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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6831 vom 10.02.2017, Kategorie Kolumne

GM Wesley So setzt seine Siegesserie in Wijk aan Zee fort!

GM Wesley So ist der Mann der Stunde! Nach dem Gesamtsieg bei der Grand Chess Tour und der Goldmedaille bei der Schach-Olympiade wurde er verdient zum Spieler des Jahres 2016 gewählt. Gleich zu Beginn des neuen Jahres setzte er seine Erfolgsserie beim Masters in Wijk aan Zee fort. Der US-Amerikaner gewann  mit einem ganzem Punkt Vorsprung vor dem Weltmeister Magnus Carlsen! Die Spannung erreichte vor der letzten, dreizehnten Runde den Höhepunkt: So führte mit einem halbem Punkt vor Carlsen, Aronian und Wei. Die Paarung Carlsen-Karjakin (beide spielten zuletzt um die Weltmeisterschaft) machte die Situation noch brisanter! Während die Verfolger alle ihre Probleme zu lösen versuchten, konterte GM So mit Schwarz seinen übermutigen Gegner GM Nepomniachtchi gekonnt und fixierte bald den vollen Punkt und damit den alleinigen Turniersieg! Die eigentliche Turnierüberraschung war aber der dritte Platz von GM Adhiban. Der Inder besiegte in der Schlussrunde GM Rapport und überholte noch Aronian und Wei, die beide verloren!

Das Interesse der österreichischen Fans war aber natürlich hauptsächlich auf die Vorstellung von Markus Ragger im Challenge Turnier gerichtet. Und er begann, wie berichtet, fantastisch: Vier Siege aus vier Partien! Nach dem ersten Ruhetag kam aber Sand ins Getriebe und er machte „nur“ mehr fünf Punkte aus den restlichen neun Partien. Was nach einem Alleingang aussah wurde ein 5-er Kampf um den begehrten ersten Platz (Qualifikation für das Masters 2018). Nach einem spannenden Verlauf hatten Markus Ragger und der Engländer Gawain Jones 9 Punkte aus 13 Partien. Das Unglückliche dabei: Markus verlor die einzige Partie gegen den Briten und gerade die direkte Begegnung war die Zweitwertung. Nichtsdestotrotz ein tolles Ergebnis für Markus, Elo-Zugewinn und Überschreitung der magischen 2700-er Elo-Grenze!

So, Wesley (2808) - Wojtaszek (2750)

1.c4 Sf6 2.Sf3 e6 3.g3 d5 4.d4 Le7 5.Lg2 0-0 6.Dc2 c5 7.0-0 Sc6 8.dxc5 d4 9.a3 a5 10.Td1 e5 11.Sc3 Lxc5 12.Sd5 h6 12...Sxd5 13.cxd5 Dxd5 wäre wegen 14.Sg5 e4 15.Sxe4 schlecht.

13.Ld2 a4 14.Lb4 Sxb4 Beachtung verdient 14...Lxb4 15.Sxb4 Da5 16.Sd5 Se8.

15.axb4 Sxd5 16.bxc5 Sb4 17.Dd2 Sc6 18.b4 De7 Nach 18...Dc7 wäre das Feld e7 frei für den eventuellen Rückzug des Springers.

19.Db2 19.b5 wäre verfrüht: 19...Sa5 20.Txa4 Sb3 21.Db4 Txa4 22.Dxa4 Sxc5.

19...Lg4 20.Te1 Vorbereitung für Sf3-d2, der e2 Bauer ist nun gedeckt.

20...Tfd8 Zu überlegen wäre auch 20...Lxf3!? 21.exf3 (21.Lxf3 e4) 21...De6 22.Lf1 und 22...Df6.

21.Sd2 Die Lage wird langsam kritisch für Schwarz: Der a4-Bauer ist schwach, der Punkt d6 auch (Sd2-e4-d6) und der Läufer g2 erzeugt Druck auf die Diagonale g2-a8.

21...Le6 Logischer Zug. Bindet den Springer auf e2 zum Decken von c4 und bereitet f7-f5, gefolgt von e5-e4 vor. Das Problem wird aber der a-Bauer.

22.b5 Sb8 23.Db4 f5

Diagramm

Schwarz braucht nur noch e5-e4, um sich zu konsolidieren. 23...Sd7 kostet schon einen Bauern: 24.Lxb7 Ta7 25.Lc6 Dxc5 (25...Sxc5? 26.b6) 26.Txa4.

24.Sb3! Das ist die Widerlegung des schwarzen Plans. 24.Txa4 wäre nicht so klar: 24...Txa4 25.Dxa4 Dxc5 26.Lxb7 e4 27.Tc1 Dc7 28.La8 d3 29.e3 Sd7 mit Kompensation. Nach 30.c5 hält Schwarz mittels 30...Sxc5 31.Da3 Db8! 32.Txc5 Dxa8 33.Dc3 und 33...Tc8 die Balance.

24...Sd7 24...a3 kann die Probleme auch nicht lösen.

25.Lxb7! Tab8 26.Txa4! Txb7 27.c6 Dxb4 28.Txb4 Tc7 29.cxd7 Txc4 Oder 29...Tdxd7 30.Tc1 nebst c4-c5.

30.Txc4 Lxc4 31.Tc1 Le6 31...Lxb3?? 32.Tc8.

32.Tc8 32.b6 Lxd7 33.b7 führt ebenfalls zum Ziel.

32...Txc8 33.dxc8D+ Lxc8 34.b6 34.b6 Kf7 35.Sc5 und Schwarz verliert den Läufer. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog