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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6918 vom 29.09.2017, Kategorie Kolumne

Wiener Landesmeisterschaft 2017

Die Wiener Landesmeisterschaft fand vom 9. bis 17. September in den Räumen des Wiener Schachverbandes statt. Das 10-köpfige Teilnehmerfeld war in diesem Rundenturnier dicht beisammen. Drei Spieler landeten mit gleicher Punktezahl am Stockerl und erst die dritte Wertung entschied die Reihenfolge. Sieger wurde IM Georg Kilgus gefolgt von FM Schwabeneder und IM Halvax. Paralell dazu wurden zwei Open-Turniere mit über  70 Teilnehmern veranstaltet.

Kilgus (2403) – Schwabeneder (2392)

1.Sf3 Sf6 2.g3 d5 3.Lg2 e6 4.0–0 Le7 5.c4 0–0 6.b3 6.d4 wäre die klassische Katalanische Eröffnung.

6...b6 7.Lb2 Lb7 8.cxd5 exd5 9.d4 c5 10.Sc3 Sa6 Häufiger kommt 10...Sbd7 vor.

11.Tc1 Sc7 In der folgenden Blitzpartie demonstrierte Weiß ein interessantes Manöver: 11...Te8 12.e3 Lf8 13.Te1 Sc7 14.Te2 De7 15.dxc5 bxc5 16.Sa4 Se6 17.Tec2 mit Druck auf den hängenden (c5, d5) Bauern, 1-0, Ding (2766) -Ponomariov (2712), Huaian 2016.

12.dxc5 bxc5 13.Sa4 Se4 Nach 13...Se6 14.Lxf6 Lxf6 (14...gxf6? 15.Sh4) 15.Sxc5 gewinnt Weiß einen Bauern, aber Schwarz erhält dafür das Läuferpaar: 15...Sxc5 16.Txc5 Db6 17.Tc2 Tac8.

14.Sd2 Se6 15.Sxe4 dxe4 16.Dc2 Wenn 16.La3 Tc8 17.Lh3 dann 17...e3! 18.fxe3 Lg5 mit Gegenspiel.

16...f5 16...Sd4 wäre unzureichend: 17.Lxd4 cxd4 18.Lxe4 Tc8 19.Dd3.

17.Tfd1 De8 18.Dc4 18.e3 war vielleicht präziser.

18...Dc6 19.Sc3 Tad8?! Besser war 19...Kh8 20.Sd5 Lg5 21.e3 a5 22.h4 Ld8 23.Le5 La6 24.Dc3 Tf7 25.Td2 mit leichtem Vorteil für Weiß.

20.f4?! Fragwürdige Entscheidung. Stark wäre 20.Sb5!? und Schwarz gerät in Schwierigkeiten. Zum Beispiel 20...a6 geht wegen 21.Sd4! cxd4 22.Dxc6 Lxc6 23.Txc6 nicht.

20...La6?

Diagramm

Die falsche Entscheidung. Vorzuziehen war 20...Lf6! und erst nach 21.e3 dann 21...La6 22.Da4 Db6µ mit Vorteil für Schwarz.

21.Sd5! Kf7 Das folgende Qualitätsopfer bringt nichts: 21...Txd5? 22.Dxd5 Dxd5 23.Txd5 Lxe2 24.Td7. Beachtung verdient aber 21...Td7!? und nach 22.Sb4 Txd1+ 23.Txd1 Dd6!! 24.Dd5 Dxd5 25.Sxd5 Ld8 26.Kf2 mit leichtem Plus für Weiß.

22.Sb4 Die Alternative war 22.Sxe7 Kxe7 23.Dc2 Db6 24.Lf1 und die weiße Stellung verdient den Vorzug.

22...Lxc4? Schwarz versäumt die folgende taktische Lösung: 22...Txd1+ 23.Txd1 und 23...Dd6!! 24.Dc2 (24.Txd6 Lxc4 25.Td7 cxb4 26.bxc4 Td8 oder 24.Dc1 Sd4!) 24...Sd4 25.Lxd4 cxd4 26.Sxa6 Dxa6 27.Txd4 Tc8 28.Tc4 Txc4 29.bxc4 Lc5+ 30.Kh1 g6 und Schwarz hält die Balance trotz des Minusbauern.

23.Sxc6 Txd1+ 24.Txd1 Lxe2 25.Td7 Te8 26.Txa7 Kf8 27.Lh3? 27.Le5! erzwingt 27...Lf6 und nach 28.Lxf6 gxf6 29.Txh7 wäre das Endspiel leicht gewonnen.

27...Sd4! Schwarz gibt einen Bauer um die Stellung zu entlasten.

28.Sxd4 cxd4 29.Lxd4 g6 30.Kf2 Ld3 31.Lf1 Auf 31.g4 könnte 31...g5! 32.Ta5 gxf4 33.Txf5+ Kg8 34.Txf4 Lg5 mit Gegenspiel folgen.

31...Lxf1 32.Kxf1 Tc8 33.Le3 Tc3? Stärker wäre zuerst 33...Tc2 34.h3 und dann 34...Tc3 mit Gegenspiel.

34.Ld2 Tf3+? Hier hat der Turm nichts verloren.

35.Ke2 Lc5 36.Tc7 Lb6 Auf 36...Lg1 einfach 37.Txh7.

37.Tb7 Ld4 38.Td7 Wenn 38.Txh7 dann 38...Tf2+ 39.Ke1 Tg2 40.a4 Ke8 mit ausreichend Gegenspiel.

38...Lb6 39.Tb7 Ld4 40.Tb4?! Das war nicht nötig. Besser 40.Le1.

40...Lc5 41.Tc4 Lb6 42.Lb4+?! Auch hier wäre 42.Le1 besser, mit überlegener Stellung.

42...Ke8 43.Lc5? 43.Le1 geht immer noch.

43...Lxc5 44.Txc5 Kd7 Schwarz ist zu aktiv und Weiß kann die zwei verbundenen Bauern nicht in Gang setzen.

45.Tc1 45.Ta5 Tc3.

45...h5! Es droht die Unterminierung mit h5–h4.

46.Tf1 Wenn 46.b4 dann 46...Ta3 47.Tc2 Ta4 48.Tb2 Kc6 49.b5+ Kb6 mit Ausgleich.

46...Txf1?? Schade! Schwarz hatte das Remis fast erreicht. Richtig war 46...Tc3 47.Td1+ Kc6 48.Td2 h4 und die Punkteteilung nähert sich.

47.Kxf1 Kc6 48.Ke2 Kb5 49.a3 Kb6 50.Kd2 Kb5 51.Kc3 Kc5 52.a4 Kc6 52...Kd5 ändert nichts: 53.b4 Kc6 54.Kd4.

53.Kc4 Kb6 54.b4 Kc6 55.a5 Kc7 56.b5 Kb7 57.b6 Kc6 58.Kb4 Kb7 59.Kb5! e3 60.a6+ Kc8 61.Kc6 e2 Oder 61...Kb8 62.a7+ Ka8 63.Kc7 e2 64.b7+ Kxa7 65.b8D+ Ka6 66.Db6 matt.

62.a7 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog