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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 7138 vom 11.01.2019, Kategorie Kolumne

2. Internationales Schilcherlandopen

Rund ums neue Jahr (vom 29. Dezember bis 5. Jänner) ging in Schwanberg das 2. Schilcherlandopen über die Bühne. Mehr als 120 Spieler (geteilt in 2 Elo-Gruppen) aus 14 Nationen fanden den Weg in die Steiermark um Schach mit Silvester zu kombinieren. Am besten gelang dies dem früheren Europameister, dem kroatischen Großmeister Zdenko Kozul. Er gewann unbesiegt mit einem halbem Punkt Vorsprung vor einer Gruppe von sechs Spielern mit gleicher Punktezahl, darunter auch zwei Österreicher, GM Diermair (Rang 3) und GM Stanec (Rang 5).

Eine erfreuliche Nachricht kam zum Jahresbeginn aus Krakau (Polen). Der Kärntner FM Marco Dietmayer-Kräutler gewann völlig überraschend das gut besetzte Open allein mit 7,5 Punkten aus 9 Partien vor IM Biriukov und IM Grib mit 7.

Pantev, Veselin (2401) - Diermair, Andreas (2472)

1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.Lf4 d5 4.e3 c5 5.Sbd2 Sc6 6.c3 cxd4 7.cxd4 Weiß behandelte die Eröffnung ohne große Ansprüche. Der Textzug ist kein Fehler, lässt aber den Abtausch des schwarzfeldrigen Läufers gegen den Springer zu. Das Resultat ist das Läuferpaar für Schwarz in einer symmetrischen halboffenen Stellung, was einen kleinen aber nachhaltigen Vorteil garantiert. Mit 7.exd4 könnte Weiß dies vermeiden: 7...Sh5 8.Le3 (8.Lg5 f6 9.Le3 (9.Lh4 Ld6 10.Se5 g6 11.Sd3 0–0) 9...Ld6) 8...Ld6.

7...Sh5 8.Lg5 Db6 9.Db3 f6 10.Lh4 g5 11.Lg3 Die Abwicklung 11.Dxb6 axb6 12.g4 Sg7 13.Lg3 wäre günstig für Schwarz: 13...h5! 14.gxh5 Sxh5 15.Lc7 Sb4 16.Kd1 Kd7 17.Lxb6 Kc6 18.Lc5 Lxc5 19.dxc5 Txa2!

11...Sxg3 12.hxg3 Dxb3 13.Sxb3 Ld7 Die aggressive Fortsetzung wäre 13...a5! 14.a4 (14.Lb5 a4 15.Sc5 Lxc5 16.dxc5 e5) 14...Lb4+. Eine andere Option ist 13...Kf7.

14.a3 14.Sc5 könnte den Abtausch 14...Lxc5 provozieren und nach 15.dxc5 e5 hätte Schwarz kein Läuferpaar mehr, aber dafür ein prächtiges Zentrum. Auf 14.Tc1 sollte 14...b6 kommen.

14...b6 15.Lb5 Tc8 Beachtung verdient 15...0–0–0!?

16.Tc1 Ld6 17.Tc3 Weiß sollte sich vielleicht für 17.g4 entscheiden um den h-Bauern zu fixieren.

17...Ke7 18.Kd2 h5! 19.Thc1 Sa5! Damit werden sämtliche Fesselungen elegant aufgelöst.

20.Sxa5? Besser wäre 20.Lxd7 Sxb3+ 21.Txb3 Txc1 22.Kxc1 Kxd7 23.Tc3 h4 (23...b5!?) 24.gxh4 g4 25.Se1 Txh4 26.Kd2 Th2 und Schwarz stünde überlegener, aber Weiß sollte es aushalten können.

20...Txc3 21.Txc3 Lxb5 22.Sc6+ Kd7 23.Sb4 23.Sxa7 kostet einen Bauern: 23...Lc4 24.b3 La6 25.b4 Ta8 26.b5 Txa7 27.bxa6 Txa6 und a3 fällt.

23...Lf1! 24.Se1 Tc8 25.Sa2 Txc3 26.Sxc3 Kc6 27.e4? Es ist ein bekannter Fehler in schwieriger Lage zum "Zappeln" anzufangen! Der Zug öffnet nur die Stellung und dadurch werden die Läufer stärker und Einbruchsfelder entstehen. Richtig war 27.Sb1 nebst Kd2–c3 und Sb1–d2.

27...dxe4 28.Sxe4 Le7 29.Sc3 h4! 30.gxh4 Auf 30.Se2 könnte 30...Lf8 folgen. (Oder 30...Lxe2 31.Kxe2 hxg3 32.fxg3 f5)

30...gxh4 31.Se2 f5 31...Lf8!?

32.Ke3 Lg5+ 33.f4 Lf6 34.Sg1 Nach 34.Sc3? taucht das Motiv 34...Lxg2! auf: 35.Sxg2 h3 36.Se2 Kd5! mit Gewinn.

34...Kd5 35.Sgf3 a5 36.Kf2 Lc4 37.Ke3 Lf1 38.Kf2 Lc4 39.Ke3 La2! Der Läufer strebt nach e4, wonach Weiß in Zugzwang gerät.

40.Se5 Lb1 41.S1f3 Le4 42.Sd7 Ld8 43.Sde5 b5 44.Kd2 Lf6 45.b3 Oder 45.Ke3 Lxe5 46.dxe5 Lxf3 47.Kxf3 Kc4.

45...Lxe5 0–1


Spalir, Jernej (2336) - Diermair,A ndreas (2472)

1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.c4 d5 4.Sc3 Lb4 5.Da4+ Sc6 6.e3 0–0 7.Dc2 7.Ld2 dxc4 8.Lxc4 Ld6 9.e4 e5 10.dxe5 Sxe5 11.Sxe5 Lxe5 12.0–0–0 De8 13.Dxe8 Txe8 14.f3 Le6 15.Lxe6 Txe6 16.Se2 Tee8 17.f4 Ld6 18.e5 Lc5 19.Sc3 Sg4 20.Se4 Lb6 21.Tde1 f5 22.exf6 Sxf6 23.Sxf6+ gxf6 24.f5 Ld4 mit gleichem Endspiel, remis, Navara (2727) – Harikrishna (2732) Prag 2018.

7...Te8 8.Ld2 Lf8 9.a3 e5 10.cxd5? Die Stellung ist bekannt, doch so hat noch keiner fortgesetz und zwar mit Recht!

10...Sxd4! 11.exd4?! Ehrgeizig. Immer noch besser wäre 11.Da4 Ld7 12.Dd1.

11...exd4+ 12.Se2 Dxd5 13.Dd3 c5 14.0–0–0 Se4 Auf 14...Lf5 hat Weiß gerade noch 15.Sf4 Dd7 16.Db5 obwohl nach 16...Dc7 hätte Schwarz immer noch ausreichende Kompensation für die Figur.

15.Sc3? Der entscheidende Fehler. Notwendig war 15.Sf4! und wenn 15...Dd6 dann 16.Dc2! Zum Beispiel: 16...g6 (16...Sxf2 17.Sg5) 17.Lb5 Sxd2 18.Sxd2 Lf5 19.Sd3 Te2 20.The1 Txf2 21.Db3 Txg2 22.Se5 (22.Lc4 Dc7 23.Se5 Lh6) 22...Le6 23.Lc4 Lxc4 24.Dxc4 und die Lage bleibt unklar.

15...Sxc3 16.bxc3 Nach 16.Lxc3 Lf5 17.Dc4 Dxc4 18.Lxc4 dxc3 19.bxc3 bleibt Weiß einfach mit einem Bauern weniger in schlechter Stellung.

16...c4! 17.Dxc4 17.Dxd4 Lxa3+ 18.Kc2 (18.Kb1 Db5+ 19.Ka2 Db2 matt) 18...Lf5+.

Diagramm

17...Lf5!! 18.Te1 18.Dxd5 Lxa3 matt. 18.Kb2 war relativ das Beste: 18...dxc3+ 19.Ka1 (19.Ka2 Dd6 oder 19.Lxc3 Dxd1 20.Dxf7+ Kxf7 21.Lc4+ Le6 22.Lxe6+ Txe6 23.Txd1 Te2+) 19...Dxc4 20.Lxc4 cxd2 21.Kb2 Tac8 22.Lb3 Tcd8 23.Lc4 b5 und die weiße Position bleibt prekär.

18...dxc3 19.Txe8 Txe8 Aber nicht 19...cxd2+? 20.Kd1! Lc2+ (20...Dxc4 21.Txf8+ Kxf8 22.Lxc4) 21.Dxc2 Txe8 22.Lc4 und Weiß lebt!

20.Dxd5 20.Lxc3 Lxa3+ 21.Lb2 Dd6 und gegen Te8–c8 gibt es keine Verteidigung.

20...Lxa3+ 21.Kd1 c2 matt 0–1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog