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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 7077 vom 18.05.2018, Kategorie Kolumne

Endstände der 2. Bundesliga

Die zweite Bundesliga 2017/18 ging mit einigen Überraschungen zu Ende. Zum ersten Mal in der Bundesliga-Ost gewann das Team SC Data Technology Preßbaum/Eichgraben und zwar ziemlich souverän.

Angeführt vom 22-jährigen IM aus Wien, Christoph Menezes, setzte sich erneut unter starker Konkurrenz das Team Union Ansfelden in der Bundesliga-Mitte  durch und zwar ohne Legionäre!

Im Westen wurde Hohenems II neuer Meister, in die 1. Bundeliga steigt aber, entsprechend dem Reglement, der zweitplatzierte Zillertal auf.

Bundesliga Mitte (Hier finden Sie alle Daten im Detail)
Rg.TeamAnz+=-Wtg1Wtg2Wtg3
1UNION Ansfelden117311740,50
2SC MPÖ Maria Saal 2117311739,50
3SPG Sparkasse Pinggau-Friedberg117221641,00
4SV Steyregg116231437,00
5SPG Fürstenfeld/Hartberg115331332,50
6RbEj Gleisdorf114341131,50
7Schachfreunde Graz114251035,00
8ASK St. Valentin114251033,00
9SPG Sauwald113441030,00
10Leoben11326831,00
11ESV ASKÖ Admira Villach11128424,00
12SC DieKlagenfurter11029221,00
Bundesliga Ost (Hier finden Sie alle Daten im Detail)
Rg.TeamAnz+=-Wtg1Wtg2Wtg3
1SC Data Technology Pressbaum/E.119202042,00
2SK Austria117221639,50
3ASVÖ Pamhagen 2117041439,00
4SK Sparkasse Bad Vöslau115421436,00
5SK Advisory Invest Baden116141333,50
6SC Donaustadt115331332,50
7Blackburne Nickelsdorf115151131,50
8L.A. Kraftanlage Ottakring 2114251032,00
9SK Hietzing11416931,50
10tschaturanga11137528,50
11ASVÖ Mattersburg11128427,50
12SK Mostarrichi11038322,50
Bundesliga West (Hier finden Sie alle Daten im Detail)
Rg.TeamAnz+=-Wtg1Wtg2Wtg3
1Hohenems II1110102143,00
2Zillertal119111947,00
3Kufstein/Wörgl118121738,00
4Bregenz116231442,50
5Jenbach 2115241233,50
6Sparkasse Neumarkt113441030,00
7ASK Salzburg11335927,00
8Rochade Rum11317730,00
9Pradl11236727,00
10Dornbirn11317726,50
11Götzis 211218526,00

Berczes (2499) – Menezes (2404)

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.g3 Lb4+ 5.Ld2 Le7 6.Lg2 0–0 7.0–0 c6 8.Dc2 Sbd7 9.a4 a5 10.Tc1 Se4 11.Le1 f5 12.Sc3 Ld6 13.Sa2 De7 14.b4 axb4 15.cxd5 Nach 15.c5 Lc7 16.Sxb4 e5 17.e3 exd4 18.exd4 f4! stünde Schwarz besser.

15...exd5 16.Db3?! 16.Tcb1 wäre vielleicht genauer, wonach Schwarz ähnlich wie in der Partie fortsetzt: 16...Sb6 17.Sxb4 Sc4 18.e3 Te8.

16...Sb6 Ein vielversprechendes Bauernopfer war 16...c5! 17.Dxd5+ Kh8 18.dxc5 Sdxc5 19.Sxb4 Le6 20.Dd1 Tad8 mit starker Kompensation.

17.Sxb4 Sc4 18.a5 g5 18...f4!? verdient Beachtung. 18...Sxa5 führt zu Vereinfachungen: 19.Txa5 Txa5 20.Sxc6 bxc6 21.Lxa5 Ld7 22.Db7 Tb8 23.Da7 Le8 24.Dxe7 Lxe7 25.Se5 Tb2 mit Ausgleich.

19.Sd3 Le6 20.Sfe5 Ta6 Blockiert a5–a6. Eine andere Idee ist 20...c5 21.e3 Tfc8 mit dynamischem Gleichgewicht.

21.f3 21.Db1!? wäre interessant und wenn 21...Tfa8 dann 22.Sxc4 dxc4 23.Lxe4 fxe4 24.Sb4 T6a7 25.Dxe4 Te8 26.Sc2.

21...Sf6 Eine andere Option war 21...Sc5 22.dxc5 Lxe5 23.Sxe5 Sxe5 mit komplizierter Stellung.

22.Dc3 c5?!

Diagramm

Schwarz ergreift die Initiative, aber wie sich bald herausstellt, zu früh. Richtig war es den Druck auf e5 zu erhöhen: 22...Te8!?

23.dxc5 In Betracht kam auch 23.Sxc5!? Lxc5 24.Sxc4 dxc4 25.dxc5 Dxc5+ 26.Lf2 Dc7 27.Lb6 (27.Tab1 Dxa5 28.Dxa5 Txa5 29.Txb7 Tf7 30.Tb6 Te7 31.Ld4 mit besserem Endspiel für Weiß.) 27...Txb6 28.axb6 Dxb6+ 29.Kh1 Dc5 30.Tcb1 b5 31.Ta6 Kf7 32.e4 Te8 und die Stellung bleibt unklar.

23...Lxe5 24.Sxe5 d4 Die Pointe der Kombination.

25.Dxd4 Td8 26.Dxd8+! 26.Dc3?? Dxc5+ 27.Lf2 Dxe5 kostet Figur.

26...Dxd8 27.Sxc4 Schwarz gewinnt die Dame, aber der Preis ist zu hoch: Turm, Läufer und zwei Bauern und die offene Position des schwarzen Königs und die Möglichkeit einen Freibauern am Damenflügel zu generieren.

27...Lxc4 Keine leichte Entscheidung. Alternativ war 27...Sd7 28.Lf2 (28.Sd6 Sxc5 29.Txc5 Dxd6 30.Tac1) 28...Lxc4 29.Txc4 Txa5 30.Tb1 De7 31.f4 h6 32.Lxb7 Sxc5 33.Ld5+ Kh7 34.Tbc1 Sd7 35.e4 fxe4 36.Lxe4+ Kg8 37.Lc2 und der weiße Angriff wird immer konkreter.

28.Txc4 De7 29.Lf2 Dxe2 30.Tb4 De5? Ungenau. Besser war den anderen Turm anzugreifen: 30...Dd2 31.Txb7 Txa5 32.Txa5 (32.Tab1 Ta2) 32...Dxa5 33.c6 Se8 und Schwarz kann noch kämpfen.

31.Ld4 Db8? 32.Lf2 32.Lf1!

32...De5 33.Te1 Dc7 Auch hier wäre es besser die Dame aktiv zu postieren: 33...Dc3 34.Txb7 Txa5.

34.Teb1 Ta7 34...Dxa5 35.Txb7 Tc6 36.T7b6 und die Blockade auf c6 hält nicht.

35.a6 35.c6 bxc6 36.a6 gewinnt auch.

35...Txa6 35...bxa6 36.Tb8+ Kf7 37.c6.

36.Txb7 De5 37.Lf1? 37.c6! Txc6 38.f4 Dc3 39.Lxc6 Dxc6 40.Ta7 Sd7 41.fxg5 und die schwarze Lage ist hoffnungslos.

37...Ta1 37...Ta8 38.Td1.

38.c6? Weiß spielt in der Zeitnotphase auch ungenau. Richtig war 38.Txa1 Dxa1 39.c6 Dc1 40.c7 Se8 41.Tb8 Dxc7 42.Txe8+ mit technisch gewonnenem Endspiel.

38...Txb1 39.Txb1 Kf8?? Entscheidender Fehler. Mittels 39...Dc3! könnte Schwarz sogar die Partie retten: 40.Tb8+ (40.Lb5 g4!) 40...Kf7 41.Tb5 (41.Tb6 Sd5 oder 41.Tc8 Dxf3 42.c7 Db7 43.La6 Db1+ 44.Kg2 De4+ mit Dauerschach.) 41...Dxc6 42.Txf5 Ke6 43.Lh3 g4 44.Lxg4 Sxg4 45.fxg4 De4.

