dxe4 dxe4 10.Sg5 e5 11.c5! Le7 (11...Lxc5? 12.Db3+ Kh8 13.Scxe4 Ld4 14.Sf7+ Txf7 15.Dxf7) 12.Db3+ Sd5 13.Lxe4 Lxg5 14.Lxg5 Dxg5 15.Sxd5 cxd5 16.Lxd5+ Kh8 17.Lxb7 Lxb7 18.Dxb7 Sc6 19.Dxc6 mit zwei Bauern mehr für Weiß, 1-0, Bu (2691) – Sang (2287) Las Vegas 2014.

9.dxe4 e5 Das Endspiel nach 9...Lb4 10.exf5 Dxd1 11.Txd1 exf5 12.Lf4 wäre unangenehm für Schwarz.

10.Dc2 10.exf5 Lxf5 11.Db3 Db6 12.Le3 Dxb3 13.axb3 a6 14.h3 verspricht leichten, aber dauerhaften Vorteil für Weiß.

10...fxe4 11.Sg5

Diagramm

11...Lc5N Mit dieser Neuerung versucht der junge Russe die Variante zu beleben. 11...Lf5 12.Scxe4 Sbd7 (12...Lc5 wäre die Partie mit Zugumstellung.) 13.c5 Lc7 14.Sxf6+ Dxf6 15.Db3+ Kh8 16.Dxb7 Tac8 17.Le3 und Weiß realisierte leicht, 1-0, Kotsur (2565) – Aitbayev (2295) Pawlodar 2010.

12.Scxe4 Lf5 13.Le3 Sxe4 13...Ld4 kann die Probleme auch nicht lösen: 14.Db3 Sxe4 15.Sxe4 Db6 16.Sd6!

14.Lxe4 Lxe3 15.fxe3 Dxg5 16.Lxf5 Dxe3+ 17.Kh1 Kh8 18.Tae1 Dh6 Ob 18...Dc5 19.Lxh7 Sd7 20.Lf5 Sf6 21.Dc3 Tae8 22.g4! oder 18...Dg5 19.De4 Te8 20.Lxh7 Sd7 21.Lg6 überall wäre Weiß überlegen.

19.Lxh7 19.Txe5 ist schwächer als der Textzug: 19...Sd7 20.Te7 Tad8 21.De2 Sf6.

19...Txf1+ 20.Txf1 Sd7 20...Dxh7?? 21.Tf8+.

21.Lg6 21.Lf5 wäre nicht so klar: 21...Sf6 22.Db3 Td8 (22...Tb8!?) 23.Dxb7 Td2 24.Dc8+ Sg8 25.Lh3 Txb2 26.Tf8 Tb1+ 27.Lf1 Kh7 28.Df5+ Dg6 29.Dxe5 Sf6 und Schwarz hätte Gegenspiel.

21...Sf8? Richtig war 21...Tf8 22.Txf8+ Sxf8 23.Le4 Se6 mit ungefähr gleichen Chancen.

22.Le4 De6 23.Db3 De7 24.De3! Nimmt die Bauern a7 und e5 unter Beschuss!

24...a5 Beachtung verdient 24...Sh7!? nebst Sh7-f6. 24...a6 wäre vielleicht präziser als der Textzug.

25.Lc2 Zu überlegen war 25.Tf5!? g6 26.Dh6+ Kg8 27.Tf2.

25...De6 26.Tf5 Sd7 26...Te8 27.Th5+ Kg8 28.c5 Dd5+ 29.Kg1 Dd4 scheitert an 30.Lb3+ Se6 31.Txe5 Dxe3+ 32.Txe3.

27.De4 Kg8 28.Tg5 Auf 28.Th5 folgt 28...Tf8 29.De2 (29.Th8+ Kf7) 29...Tf6 und Schwarz konsolidiert sich.

28...Dh6? Richtig war 28...Dh3 29.Df3 De6 und Schwarz hält die Balance.

29.h4! Tf8 Auf 29...Te8 folgt 30.c5! Zum Beispiel: 30...Sf6 31.Dc4+ Kh8 (31...Sd5 32.Lg6 Te6 33.Dg4 Txg6 34.Txg6 Dc1+ 35.Kh2 Dxb2+ 36.Kh3 e4 37.h5) 32.Lg6 und Weiß steht total überlegen.

30.Kg2 Tf7?! 31.c5! a4 31...Sxc5 32.Dxe5 Se6 33.Lb3 Df6 34.De2 (34.Lxe6?? Df1+ 35.Kh2 Df2+ 36.Kh3 Df1+ 37.Kg4 Df3+ 38.Kh3 Df1+ Dauerschach.) 34...Te7 35.Te5 Kf7 36.a4 und Schwarz kommt bald in Zugzwang.

32.Dxa4 Sxc5 33.Dc4 e4 Auch nach 33...Dd6 34.Lg6 Se6 35.Lxf7+ Kxf7 36.Tf5+ Ke7 37.b3 wäre die schwarze Lage hoffnungslos.

34.Dxc5 Df6 35.Dc4 Dxb2 Ohne die Antwort des Gegners abzuwarten gab Schwarz auf. Oder 35...Df2+ 36.Kh3 und Schwarz hat kein Schach mehr. Nach 35...Dxb2 gewinnt Weiß beliebig: 36.Dxe4 (oder 36.Tf5 Dxc2+ 37.Dxc2 Txf5 38.Dxe4) 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog