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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 7036 vom 23.02.2018, Kategorie Kolumne

Union Ansfelden kurz vor dem Aufstieg!

Die zweite Bundesliga geht in die entscheidende Phase. Nach der Trippelrunde vom 9. bis 11. Februar konnte die legionärsfreie Truppe aus Ansfelden in der 2. Bundesliga Mitte die Tabellenführung verteidigen und hat damit die besten Chancen auf den Aufstieg in die 1.Bundesliga! Die Oberösterreicher mit IM Christoph Menezes, FM Alfred Felsberger, IM Christian Weiss, FM Mag. Guenter Moser, IM Hermann Knoll, FM Ulrich Ennsberger und CM Florian Mostbauer haben zwar nur einen Punkt Vorsprung vor den stark aufgestellten Hauptkonkurrent aus Pinggau-Friedberg, dafür aber die viel leichtere Auslosung in den letzten 2 Runden.

IM Schnider (2430) – IM Pilaj (2355)

1.b3 e5 2.Lb2 d6 2...Sc6 ist der viel natürlichere Zug: 3.e3 Sf6 4.Lb5 Ld6 (4...e4!?) 5.Se2 0–0 6.Sa3 e4 7.Sc4 Le7 8.Lxc6 bxc6 9.0–0 a5 10.d3 d5 11.Sd2 a4 12.dxe4 Sxe4 13.Sxe4 dxe4 mit Gleichgewicht, remis, Jobava (2687) - Yu (2744) Tiflis 2017.

3.e3 Sf6 Der Übergang in Fianchetto-Strukturen wird auch praktiziert: 3...g6 4.d4 Sd7 5.dxe5 Lg7 6.Sf3 dxe5.

4.Se2 Nicht gerade anspruchsvoll. Energischer sind: 4.c4 oder 4.d4.

4...Sbd7 Solche Züge sind keine Fehler, aber kleine Ungenauigkeiten! Die normale Entwicklung wäre 4...Le7 nebst kurzer Rochade.

5.c4 5.d4 war eine Alternative.

5...c6?! Unverständlich?! Was spricht gegen die weitere Entwicklung, sei es 5...g6 und Lg7 oder 5...Le7.

6.d4 Le7 7.Sg3 Nun wird es sichtbar: Wenn Schwarz kein Tempo mit dem unmotivierten fünften Zug verloren hätte, könnte er nun Tf8–e8 ziehen und auf Sg3–f5 mit Le7–f8 antworten, gefolgt von g7–g6.

7...0–0 8.Sf5 Te8 9.Sxe7+ Dxe7 10.Le2 Das Läuferpaar garantiert dem Weißen leichten aber nachhaltigen Vorteil.

10...e4 11.Sc3 d5?! Wieder ein Bauernzug ohne Zwang. Die c-linie geht auf und das ist sicher kein Plus für Schwarz. Logischer war 11...Sf8 und Sf8–g6, Lf5.

12.cxd5 Sxd5 13.Sxd5 cxd5 14.0–0 Dg5 Herwig Pilaj versucht den Angriff am Königsflügel und vernachlässigt dabei den Damenflügel (c-Linie). In diesem Sinne wäre 14...Sb8! neben Sc6! Vielleicht sinnvoll.

15.Dc2 15.Dd2 wäre genauer.

15...Sf6 Eine flexiblere Idee war 15...Sf8 16.Tfc1 Lh3 17.Lf1 Tec8 18.Dd2 Ld7 und Schwarz kann auf der c-Linie Paroli bieten. Die schwarze Dame könnte bei Bedarf auch sofort zurück auf d8.

16.Tfc1 h5 17.Lf1 Auf 17.Dc7 folgt ebenfalls 17...h4.

17...h4 18.Dc7 b6?! Schwarz versäumt das folgende Motiv: 18...Lh3 19.Kh1 (19.Df4 Dxf4 20.exf4 Ld7 21.Tc7 Lc6) 19...Sg4!! 20.Df4? (20.Dc2 Df5 21.Kg1 Dg5 22.Kh1 Df5 23.Kg1 Dg5 mit Zugwiederholung. 24.De2? wäre schon zu riskant: 24...Te6!) 20...Lxg2+!! 21.Lxg2 Dxf4 22.exf4 Sxf2+ 23.Kg1 Sd3 24.Tc2 Tac8 25.Txc8 Txc8 26.La3 Tc2 mit großen Schwierigkeiten für Weiß.

19.La3 Le6 20.Le7 Auf 20.De5 darf Schwarz die Dame nicht tauschen: 20...Dh6.

20...Kh7 Schwarz bereitet sich vor wenn Le7xf6 kommt, um mit dem Bauern zu schlagen. In Betracht kam 20...h3 21.g3 Df5.

21.a4 Interessant war 21.h3!? Lxh3 22.Lxf6 gxf6 23.Dxf7+ Kh6 24.Tc7 Th8 mit unklarer Stellung.

21...Df5 Oder 21...h3 22.g3 und dann 22...Df5.

22.Dd6 Tac8? Ein Fehler. 22...h3 war schon notwendig: 23.g3 (23.Lxf6 Dxf6 24.g3 Tec8) 23...Sg4 24.Ta2 Tac8 25.Txc8 Txc8 26.Da3 Df3 27.Te2 Sh6 28.Db2 Sf5 29.Lb4 Dh5 30.Tc2 Sh4 31.Txc8 Sf3+ 32.Kh1 Lxc8 und Schwarz stünde nicht schlechter.

23.La6? Gert Schnider revanchiert sich!

Stark war 23.Lb5 Tg8 24.h3 mit klarem Vorteil.

23...Txc1+ 24.Txc1 h3 25.Lxf6 Dxf6 26.g3 Auf 26.Dc7 sollte Schwarz mit 26...Dg5 27.g3 De7 antworten.

26...Td8 27.Df4 Dxf4 28.exf4 Td7??

Diagramm

Eine schachliche Tragödie! Schwarz könnte die Balance herstellen und stellt stattdessen einzügig die Partie ein! Richtig war 28...Lg4 29.Kf1 Kg8 30.Le2 (30.Ke1 Kf8 31.Tc7 Td7 32.Tc6 Te7) 30...Lxe2+ 31.Kxe2 f5 32.Tc7 a5 33.Tb7 (33.Tc6 Tb8 34.Td6 b5 35.Txd5 bxa4 36.bxa4 Tb2+ 37.Ke3 Tb3+ 38.Kd2 Tb2+ 39.Ke3 Tb3+ mit Dauerschach.) 33...Td6 mit Ausgleich.

29.f5! Feiner Zug, aber leicht zu übersehen!

29...Lxf5 30.Lc8 g6 31.Lxd7 Lxd7 32.Tc7 1–0