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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 7024 vom 02.02.2018, Kategorie Kolumne

Mittelspiel in der 1. Bundesliga

Vom 18. bis 21. Jänner wurde in Grieskirchen (Oberöstereich) die 5. bis 8. Runde der 1. Bundesliga ausgetragen: Quasi das Mittelspiel der Saison 2017/18. Der Tabellenführer aus Jenbach agierte nicht unbedingt souverän: Dreimal knapp mit 3,5-2,5 gewonnen und in der 8 Runde mit 4-2, wobei die entscheidende Partie von GM Volokitin völlig verloren war, aber sein Gegner IM Diermair in Zeitnot patzte und Volokitin dadurch sogar gewinnen konnte. Der Vorsprung von drei Punkten vor dem Verfolger  Maria Saal wird den Tirolern mit höchster Wahrscheinlichkeit ausreichen. Die weiteren Stockerlplätze wird wahrscheinlich die direkte Begegnung zwischen Maria Saal und Hohenems entscheiden.

Zwischenstand nach 8 von 11 Runden:  1. Jenbach mit 16 Matchpunkten, 2. Maria Saal 13, 3. Hohenems 12, 4. Ottakring 11.

Melkumyan (2654) – Repka (2498)

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.e3 a6 5.Sc3 Lf5 6.Db3 b5 7.c5 7.cxd5 cxd5 wird auch gespielt.

7...a5 8.Se5 Eine andere Idee ist 8.Sh4.

8...a4 9.Dd1 Sfd7 Wird selten gespielt. Der gängige Partieverlauf ist: 9...g6 10.g4 Le6 11.Lg2 Lg7 12.f4 Dc8 13.h3 h5 14.g5 Sfd7.

10.Sxf7 Kxf7 11.Df3 e6 12.g4 Df6 13.gxf5 Dxf5 14.Dg3 Sa6 Beachtung verdient zuerst 14...a3!? 15.b4 (15.b3 Sa6) 15...Sa6 16.Tb1 Le7.

15.a3 Le7 16.Tg1 Eine Alternative war 16.Lh3 Df6 17.Ld2.

16...Taf8?! 16...Dg6 ist vielleicht genauer.

17.e4 Interessant war 17.Sxb5!? cxb5 18.Lxb5 Sab8 19.c6 Sb6 20.Dxg7+ Ke8 21.Tg2 und Schwarz hätte Probleme.

17...Dg6 Wenn 17...dxe4 dann 18.Dxg7+ Ke8 und 19.Le3.

18.exd5 exd5 19.Df4+ Df6 20.Dg4!? Verschärft die Situation. Ruhiger wäre 20.Le3.

20...Saxc5! Stark gespielt!

21.Le3 Schwarz stünde nach 21.dxc5 Se5 22.Dg3 Sf3+ 23.Kd1 Sxg1 24.Dxg1 Lxc5 ausgezeichnet.

21...h5 Warum so umständlich? Einfacher wäre 21...Sb3 22.Td1 Sb6 und Weiß muss die Kompensation erst beweisen.

22.Dh3 Se6!? Die andere Möglichkeit war 22...Sb3 23.Td1 Dd6 aber nach 24.Se2 beginnen die Schwächen von h7–h5 sichtbar zu werden.

23.Lxb5! Sxd4?! 24.Dxd7 Sxb5?? Eine Figur wird eingestellt. Notwendig war 24...Sc2+ 25.Ke2 Td8 26.Dxc6 Sxa1 27.Sxd5 Dxc6 28.Lxc6 Sc2 29.Lb6 Td6 30.Lxa4 Ld8! und die Partie wäre noch offen.

25.Sxd5! cxd5 25...Dd6 26.Dxe7+ Dxe7 27.Sxe7 Kxe7 28.Lc5+ Kf6 29.Lxf8 Txf8 30.0–0–0 wäre auch hoffnungslos.

26.Dxd5+ Weiterer Widerstand ist aussichtlos. 1–0


Jobava (2690) – Heberla (2559)

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Sf6 4.Lg5 Sbd7 5.cxd5 exd5 6.e3 Le7 7.Ld3 c6 8.Sge2 Sh5 9.Lxe7 Dxe7 10.g4 Die aggressive Fortsetzung entspricht dem Stil GM Jobava.

10...Shf6 11.Sg3 g6 12.De2 Sb6 13.g5 Sg8 14.h4 h6 Vielleicht wäre es besser zuerst die Entwicklung mit 14...Le6 und langer Rochade zu beenden und erst dann mit h7–h6 die weiße Bauernkette zu attackieren.

15.0–0–0 Le6?! Neuerung, die sich wahrscheinlich nicht durchsetzen wird.

16.h5! Dxg5?! 16...0–0–0 wäre vorsichtiger: 17.hxg6 fxg6 18.Lxg6 (18.gxh6 Sxh6 19.Lxg6 Sc4 20.Ld3 mit einem Bauern mehr.) 18...Dxg5 19.Ld3 mit positionellem Vorteil für Weiß.

17.hxg6 fxg6 18.Tdg1 Df6

Diagramm

Auf 18...Lf7 folgt 19.Sh5 De7 (19...gxh5 20.Txg5 hxg5 21.e4! 0–0–0 22.exd5 Sxd5 23.Lf5+) 20.Lxg6 0–0–0 21.Lxf7 Dxf7 22.Tg7 Df5 23.Sf4 mit klarem Übergewicht für Weiß.

19.Lxg6+!! Dxg6 20.Sge4 Dh7 20...Df7 21.Sd6+ bzw. 20...Dxg1+ 21.Txg1 dxe4 22.Dh5+ Kd7 23.Sxe4 mit dem König in der Mitte sieht die Partie nicht gut aus.

21.Txg8+!! Die Pointe!

21...Dxg8 22.Sf6+ Ke7 23.Sxg8+ Taxg8 24.Dh5 Kd7 25.Se2 Kc8 26.Tg1 Txg1+ 27.Sxg1 Sd7 28.Se2 Der Springer kommt ins Spiel, wodurch die schwarze Stellung schnell zusammenbricht. 1–0