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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6711 vom 13.05.2016, Kategorie Kolumne

Erster Heimsieg für Magnus Carlsen!

Weltmeister Magnus Carlsen gewann fast alles, was es zu gewinnen gibt, nur der Sieg beim heimischen Stavanger Turnier fehlte ihm! Erst bei der  vierten Auflage vom 18. Bis 30. April gelang ihm der langersehnte Heimsieg. Der Wettbewerb verlief kämpferisch und spannend bis zum Schluss. Die Entscheidung fiel in der neunten und letzten Runde. Hier konnte sich Carlsen mit Weiß gegen den angeschlagenen GM Eljanov mit abwartendem, geschicktem Spiel durchsetzen. Der punktegleiche Aronian kam über ein Remis mit Schwarz gegen Harikrishna nicht hinaus.

Carlsen (2851) - Grandelius (2649)

1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 Der Qualifikant, GM Grandelius, setzt auf den Überraschungseffekt.

3.e5 Sd5 4.Sc3 Sxc3 5.dxc3 Sc6 6.Lf4 Db6 7.Dc1 f6 Kaum gespielter Zug.

8.Lc4!? Starke Neuerung, die der Weltmeister vermutlich am Brett fand! Bekannt ist 8.Lg3.

8...g5 9.Lg3 g4

Diagramm

10.exf6! Die konsequente Antwort! Weiß opfert eine Figur für Entwicklung und den Angriff.

10...gxf3 11.Df4 fxg2 12.Tg1 Sa5 12...Dxb2 13.f7+ Kd8 14.Dc7 matt. Beachtung verdient 12...h5!?, worauf Weiß am wahrscheinlichsten mit 13.Txg2 fortsetzt.

13.f7+ Kd8 14.Ld5! Lh6? GM Grandelius ist begnadeter Taktiker, aber nicht unbedingt ein guter Verteidiger. Der Zug bringt Schwarz an den Rand der Katastrophe. Richtig war 14...d6 15.0–0–0 Kc7 16.Txg2 Lh3 17.Tgg1 h5 mit unklarer Stellung.

15.De5 Tf8 16.Lh4! Txf7 Einziger Zug.

17.Lxf7 Sc6 18.Dg3 Dxb2 19.Td1 Dxc2 20.Ld5 Df5 21.Txg2 Lf4 22.Df3 Kc7? 23.Tg5 Df8 24.Lg3? Der Weltmeister ist sehr nachsichtig. Präziser war zuerst 24.Lxc6 bxc6 und dann 25.Lg3 e5 26.Txe5 Ld2+ 27.Txd2 Dxf3 28.Tf5+ Dxg3 29.hxg3.

24...e5 25.Th5 Die Lage ist trotzdem hoffnungslos für Schwarz.

25...a5 26.Txh7 Ta6 27.Tf7 De8 28.Kf1 Lxg3 29.hxg3 Dh8 30.Kg2 Sd8 31.Tf8 Dg7 32.Th1 Th6 33.Txh6 Dxh6 34.Df6 Dxf6 35.Txf6 d6 36.Kf3 b5 37.g4 Kd7 38.Th6 1–0


Giri (2790) - Vachier-Lagrave (2788)

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 e6 7.f4 h6 8.Lh4 Db6 9.a3 Le7 Natürlich nicht 9...Dxb2?? wegen 10.Sa4 mit Damengewinn.

10.Lf2 Dc7 11.Df3 Sbd7 12.0–0–0 b5 13.g4 g5 Ein üblicher Bauernvorstoß, um die Kontrolle über das Feld e5 für den Springer zu gewinnen.

14.h4 gxf4 15.Le2 Schnell von GM Giri gezogen.

15...Tg8!? Nach langem Nachdenken verzichtete der Franzose auf 15...Se5.

16.Tdg1?! Der Zug sieht unnatürlich aus, obwohl er g4-g5 droht.

16...d5!! Dieser extrem starke Zug kam für GM Giri wie ein Schock, von dem er sich nicht mehr erholen sollte.

17.exd5 Auf 17.g5 folgt zuerst 17...Se5 18.Dh3 (18.gxf6 funktioniert nicht: 18...Txg1+ 19.Txg1 Sxf3 20.Lxf3 Lxf6) und dann 18...Sxe4.

17...Se5 Beachtung verdient 17...Lb7!? 18.g5. dxe6 Lxf3 19.exd7+ Dxd7 20.Lxf3 Tc8 21.g5 Txc3! 22.bxc3 Sd5 23.gxh6 Th8 und Weiß könnte noch mitspielen.

18.Dh3 18.Dxf4?? Sd3+.

18...exd5 19.Te1?! Am besten war 19.Lf3. Schwarz antwortet vielleicht darauf, wie in der Partie, mit 19...Kf8. Die Stellung wäre aber immer noch kompliziert. Nach 19.Sf5 hätte Schwarz leichtes Spiel: 19...Lxf5 20.gxf5 Txg1+ 21.Txg1 0–0–0 22.Kb1 Lc5.

19...Kf8! 20.Sf5 Lxf5 21.gxf5 Lc5 21...Lxa3! wäre effektvoll und stark: 22.Sxd5 (22.bxa3 Tg3!! 23.Ld4 (23.Lxg3? Dxc3 24.Kb1 fxg3 mit Angriff.) 23...Txh3 24.Txh3 Te8) 22...Lxb2+ 23.Kxb2 Sxd5.

22.Df1 d4 23.Sb1 Se4 24.Lf3 Sxf2 25.Lxa8 Auf 25.Dxf2 folgt 25...d3.

25...Sed3+! 26.Kd2 26.cxd3 verliert forciert: 26...Lxa3+ 27.Kd2 Lb4+ 28.Ke2 f3+! (28...Dc2+ 29.Kf3 Tg3+ 30.Kxf4 Ld6+ 31.Te5 Te3) 29.Kxf3 Dg3+ 30.Ke2 De3 matt.

26...Sxe1 27.Dxf2 27.Kxe1 De7+ 28.De2 Sxh1 oder 27.Dxe1 d3

27...d3 28.Dxe1 Le3+ 0–1