40.Tb8+ Kf7 41.Tb7+ Kg6 42.c7 42.c7 Dc3 43.La6 Sd5 44.c8D Dxc8 45.Tg7+ Kxg7 46.Lxc8 mit einer Figur mehr für Weiß. 1–0


Menezes (2404) – Riemelmoser (2346)

1.d4 e6 2.c4 Sf6 3.Sf3 b6 4.g3 La6 5.b3 b5 6.Sbd2 d6?! Ein etwas eigenartiger Zug in dieser Stellung!

7.Lg2 Sbd7 8.0–0 Le7 9.Se1 Tb8 10.Sd3 Lb7 11.e4 bxc4 12.bxc4 e5 Fast erzwungen. Auf 12...0–0 kommt Weiß schon mit 13.e5 dxe5 (13...Lxg2 14.exf6 Lxf1 15.fxe7 Dxe7 16.Dxf1) 14.Lxb7 Txb7 15.dxe5 Se8 16.Sb3 mit klarem Vorteil für Weiß.

13.d5 Interessant war 13.dxe5!? Sxe5 14.Sxe5 dxe5 15.Da4+ Sd7 16.Lh3 Lc8 17.La3 (17.Td1 0–0 18.Sb3 Sb6) 17...0–0 18.Lxe7 Dxe7 19.Dxa7 Dc5 20.Dxc5 Sxc5 21.Lxc8 Tfxc8 22.Tfb1 mit einem Bauern mehr im Endspiel.

13...0–0 Schwarz sollte sofort im Zentrum kontern: 13...c6 14.Da4 cxd5 15.cxd5 a5 16.Te1 La6 17.Lf1 0–0 18.La3 Lb5 19.Dd1 Tb7 20.Tc1 Da8 21.Sb2 mit leichtem Plus für Weiß.

14.Tb1 14.Da4!?

14...Sb6? Vorzuziehen war hier 14...La8.

15.f4 Interessant wäre das Qualitätsopfer: 15.c5!? La6 16.Sb4 Lxf1 17.Sc6 De8 18.Lxf1 Ta8 19.cxd6 cxd6 20.a4.

15...Sfd7 Auf 15...exf4 16.gxf4 La6 17.Sb4 Lb7 könnte das Bauernopfer 18.Sb3 Sxc4 19.Sd4 Dd7 20.Dd3 folgen: 20...Sb6 (20...Sa5 21.Ld2) 21.Sbc6 Lxc6 22.Sxc6 Ta8 23.Lh3 De8 24.Lb2 und Weiß dominiert klar.

16.Lb2 f6 Zu passiv. Der Konter mittels 16...exf4 17.gxf4 und 17...c6 18.Dg4 g6 war immer noch aktuell.

17.c5 La6 18.Sb3 18.Sb4!? führt zu unklaren Positionen: 18...Sxc5 (18...Lxf1 19.Sc6 De8 20.cxb6 Lxg2 21.bxa7 Ta8 22.Kxg2 exf4 23.gxf4 f5) 19.Sxa6 Sxa6 20.De2 Sc5 21.Sb3 Sba4 22.La1.

18...dxc5 19.Sa5! De8 20.Sc6 Ta8? Ungenau. Richtig war 20...Lxd3 21.Dxd3 c4 22.Dc2 Ta8 23.fxe5 Sxe5 24.Lxe5 fxe5 25.Kh1 Ld6 26.Lf3 Dg6 27.Le2 mit dynamischem Gleichgewicht.

21.fxe5 Sxe5 22.Sdxe5 Lxf1 23.Sxe7+ Dxe7? Dieser natürliche Zug stellt sich als Fehler heraus. Die letzte praktische Chance war 23...Kh8!! 24.Lxf1 (24.S5c6 Lxg2 25.Kxg2 Tf7) 24...Dxe7 25.Sd3 Dxe4 26.Sf4 De3+ 27.Kh1 Sc4.

24.Sc6 Df7 25.Dxf1 Tae8 26.Td1 Sc8 27.La3 Die schwarze Stellung ist kaum zu halten. Die Bauern c5 und a7 werden fallen. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog