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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6682 vom 04.03.2016, Kategorie Kolumne

Graz Open

Das Winter-Open in Graz etabliert sich zu einem der stärksten Turniere in Österreich. Mehr als 250 Spieler aus 27 Nationen, verteilt in 4 Elo-Gruppen, nahmen bei der diesjährigen Auflage vom 12. bis 19. Februar teil. Für die hohe Qualität sorgten 15 Großmeister, allen voran Österreichs Nummer 1, GM Markus Ragger, und Chinas Nummer 2, GM Li Chao. Die zwei Topfavoriten lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen bis zur 7. Runde, in der Markus überraschend verlor. Der Chinese gewann hingegen die drei letzten Partien und wurde souverän Erster. Endstand nach 9 Runden: 1.GM Li Chao 8 Punkte. 2.GM Tamas Banusz 7,5. 3.GM Markus Ragger 7.

Ragger (2682) - Socko (2577)

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7 7.Sf3 c5 8.Le3 Da5 9.Dd2 0–0 10.Tc1 Lg4 11.d5 Sd7 12.Sg5!? Relativ neue Idee. Die üblichen Fortsetzungen sind: 12.c4 Da3 bzw. 12.Le2.

12...h6 13.h3 Lh5 14.g4 hxg5 15.Lxg5! Nach 15.gxh5 Sf6 16.Lg2 Sxh5 17.Lxg5 Dc7 hätte Schwarz wenig Probleme.

15...Da4 Wenn jetzt 15...Sf6 dann folgt 16.Lxf6 exf6 17.gxh5 Tfe8 18.Lg2 f5 19.hxg6 fxg6 20.0–0 fxe4 21.Tfe1 und der e4-Bauer fällt.

16.c4 Da3 17.Le2 Se5 Beachtung verdient 17...Ld4!? 18.gxh5 Se5 19.Le3 Lxe3 20.Dxe3 Dxe3 21.fxe3 Kh7 22.hxg6+ fxg6 und trotz des Minusbauern sollte Schwarz die Stellung halten können.

18.Tc3 Db4 19.Tb3 Da4 20.Dc1 f5!? Die andere Idee die Stellung aufzumachen war: 20...b5!? Zum Beispiel: 21.Txb5 Tfb8 22.Db1 Txb5 23.cxb5 c4 24.0–0 Lxg4 25.hxg4 Tb8 26.Lxe7 Txb5 27.Ld1 Da5 28.Dc1 Dxa2 mit unklarer Position. Natürlich nicht 20...Dxa2?? wegen 21.Ta3.

21.exf5 Txf5! 22.Ta3 Auf 22.gxf5 folgt 22...Lxe2 23.Kxe2 Dxa2+ 24.Db2 Da6 25.Dc2 Sxc4 mit Kompensation.

22...Dd7?!

Diagramm

Besser war 22...Db4+ 23.Ld2 und 23...Lh6! Eine Simulation: 24.Tb3 (24.Lxb4? Lxc1 25.Tc3 cxb4 26.Txc1 Lxg4 27.hxg4 Tf4 und Schwarz stünde schon besser.) 24...Lxd2+ 25.Dxd2 Dxd2+ 26.Kxd2 Txf2 27.Ke3 Taf8 28.Txb7 Sxc4+ 29.Lxc4 T8f3+ 30.Ke4 Tf4+ 31.Ke5 Txc4 32.Txe7 Lxg4 33.hxg4 Txg4 34.Tb1 Tb4 35.Txb4 cxb4 36.Txa7 Kf8 und das Endspiel neigt zum Ausgleich.

23.f4! Die Stärke dieses Zuges ist die Mischung zwischen Offensive und Defensive!

23...Lxg4 23...Sf7 wäre eine andere Option: 24.gxf5 Lxe2 25.Kxe2 Sxg5 26.fxg5 (26.f6!?) 26...Dxf5 27.Tf1 De5+ 28.Te3 Dxg5 29.Db1 Ld4 30.Tef3 Dg2+ 31.Kd1 und Weiß sollte den materiellen Vorteil allmählich realisieren können.

24.hxg4 Txg5 25.fxg5 e6 26.dxe6 Vorteil verspricht auch 26.De3 exd5 27.Dxc5 d4 28.Db5.

26...Dxe6 27.De3 Td8 Auf 27...Te8 folgt 28.De4.

28.Dh3 Td7 29.Te3 Nach 29.Dh7+ Kf8 30.0–0+ wird es sehr kompliziert, aber Weiß behält im Endeffekt die Oberhand: 30...Ke8 31.Txa7 Sxg4! 32.Kh1 Se3 33.Ta8+ Td8 34.Txd8+ Kxd8 35.Tf3 Sf5 36.Ld3 De1+ 37.Tf1 Sg3+ 38.Kg2 Sxf1 39.Dg8+ De8 40.Dxg7 Se3+ 41.Kf3.

29...Tf7 30.Tf1 Te7 31.Dg2 Td7 32.De4 Te7 Einziger Zug. Auf 32...Lh8 folgt 33.Tf6 Lxf6 34.gxf6 und der Springer geht verloren.

33.Dd5 Dxd5 34.cxd5 Td7 35.d6! Nun ist die Diagonale a2-g8 frei für den Läufer!

35...Td8 35...Txd6 verliert schnell: 36.Lc4+ Sxc4 37.Te8+ Kh7 38.Th1+ Lh6 39.Txh6+ Kg7 40.Te7+ Kg8 41.Txb7.

36.d7 Txd7 Für 36...a6 mit Idee b7-b5 hat Schwarz keine Zeit: 37.Lc4+ Sxc4 38.Te8+.

37.Lc4+ Sxc4 38.Te8+ Lf8 39.Tfxf8+ Kg7 40.Tg8+ Kf7 41.Tef8+ Ke6 Oder 41...Ke7 42.Tg7+ Kxf8 43.Txd7 Sa5 44.Kd2 und Schwarz kommt bald in Zugzwang.

42.Txg6+ Ke5 43.Tf5+ Kd4 44.Te6 Sd6 45.Te2 Sc4 45...Sxf5 46.Td2+.

46.g6 Tg7 47.Te6 Tg8 48.Tg5 Tg7 49.Tf6 Te7+ 50.Kf2 Sd2 51.Tf4+ Se4+ 52.Kf3 Kd3 53.Td5+ 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog