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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 7044 vom 13.04.2018, Kategorie Kolumne

Europameister 2018: GM Ivan Saric!

Schon als Teil von Jugoslawien hatte Kroatien eine starke Schachtradition. Nach der Unabhängigkeit wurde sie fortgesetzt und weiterentwickelt, in der immer wieder junge aufstrebende Spieler integriert wurden. Trotzdem kam der Sieg des 27-jährigen Großmeister Ivan Saric aus Split, der als Nummer 26 gesetzt war, bei der EM in Batumi (Georgien) vom 17. bis 28. März überraschend! Vielleicht vergleichbar sensationell, wie der Erfolg seinem Landsmanns GM Zdenko Kozul bei der EM im Jahr 2006! Es sollte aber nicht vergessen werden, dass der neue Europameister schon einige Erfahrungen bei Titelgewinnen auf seinem Konto hat: U18 Europameister im Jahr 2007 und U18 Weltmeister 2008.

Aus österreichischer Sicht konnte man nicht viel erwarten, was die Spitzenplätze betrifft: GM Markus Ragger musste seine Teilnahme wegen seiner Arbeit als Sekundant beim Kandidatenturnier absagen. Die Ambitionen unserer Vertreter konzentrierten sich daher eher auf Titelnormen. Und diese wurden erfolgreich erfüllt! IM Andreas Diermair erreichte seine lang erwartete dritte und letzte Großmeisternorm! Internationale Meisternorm auch für Felix Blohberger! Gratulation!

Endstand nach 11 Runden (302 Teilnehmer): 1.GM Saric (Kroatien) 8.5 Punkte, 2.GM Wojtaszek (Polen) 8, 3.GM Sjugirov (Russland) 8.

GM Indjic (2623) – IM Diermair (2507)

1.a3 Damit erspart man sich die Eröffnungsvorbereitung.

1...d5 2.Sf3 Lg4 3.d4 Sd7 4.Sbd2 Sgf6 5.h3 Lh5 6.c4 e6 7.Db3 Le7! 8.cxd5 Nach 8.Dxb7 0–0 hätte Schwarz Kompensation durch den Entwicklungsvorsprung.

8...exd5 9.g4 Lg6 10.Sh4 Auf der Jagd nach dem Läuferpaar.

10...Sb6 11.Sxg6 hxg6 12.Lg2 c6 13.e3 Dc7 Schwarz lässt sich beide Optionen offen: Lange und kurze Rochade.

14.Dc3 Die Aufstellung der Bauern auf schwarz 14.g5 Sfd7 15.h4 wäre wünschenswert, hätte aber Zeit gekostet. Schwarz rochiert lang 15...0–0–0 und beginnt mit dem Unterminieren mittels f7–f6 oder sogar c6–c5.

14...0–0–0 Die Alternative wäre 14...a5 mit der Idee a5–a4.

15.a4 a6 Auf 15...Kb8 könnte 16.b4 g5 17.b5 c5 18.a5 Sbd7 19.La3 folgen.

16.b4 Kb8 17.Db3!?

Diagramm

Weiß bereitet auf Kosten der Entwicklung b4–b5 vor.

17...Sxg4! Weiß vernachlässigt die Entwicklung, die dann solche Schläge ermöglicht.

18.hxg4 Weiß sollte vielleicht konsequent bleiben: 18.b5!? axb5 19.axb5 cxb5 20.Dxb5 Sf6 21.Da5 Td6 22.0–0 Tc6 23.Sf3 Sfd7 24.Ld2 mit Kompensation für den Bauern.

18...Txh1+ 19.Lxh1 Dh2 20.b5 Weiß bekommt unlösbare Probleme nach 20.Lf3 Lh4 21.Kd1 Dxf2 22.Kc2 Sc4.

20...Dxh1+ 21.Ke2 cxb5 22.axb5 a5 23.Da2 Dg2 23...a4? wäre nicht gut: 24.La3 Dh4 25.Sf3 Df6 26.g5 De6 27.Lc5 Dd7 28.Tb1

24.Dxa5 Dxg4+ 25.Sf3? Richtig war 25.Ke1 De6 (25...Dg1+ 26.Ke2 Dg4+) 26.Lb2 und die Stellung bleibt kompliziert.

25...Td6?! Ungenau! Stärker war sofort 25...Sc4.

26.Da7+ Kc7 27.La3?? Der Verlustzug! Mit 27.Ld2 könnte der serbische Großmeister die Balance halten: 27...Tf6 28.Tc1+ Kd7 29.Dxb7+ Ke8 30.Db8+ Ld8 31.Dg3 Dxg3 32.fxg3.

27...Tf6 28.Lxe7 28.Tc1+ scheitert an 28...Sc4 29.b6+ Kc6 30.Da4+ Kxb6.

28...Dxf3+ 29.Kd2 29.Kd3 De4+ 30.Kc3 Dxe7.

29...Dxf2+ 30.Kd3 Df5+ 31.Kc3 31.Kd2 Sc4+.

31...Te6 32.Lc5? Dieser Zug verliert sofort. 32.Lh4 hätte die Partie verlängert, ohne am Resultat etwas zu ändern.

32...Df2 32...Txe3+ 33.Kb4 Tb3+!! gewinnt forciert: 34.Kxb3 Dd3+ 35.Kb4 Dc4+ 36.Ka3 Dc3+ 37.Ka2 Dc2+ 38.Ka3 Sc4+ 39.Kb4 Db2+ 40.Ka4 Dxa1+.

33.Lxb6+ Txb6 34.Tc1 Txb5 35.Kd3+ Kd7 36.Da4 Db2! 36...Db2 Schwarz forciert das Endspiel: 37.Tc5 Db3+ 38.Dxb3 Txb3+ 39.Kd2 Ke6 und hat drei Bauern mehr. Ein Grund genug zum Aufgeben. 0–1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog