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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 6922 vom 27.10.2017, Kategorie Kolumne

Europäischer Vereins-Cup in Antalya

Der europäische Vereins-Cup ist seit Jahren fixer Bestandteil des europäischen Schachkalenders. Das Turnier mutiert aber allmählich zu einer Veranstaltung für Schachtouristen. Nehmen wir als Beispiel der heurige 33.Auflage vom 8. bis 14. Oktober in Antalya (Türkei). Von den 36 Teams waren nur 10 topbesetzt, mit einem Elo-Schnitt über 2500. Die restlichen 26 Teams wurden mehr oder weniger von Amateuren vertreten. Es ist zu bezweifeln, ob das sportlich Sinn macht. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Identifikation mit dem vertretenen Klub. Die meisten Profis spielen in verschiedensten europäischen Ligen und oft kommt es da zu Interessenkonflikten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass starke Mannschaften aus West Europa (Deutschland, Frankreich, Spanien) diesen Wettbewerb regelmäßig ignorieren. Endstand nach 7 Runden: 1. Globus (Russland) 12 Mannschaftspunkte, 2. Alkaloid (Mazedonien) 11 und 3. Oldar Yurdu (Aserbaidschan) 11.

GM Najer (2699) – GM Mamedyarov (2791)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0–0 Le7 6.Te1 d6 6...b5 7.Lb3 0–0 ist die Hauptfortsetzung in der Spanischen Partie.

7.c3 Wenn 7.h3 dann 7...b5 8.Lb3 Sa5 und der "spanische" Läufer wird getauscht.

7...Lg4 8.h3 Lh5 9.d3 Sd7 10.Sbd2 Sc5 11.Lc2 Se6 12.Sf1 Sg5 13.Lxg5 Lxg5 14.Sg3 Lxf3 15.Dxf3 0–0 15...g6 16.Tad1 Df6 17.De2 0–0 18.Sf1 Dg7 19.Sh2 f5 20.Sf3 Lf6 21.d4 exd4 22.cxd4 Tae8 23.Dc4+ Kh8 24.Kf1 (24.exf5 Sxd4 25.Sxd4 Txe1+ 26.Txe1 Lxd4) 24...fxe4 25.Lxe4 Sd8 mit gleichen Chancen, remis, Topalov (2750) - Short (2695) Novgorod 1996.

16.Tad1 Df6 17.Dxf6 Lxf6 18.Sf5 Se7 19.Se3 g6 20.Lb3 Lg7 21.Sd5 Weiß könnte natürlich die Vereinfachung vermeiden: 21.g3 c6 22.Kg2.

21...Sxd5 22.Lxd5 c6 23.Lb3 Die Stellung ist gleich und der logische Ausgang sollte Remis sein.

23...a5 24.a4 Nach 24.a3 a4 wird der b-Bauer auf schwarz fixiert und könnte in Zukunft Objekt für einen Angriff werden.

24...Kh8 Wichtiger Moment. GM Mamedyarov bereitet f7–f5 vor. Um diesem Vorhaben entgegen zu wirken entscheidet sich GM Najer für d4.

25.d4 Er kann natürlich auch mit 25.Te2 abwarten.

25...exd4 26.cxd4 Ta6! Nun wird der schwarze Turm auf der b-Linie sehr aktiv.

27.Lc2 Wenn 27.Lc4 dann 27...Tb6 28.b3 Tb4 29.d5 und 29...b5.

27...Tb6 28.b3 Tb4 29.e5 Erzwungen. Schlechter wäre 29.d5 c5 und Schwarz hätte praktisch einen Bauern mehr.

29...d5 30.f4 f5! Richtig! Schwarz macht den Königsflügel zu, bevor er den Damenflügel mit c6–c5 öffnet.

31.Tf1 Lh6 32.g3 Kg8 33.Tf3 Kf7 34.Kf2 Ke6 Der König blockiert den e5 Bauern.

35.Tc3 Tc8 36.Kf3 Weiß versäumt hier den Königsflügel zu öffnen: 36.h4!? Lf8 37.h5 c5 38.hxg6 hxg6 39.Ld3!

36...Lf8 37.Ke2 Weiß wartet passiv ab. Aktiver wäre 37.Ld3 oder 37.g4.

37...Le7 38.Tcd3 38.g4!? verdient Beachtung.

38...Tf8 38...c5 bringt hier wenig: 39.Tc3 Tc6 40.dxc5 Lxc5 41.Lb1.

39.Tf3 h5 40.Tff1? Der letzte Zug vor der Zeitkontrolle ist, wie so oft, fehlerhaft und wird von Mamedyarov kaltblütig ausgenutzt! Nichts spricht gegen 40.h4 oder sogar mit 40.Tc3 abwarten. Zum Beispiel: 40...h4 41.Tf3 hxg3 42.Txg3 Kf7 43.Tdg1 Txd4 44.Txg6 Txf4 45.Tg7+ Ke8 46.T1g6 Tf7 47.Tg8+ Tf8 48.T8g7 mit Ausgleich.

40...c5 41.dxc5 Lxc5 41...h4!? wäre auch eine Möglichkeit.

42.h4

Diagramm

42...Te4+!! Großartiges Qualitätsopfer! Schwarz setzt auf die zwei verbundenen Bauern im Zentrum und den aktiven König.

43.Lxe4 43.Kf3? verliert: 43...Te3+ 44.Kg2 Te2+.

43...fxe4 44.Tc1 b6 45.b4!? GM Najer sucht das aktive Gegenspiel.

45...axb4 46.a5 d4 47.axb6 Kd5! 48.b7?! Dass kostet eher Zeit. 48.e6!? könnte mehr Widerstand leisten.

48...Tb8! 49.f5 d3+ 50.Kd2 Kd4 51.Txc5 Auf 51.Kd1 folgt 51...gxf5 52.Txf5 Txb7 53.e6 Ld6 54.Tf7 Le7!

51...e3+ 52.Kc1 Kxc5 53.fxg6 Oder 53.f6 Kd4 54.e6 e2.

53...Kd4! 54.Tf7 b3 55.g7 55.Td7+ Ke4 56.g7 e2 57.Kd2 b2 wäre ähnlich, wie in der Partie.

55...e2 56.Kd2 e1D+ 57.Kxe1 b2 0–1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog