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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6785 vom 04.11.2016, Kategorie Kolumne

Die 1. Bundesliga startet in Mattersburg

Die 4-er Runde zum Auftakt der österreichischen  1. Bundesliga Saison 2016/17 startete am 20. Oktober in Mattersburg. Von den neuen ausländischen Verstärkungen war in der ersten Runde nur Großmeister Alexei Shirov (Jenbach) anwesend. Als Willkommensgruß nahm ihm IM Harald Schneider-Zinner sensationell gleich einen halben Punkt ab! Weniger erfreulich begann die Runde für den späteren Tabellenführer Feffernitz. Beim Kärntner Derby gegen St.Veit fehlten die slowenischen Legionäre GM Lenic und GM Sebenik (Reiseprobleme). Trotz zweier Kontumaz-Partien retteten sich die Feffernitzer mit 3-3! In der dritten Runde kam es zum direkten Duell zwischen Maria Saal und Jenbach! Und da erschien die Verstärkung von Maria Saal gerade rechtzeitig: GM Pentala Harikrishna mit 2762(!) Elo-Punkten, ein Rekord für die heimische Liga! Der Inder erfüllte seine Aufgabe gegen den unglücklich agierenden GM Shirov erfolgreich. Das half aber nichts. Die Tiroler setzten sich trotzdem mit 4-2 durch! Es schien so, als ob die Meisterschaft bereits vorentschieden wurde. Aber die Hohenemser hatten etwas dagegen! In der vierten Runde brachten sie die Jenbacher ordentlich in Schwitzen. Das Match endete für Jenbach schmeichelhaft mit 3-3.

Nisipeanu (2687) – Ragger (2700)

1.e4 e6 Die Französische Verteidigung, eine Neuerung im Eröffnungsrepertoire von Markus Ragger.

2.d3 d5 3.Sd2 Sf6 4.Sgf3 c5 5.g3 Le7 6.Lg2 0–0 7.0–0 Sc6 8.Te1 Dc7 9.De2 b5 10.Sf1 dxe4 11.dxe4 e5!? Interessantes Bauernopfer! Schwarz löst damit das Problem e4–e5 und nimmt die Schwächung der Felder d5 und f5 in Kauf. Nach 11...a6 12.a4 Tb8 13.axb5 axb5 14.e5 hätte Weiß leichten Raumvorteil.

12.c3 b4?! Schwächt das Feld c4.

13.Se3! bxc3 13...Sxe4?? 14.Sd5 kostet eine Figur.

14.bxc3 Da5 15.Sd5 Weiß ergreift die Initiative.

15...Ld8!? Die Alternative wäre 15...Te8 16.Lg5 La6 17.Dc2 Tad8 18.Tad1 Lc4 19.Sxe7+ Txe7 20.Txd8+ Sxd8 21.Tb1 Sc6 22.Lf1 mit Vorteil für Weiß.

16.a4 La6 16...Tb8!? verdient Beachtung.

17.Dc2 Tc8 18.Lg5 Stark wäre auch 18.Sd2 Le7 19.Sb3 Dd8 20.Sxf6+ Lxf6 21.Sxc5 mit Bauerngewinn.

18...Tb8! 18...Sd7? wäre wegen 19.Lh3! Scb8 20.Le3 schlecht.

19.Lxf6 Lxf6 20.Sd2 Dd8 Spielbar wäre auch 20...c4!? 21.Sxf6+ gxf6 22.Teb1 Txb1+ 23.Txb1 Td8 24.Sf1 Td3 25.Tc1 Dd8 26.Se3 Sa5 27.Lf1 Td2 28.Td1 Txd1 29.Sxd1 Sb3 und Schwarz hält die Balance.

21.Lf1! Lxf1 Vielleicht wäre es besser, den Läufer länger am Brett zu behalten: 21...Lc8 22.Sc4 Se7 23.Sxf6+ gxf6.

22.Txf1 Sa5? Der Springer auf d5 sollte eliminiert werden: 22...Se7 23.Sxf6+ gxf6 24.Sc4 Dc8 25.Tfd1 De6 26.De2 Tfd8 mit Vorteil für Weiß.

23.Tfb1 Lg5 23...Txb1+ 24.Txb1 Dd6 25.Dd3 Ld8 26.Sc4 Sxc4 27.Dxc4 und des Springer ist klar stärker als der Läufer.

24.Sf3 Lf6 25.Txb8 Dxb8 26.Sxf6+! Weiß trennt sich von seinem starken Springer und geht zum Angriff über.

26...gxf6 27.Sh4 Sc4 28.Dd3 Sd6 29.Td1 Se8 30.Sf5 Kh8 30...Sg7 hilft auch nicht: 31.Sh6+ Kh8 32.Df3 Db6 33.Td7 De6 34.Txa7.

31.Dd8 Db3 Das Endspiel nach 31...Dxd8 32.Txd8 Kg8 33.Ta8 Sc7 34.Txa7 Se6 35.a5 ist für Weiß leicht gewonnen.

32.a5 Kg8 33.Sh6+ Kg7 34.Sf5+ Kg8 35.Td3 c4 36.Te3 Db7 37.Sh6+ Kg7 38.Sf5+ Kg8 39.Te1 Db2 Wenn 39...Dc7 dann 40.Dd5. 40...Sg7 geht wegen 41.Sh6+ Kh8 42.Tb1 immer noch nicht.

40.Se7+ Kg7 41.Sd5 Dd2 42.Te3 Dc1+ 43.Kg2 Da3 44.Tf3 Dd6 45.Dc8 Da3 Schwarz attackiert den a5 Bauern. Auf 45...h5 kommt einfach 46.Dxc4.

46.Dg4+ Kh8 47.Dh4 Nun entscheidet die direkte Attacke.

47...Dd6

Diagramm

48.Txf6! Dd7 49.Dg5 Dd8 49...Tg8 50.Dxe5.

50.Dh6 Sg7 (50...Kg8 51.Ta6! Dd7 52.Df6!) 51.Td6 Db8 52.Sf6. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog