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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 7129 vom 09.11.2018, Kategorie Kolumne

Junioren-WM in Griechenland

Bei der Juniorenweltmeisterschaft (U14, U16, U18 offene Klasse und Mädchen) in Chalkidiki vom 20. bis 30. Oktober war Österreich nur in der Kategorie U16 vertreten und zwar von IM Dominik Horvath, IM Felix Blohberger und FM Daniel Morgunov in der offenen Klasse und Magdalena Mörwald bei den Mädchen. Nach 11 Runden und bei starker Konkurrenz konnte nur der Wiener Felix Blohberger seine Klasse zeigen und die starke Form von der Europameisterschaft, wo er ausgezeichneter 4. wurde, bestätigen. Mit 7,5 Punkten aus 11 Partien, mit nur einer unglücklichen Niederlage in der 10. Runde, verpasste er knapp die Medaillen und wurde Achter. Der 43. Platz war für den hochtalentierten IM Dominik Horvath sicher eine Enttäuschung und weit unter seiner Stärke.

Golikov, Daniil (2319) - Blohberger, Felix (2433)

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.Sf3 0–0 5.g3 d5 Felix entscheidet sich für die Grünfeld-Indische Verteidigung. Die Königs-Indische Verteidigung nach 5...d6 gehört auch zu seinem Repertoire.

6.cxd5 Sxd5 7.Lg2 Sc6 8.e4 Sb6 9.d5 Sa5 10.0–0 c6 Der logischste Zug: Schwarz kontert gleich im Zentrum.

11.dxc6 Dxd1 12.Txd1 Sxc6 13.h3 Verhindert die Fesselung mittels Lc8–g4.

13...Le6 Während Schwarz mit der Entwicklung fertig ist hat Weiß Schwierigkeiten am Damenflügel. Auf jeden Läuferzug (c1) folgt das Unangenehme Sb6–c4.

14.Sg5 Tad8!? Interessante Neuerung! Für die Initiative ist Schwarz bereit den Läufer zu tauschen und die Bauernstruktur zu verschlechtern. Üblich ist 14...Lc4.

15.Sxe6 fxe6 16.Txd8 Präziser war vielleicht 16.Lf4 Ld4 17.Lf1.

16...Txd8 17.Lf1? Ein Fehler. Besser wäre 17.Lf4 Sc4 18.Tb1.

17...Lxc3! Richtige und keine leichte Entscheidung sich vom Läufer zu trennen.

18.bxc3 Td1?! Besser war 18...Sa4 19.Lc4 Kf7 20.Le3 Sxc3 mit einem Bauern mehr, obwohl das Läuferpaar eine gewisse Kompensation darstellt.

19.Kg2?! Nach 19.Lb2 Td2 20.Lc1 Tc2 21.Tb1 Txa2 22.Le3 hätte Weiß leicht die Balance halten können.

19...Kf7 Auch hier kam 19...Sa4 in Frage: 20.Lc4 Sc5 21.Lb2 Txa1 22.Lxa1 Sa5 23.Le2 Sxe4 mit einem Bauern mehr.

20.Le2? Weiß sollte die angebotene Gelegenheit für 20.Lb2 nutzen: 20...Td2 21.Lc1 Tc2 22.Le3 Sa4 23.c4 b6 24.a3 Tc3 immer noch mit Vorteil für Schwarz.

20...Te1 21.Lb5 a6! 22.Ld3 22.Lxc6? wäre wegen 22...bxc6 23.Lb2 Txe4 schlecht.

22...Sa4 23.c4?? Grober Fehler in schwieriger Lage.

23...Sb4 24.Lf1 Sc2 25.Tb1 Sc3 Weiß verliert Material. 25...Sc3 26.Tb3 Txc1 27.Txc3 Se1+ 28.Kg1 Txc3. 0–1


Blohberger, Felix (2433) - Stevanic, David (2281)

Diagramm

36...Kh8 Weiß steht kurz vor dem Sieg. Die Frage ist: Gibt es eine direkte taktische Lösung?

37.Te7!! Schönes Ablenkungsmotiv: Die schwarzen Figuren sind überfordert. 37.Te7 Dc6 (37...Dxc4 38.Sd6 oder 37...Lxe7 38.Dg7 matt. Oder 37...Dxe7 38.Sxe7 Lxe7 39.Dxc8+) 38.Txf7 nebst Tf7–f8 und Dg7 matt. 1–0


Mukhutdinov, Tigran (2256) - Horvath, Dominik (2447)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Die hochaktuelle Spanische Partie.

3...a6 4.La4 Sf6 5.0–0 Le7 6.d3 [Die Hauptvariante ist 6.Te1 b5 7.Lb3 0–0.

6...b5 7.Lb3 d6 Es droht Sc6–a5 mit Tausch auf b3.

8.a3 0–0 9.Sc3 Lg4 10.Le3 Mehr oder weniger notwendig, es drohte Sc6–d4.

10...Sd4 11.Lxd4 exd4 12.Sd5 Sd7 Diese Stellung kommt in letzter Zeit oft aufs Brett. Schwarz variiert zwischen dem Textzug und 12...Sxd5 13.Lxd5 Tc8 oder 12...c5 13.a4 und 13...Le6.

13.h3 Lxf3 13...Lh5 14.g4 Lg6 15.Sxd4 kostet einen Bauern.

14.Sxe7+ Dxe7 15.Dxf3 a5 16.Dg3 a4 17.Ld5 Tab8 18.f4 Sf6 19.La2 19.Tae1!? war interessant.

19...b4 20.Lc4 Beachtung verdient 20.axb4 Txb4 und 21.e5! Se8 (21...Sd7? 22.e6 fxe6 23.De1 d5 24.Lxd5) 22.Df2 c6 (22...Txb2 23.Dxd4 Txc2 24.Dxa4 Td2 25.Dd4 mit leichtem Plus für Weiß.) 23.c3 dxc3 24.bxc3 Tb7 und die weiße Seite ist zu bevorzugen.

20...bxa3 21.bxa3 d5! Starkes positionelles Bauernopfer.

22.exd5 Nach 22.Lxd5 Sxd5 23.exd5 Tb2 24.Tfc1 Dd7 verflacht die Stellung und mündet in ein Remisendspiel: 25.Df3 Td8 26.c4 (26.Tab1 Db5) 26...dxc3 27.Txc3 Dxd5 28.Dxd5 Txd5 29.Txc7 g6 30.Tc4 Txd3 31.Kh2 Tdd2 32.Tg1 Ta2 33.Txa4 Td3.

22...Tfe8 22...Dc5 wäre die Alternative.

23.Df2 Dc5 24.c3 Te3!? Ambitioniert gespielt von Dominik.

25.cxd4 Dxd4 26.Tae1 Tbe8 27.Txe3 Txe3 28.Kh1 Dc5 Vorsicht ist hier angebracht! Zum Beispiel 28...g6?? wäre schicksalhaft: 29.Dg1! Db6 30.d6! Te8 (30...cxd6 31.Tf3) 31.Dxb6 cxb6 32.Tb1 und Weiß steht überlegen.

29.Db2 h6 30.Db4 Dd4?! Objektiv das Beste war 30...Dxb4 31.axb4 Sd7 32.Ta1 Sb6 mit gleichem Endspiel.

31.Te1 Stark war 31.d6! Dxd6 (31...cxd6?? 32.Lxf7+) 32.Dxa4 wonach Schwarz um den Ausgleich kämpfen muss.

31...Sh5 32.d6?? Weiß überschätzt sich (oder unterschätzt die schwarzen Möglichkeiten)! Richtig war 32.Txe3 Dxe3 33.Dxa4 Dc1+ 34.Kh2 Dxf4+ 35.Kg1 De3+ 36.Kh2 Df4+ mit Dauerschach.

32...Sg3+! 33.Kh2 Dxf4 34.Lxf7+ Dxf7 35.dxc7? Dxc7 36.Txe3 Sf1+ 37.Kg1 Sxe3 38.Dxa4 Dc1+ 39.Kh2 39.Kf2 Sd1+ 40.Kg3 De3+ 41.Kh2 Dxd3 mit einem technisch gewonnenen Endspiel.

39...Sf1+ 40.Kg1 Sg3+ Stärker war 40...Sd2+! 41.Kh2 De1 42.Df4 Sf1+ 43.Kg1 Se3+ 44.Kh2 De2 45.Df3 Dxd3.

41.Kh2 De1 42.Da8+? Mehr Widerstand könnte 42.Dc4+ Kh8 43.Dc7 leisten: 43...Sf1+ 44.Kg1 Se3+ 45.Kh2 Dh4 46.Dc1 Sg4+ 47.Kg1 Df2+ 48.Kh1 Se5.

42...Kh7 43.a4 h5! Mit der Drohung h5–h4 und matt auf h1.

44.h4 Sf1+ 45.Kg1 Se3+ 46.Kh2 Dxh4+ 47.Kg1 De1+ 48.Kh2 Sg4+ 49.Kh3 Sf2+ 50.Kh4 50.Kg3 hätte die Aufgabe nur verlängert: 50...Sxd3+ 51.Kh2 Dh4+ 52.Kg1 Dd4+ 53.Kh2 (53.Kh1 Sf2+) 53...De5+ 54.Kg1 De3+ 55.Kh2 Se5. Oder 50.Kh2 h4 51.g3 Sg4+ mit baldigem matt.

50...Se4+ 50...Se4+ 51.Kxh5 g6+ 52.Kg4 Dg3 matt. 0–1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog