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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6880 vom 16.04.2017, Kategorie Österreich

Internationales Meisterturnier im Turnierschach

Bericht: Gerald Huemer (Landesverband OÖ, Presse & Öffentlichkeitsreferent) und Georg Kreischer (Askö Schach Club Traun 1967) Fotos: Gerald Huemer und Peter Kranzl (Linz)

Traun: Volksheim St. Martin | Am Freitag, 7. April 2017, startete im Volkshaus Traun/St. Martin ein großes internationales Meisterturnier im Turnierschach, in dem sich die besten und talentiertesten Schachspieler Titelnormen erspielen konnten. Den perfekten Turnierabschluß, eine IM-Norm und Turniersieg für den sympathischen Grazer Gerd Schnider erlebten die erschienen Zuschauer beim seinem finalen Wettkampf mit Bogdan Burlacu.


Das Meisterturnier hat großes Interesse hervorgerufen. Dies nicht zuletzt durch die zweitägige großartige Berichterstattung in den „Oberösterreichischen Nachrichten“. So mancher ließ sich dadurch nicht nur zum Turnierbesuch, sondern auch zur aktiven Turnierteilnahme an der Landesmeisterschaft animieren.

Am Donnerstag vor Turnierbeginn gab es einen Bericht als „Mann des Tages“ über unseren derzeit größten Hoffnungsträger auf den Titel „Internationaler Meister“ Florian Schwabeneder vom Schachverein Grieskirchen.

Am Freitag folgte eine ganze (!) Seite ausfürlicher Bericht über unseren 94-jährigen Schachmethusalem Erwin Rauscher vom Arbeiter Schach Verein Linz bei dem so manche unbekannte Details an das Tageslicht kamen. Ein grosses Hallo und Tagesgespräch bei der Landesmeisterschaft war natürlich das Wettkampffoto gegen Georg Kreischer und dem Hinweis „Erwin Rauscher (links)“ zur Unterscheidung der beiden Pensionisten. Eine mehr als gelungene Reportage!

1. Runde 7.4.2017

Beim Turnier konnte man durchwegs spannende Wettkämpfe erleben. Dies lag natürlich auch daran, dass die Spieler Florian Schwabeneder (SV Grieskirchen), Gert Schnider (Graz) und Joachim Wallner (Wulkaprodersdorf) nur mehr eine Norm und mehrere Elopunkte zur Erlangung des Titels benötigen. Florian Sandhöfner (Ottensheim) wurde nach - Eigenangabe - schlechtem Spiel abserviert. Mostbauer vergiftete sich an einem Schwabeneder‘schen Bauern und wurde ebenso abserviert wie Dietmar Hiermann (Spg. Sauwald/Taufkirchen an der Pram), der einer Fehlkalkulation zum Opfer fiel. IM Leon Mazi (Slowenien) nutzte seinen Positionsvorteil souverän aus.

2. Runde 8.4.2017

Heute sah die Zuschauer durchwegs spannende Positionskämpfe. Unsere drei Floriane hielten ihren stärkeren Gegner beherzt stand. Lediglich Didi Hiermann musste sich trotz hartnäckigem Widerstand seinem Gegner beugen.

3. Runde 9.4.2017

Um jedes halbe Pünktchen wurde erbittert gerungen. Mostbauer und Sandhöfner konnten sich dieses jeweils in harten Kämpfen sichern! Schwabeneder Florian hingegen hatte als Nachziehender von Beginn an einen sehr schweren Stand und nach systematischer Stellungsverschlechterung musste er seine Niederlage eingestehen. Gar nicht gut lief es bei Didi Hiermann, der nach anfänglich gutem Spiel unter zu starken Druck geriet und die Segel streichen musste. Kopf hoch Didi! Deine Fans drücken weiterhin fest die Daumen!

4. Runde 10.4.2017

Heute gab es ein erstes Erfolgsergebnis für Didi Hiermann, der mit einem Remis gegen Sandhöfner Florian endlich anschrieb. Trotz unermüdlicher Gewinnversuche kam Florian Schwabeneder gegen den Hartkirchner Bogdan Burlacu nicht über ein Unentschieden hinaus. Da die Partien Velicka gegen Mazi und Haba gegen Schnider remis endeten konnte Jo Wallner die Gelegenheit nutzen und sich nach einem spannenden Spielgewinn gegen Mostbauer Florian sich an die Spitze setzen.

5. Runde 11.4.2017

Die Partien gingen durchwegs ins Endspiel. Wallner und Velicka sowie Sandhöfner und Haba einigten sich zwar relativ rasch auf Remis, doch Hiermann und Mazi versuchten einiges, bevor auch sie sich in ein leistungsgerechtes Unentschieden einigten. Burlacu spielte gegen Mostbauer seine Routine aus. Hart umkämpft war die Partie Schnider gegen Schwabeneder, die beide unbedingt einen Sieg brauchten. Schlußendlich überzog Schnider schließlich seine Stellung und wurde von Florian eiskalt ausgekontert. Damit ist unser Florian wieder auf Kurs!

6. Runde 12.4.2017

Remis war das vorherrschende Ergebnis. Jeweils Velicka und Hiermann sowie Haba und Mazi hatten sich sehr bald lieb. Wallner und Burlacu wahrten ihre Normchancen ohne die Partie bis zum äussersten auszufechten. Auch Schnider kann mit seinem glatten Sieg gegen Mostbauer seine Minichancen auf die Norm erhalten. Schwabeneder kämpfte zwar fast bis zum nackten König, doch Sandhöfner wehrte sich verbissen, da auch er noch seine theoretische Chance sah. Letztlich endete das Oberösterreicherduell mit einem verdienten Unentschieden - was jedoch keinem der beiden weiterhilft.

7. Runde 13.4.2017

Das Turnier war geprägt durch einige zähe Duelle, da es für einige Teilnehme schon fast ums Leben ging. Gerd Schnider konnte eine ungünstige Entscheidung von Wallner Joachim für sich ausnützen und mit konsequentem Spiel seine Chancen auf die IM Norm wahren. Jeweils „Nur Remis“ gab es für Burlacu und Schwabeneder, die beide zwar damit weiterhin ihre Chance wahrten, doch realistisch gesehen wird es für eine Norm nunmehr schwierig. Hiermann Didi, Mosti und Sandflo setzten ihren Aufwärtstrend fort, müssen aber aufpassen, dass sie in den beiden Schlußrunden nicht zum Eier legen genötigt werden. Völig offen ist der Kampf um den Turniersieg. Auf der Polposition liegt dank seinem solidem Spiel momentan Burlacu vom Schachverein Union Hartkirchen, doch sind die Großmeister Haba und Velicka sowie Mazi durch ihre Routine nachwievor zu favoritisieren.

8. Runde 14.4.2017

Schön langsam neigt sich das Turnier dem Ende zu - und somit bei manchen auch die Hoffnung auf die Norm - was aber wiederum dem geneigten Kiebitz die Aussicht eröffnet, der irgendwer möge vielleicht eventuell wenn geht bald wieder so ein Turnier veranstalten, da man doch ein so viel besseres Schach als in unseren Niederungen erleben kann. Daran glauben durchaus noch einige Schachenthusiasten. Die Ereignisse der vorletzten Runde bestätigen aber den kleinen Schachklubmaxi in seiner Erkenntnis, dass nicht nur in der Weltklasse, sondern auch bei unseren, vor Ort bewunderten Meistern und Nichtmeistern Wurzenzüge zu finden sind. Wie sagte doch ein gewisser Aaron Nimzowitsch: „Die Fehler sind schon alle da! Sie müssen nur noch gemacht werden!“ Und für „Bobby“ Fischer waren alle unter 2600 Elo sowie Patzer! Schnider nutzte jedenfalls solche des Gegners aus und hat nun seinen finalen Showdown gegen Burlacu, der ein sichereres Remis einfuhr und nun mit dem Anzugsvorteil gegen Gerd seinerseits alles klar machen kann.

Sollte es zu einem Unentschieden kommen, ist der einzige mit einer Normerfüllung der „Hilfsschiedsrichter“ Gerald Huemer. Überhaupt darf gesagt werden, dass die nominierten Arb(e)iters - frei nach Geoarg Danner - ihre Arbeit ruhig und gekonnt abwickeln. Chef Mihu darf getrost wieder zurück nach Korea fliegen, denn die Spieler spielen Schach. Ein weiteres Opferlamm gab Wallner Jo ab, der alles riskieren musste und von seinem Gegner dementsprechend abgewurzt wurde. Eine sehr gebrauchte Woche - laut römischem Soldat im Asterix. Die beiden restlichen Partien endeten mit alsbaldigen Friedensschluß, da die Luft bei einigen schon heraussen ist.

9. Runde 15.4.2017

IM Norm und Turniersieg für Gerd Schnider!

Den perfekten Turnierabschluss für den sympathischen Grazer erlebten die erschienen Zuschauer bei seinem finalen Wettkampf mit Bogdan Burlacu. Als Nachziehender gelang es ihm, seinen Gegner in einem von ihm unerwartetem Tschigorinsystem zu überspielen. Bogdan wehrte sich zwar, gratulierte aber sehr fair für das bessere Spiel Schniders. Mit vier Siegen aus den letzten vier Spielen schaffte dieser die angestrebte dritte Norm nicht zuletzt auch deswegen, weil er stets bereit war, ein hohes Risiko zu nehmen.

Ob seine diversen Varianten wirklich ganz astrein waren, möge Fritz&Fertig entscheiden. Ein eifriger Kiebitz will indes vernommen haben, dass zwei bestimmte Spieler bereits eine Wette laufen haben, ob unserer tapferer Steirerbua in einer bestimmten Frist auch für großmeisterliche Ehren in Frage kämen. Der verblichene Schachheroe Jaques Mieses würde dazu befragt wohl sagen: „Wäre määglich!“. Wir drücken weiterhin die Daumen.

Die Schlussrunde bot nebst drei schnellen Remis noch ein kleines Schmankerl für die Zuschauer. „Einfach Schach spielen“ wollten Schwabeneder und Hiermann - die beide gewinnen wollten - und boten den Zuschauern auch ein interessantes Spiel. Mit seinem nicht unverdienten Sieg konnte Didi nach katastrophalem Turnierstart das Turnier sogar mit einem Elogewinn beenden. Die drei restlichen Spiele endeten schnell remis.

Das Turnier endete mit dem Sieg von Schnider vor Mazi und Haba. Satte Elozugewinne gab es ferner für Bulacu und Sandhöfner zu verzeichnen. Mehr erhofft hatte man zwar für Schwabeneder Florian, ein Desaster war es aber auf keinen Fall! Eine gebrauchte Woche erlebte hingegen Jo Wallner, der endlich Gelegenheit erhielt, die touristischen Segnungen des gelobten Landes kennenzulernen (ein ewiger Genuss für den Schreiber dieser Zeilen sein Auftritt im Vergabeamt der Linzer Volkshäuser! Selbst die professionelle Belegschaft der Wiener MA 4812 hätte bei ihm wohl keine Chance auf Widerspruch!). Die rote Laterne eroberte Florian Mostbauer, dem sichtlich noch die Härte für solche Gegner fehlt - aber fürs Most holen hat er sich bestens qualifiziert. Großer Dank gebührt Florian aber vor allem dafür, daß er das gebotene Turnier bestens organisiert hat.

Dieses Dankeschön gilt aber auch den übrigen Vorstandkollegen, die ihn dabei besten unterstützten.

Zum Abschluß halten wir uns nicht mehr ganz nüchtern an der freudigen Parole von unserem Landesverbandspräsidenten Konsulent Günter Mitterhuemer:

„Hurra! Wir haben eine Norm!“

P.S.: Wenn es vielleicht beim Bericht etwas holpert - Die Begeisterung war da!

Hier alle Ergebnisse im Detail

Einige Fotos vom Turnier (zur Verfügung gestellt von Gerald Huemer)

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