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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 7042 vom 09.03.2018, Kategorie Kolumne

GM Dastan siegt in Graz

Wenn man Türkei hört, ist die erste Assoziation nicht unbedingt Schach. In den letzten 15 Jahren wurde aber für die Schachentwicklung in der Türkei viel getan. Große Schachveranstaltungen, wie die Olympiade, Europacup und Junioren-Weltmeisterschaften wurden organisiert, das königliche Spiel wurde  in das Schulprogramm eingeführt, hochqualifizierte Trainer wie GM Mikhalchishin und GM M. Gurevich wurden engagiert. Und die langjährige gezielte Arbeit bringt ihre Früchte. Eine junge talentierte Generation von Großmeistern macht das einstige Schach-Entwicklungsland international bemerkbar. Einer davon ist Großmeister Batuhan Dastan. Der 21-jährige Türke gewann den Hauptbewerb in Graz mit einem halben Punkt Vorsprung vor GM Matej Sebenik und den zwei 17-jährigen Aufsteigern GM Bogdan-Daniel Deac aus Rumänien und FM Szymon Gumularz aus Polen. Bedauerlicherweise war die österreichische Schachspitze nicht vertreten. Erfreulich ist aber der geteilte fünfte Platz und die IM-Norm für Fidemeister Florian Schwabeneder! 

Das parallel stattgefundene Match zwischen GM Markus Ragger und GM Liviu-Dieter Nisipeanu bringt keinen Sieger. Die beiden Vorkämpfer ihrer Länder trennten sich nach sechs hartumkämpften Unentschieden mit einem 3:3.

Socko (2593) – Dastan (2520)

1.d4 d5 2.c4 dxc4 3.e3 Sf6 4.Lxc4 e6 5.Sf3 a6 6.0–0 c5 7.a3 Weiß hat hier eine Fülle von Antworten: Von 7.a4 und 7.Lb3, die am häufigsten vorkommen, bis zu 7.b3, 7.De2 und den Textzug.

7...b5 8.La2 Sbd7 8...Lb7 scheint natürlicher zu sein.

9.Sc3 Lb7 10.De2 Tc8 Der Textzug ist nicht gerade die erste Wahl. Bevorzugt wird hier 10...Dc7, 10...Db6 oder 10...Le7.

11.Td1 Dc7 12.Ld2 12.e4 wäre verfrüht: 12...cxd4 13.Sxd4 Ld6 mit ausgezeichnetem Spiel für Schwarz.

12...Ld6 13.h3 0–0 14.Tac1 Db8 15.Le1?! Weiß behandelte die Eröffnung anspruchslos und sollte sich schon um den Ausgleich kümmern. In diesem Sinne wäre 15.dxc5 Sxc5 16.Le1 Sce4 17.Sxe4 Sxe4 18.Sd4.

15...c4 16.Lb1 16.e4 wird mit 16...e5 gekontert und nach 17.d5 folgt 17...Sc5.

16...e5 Die Alternativen wären: 16...h6 und 16...Tfe8.

17.dxe5 Sxe5 18.Sxe5 Lxe5 19.f4 Dadurch entsteht ein „Loch“ auf e4 und die entscheidende Frage wird: Kommt Weiß zu e3–e4 oder nicht?

19...Ld6 20.Lh4 Le7! Wer geht gern zurück! Aber hier gibt es keine Alternative.

21.Df2 21.e4 geht wegen 21...Dxf4 noch nicht.

21...Tfe8 22.Kh2?

Diagramm

22.Kh1 war genauer. 22...Lc5 funktioniert nicht: 23.Lxf6 Lxe3 24.Dg3. Aber hier schon!

22...Lc5! Der Kampf um den Punkt e4 ist entschieden.

23.Te1 Se4 24.Lxe4 Die Stellung nach 24.Sxe4 Lxe4 25.Lxe4 Txe4 26.Df3 Tce8 27.Lf2 wäre langfristig kaum zu halten.

24...Lxe4 25.Dg3 Db6 26.Tcd1 Dg6 Möglich wäre hier auch 26...Dc6.

27.Dg4 27.Dxg6 hxg6 28.Lf2 Ld3 29.Td2 f5 hätte nicht viel an die Bewertung der Stellung geändert: Schwarz steht klar überlegen.

27...Dxg4 28.hxg4 Ld3 Schwarz lässt nun e3–e4 zu, dafür bleibt aber der weißfeldrige Läufer am Leben.

29.e4 f6 Schwarz bereitet 30....h7–h6 und g7–g5 vor! Das erklärt, warum Weiß mit

30.g5 reagiert.

30...fxg5 31.fxg5 Der natürliche Zug 31.Lxg5? scheitert an 31...Lf2 32.Th1 h6.

31...Te5 32.Kg3 Tf8 32...h5! wäre stark. 33.gxh6 g5.

33.Td2 h6 33...h5!

34.Kg4 hxg5 35.Lg3 Mehr Widerstand könnte eventuell 35.Lxg5 Lf2 36.Ted1 Ld4 37.Te1 Te6 38.Lh4 Tg6+ 39.Kh3 leisten.

35...Te6 36.Ted1 Ld4 37.Te1 Lc5 38.Ted1 Le3 39.Txd3 cxd3 40.Txd3 Lc1 41.Ld6 Td8 42.e5 Txe5 43.Td1 Te6 Das Endspiel nach 43...Te6 44.Txc1 Tdxd6 45.Tc2 Td4+ ist hoffnungslos für Weiß. 0–1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog