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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 819 vom 02.10.1998, Kategorie Kolumne

Kampf der Geschlechter: Senioren gegen Damen 36:36 (2.Okt.98)

Unter dem Titel "CanCan" gelangte in Roquebrune, Frankreich, vom 7. bis 20. September die 7. Auflage (die 2. Auflage fand 1993 als Walzer-Turnier in Wien statt) der traditionelle Geschlechter-Wettkampf "Senioren gegen Damen" zur Austragung. Nachdem es in diesem doppelrundig nach dem Scheveninger System (jeder Senior gg. jede Dame) ausgetragenen Match bereits nach einem sicheren Sieg der Senioren ausgesehen hatte, gelang es den Damen mit einem 4½-1½ Sieg in der Schlußrunde den Stand noch zum 36:36 auszugleichen.

Boris Spasski FRA 2545 Chen Zhu VRC 2480 7
Vlastimil Hort GER 2525 7 Nana Ioseliani GEO 2495
Lajos Portisch HUN 2595 5 Maia Tschiburdanidse GEO 2525
Wassili Smyslow RUS 2500 5 Pia Cramling SVE 2505
Mark Taimanow RUS 2455 Ketevan Arakhamia GEO 2420 4
Viktor Kortschnoi SUI 2625 9 Jun Xie VRC 2510


Weiß: GM Jun Xie (VRC/2510)

Schwarz: GM M. Taimanow (RUS/2455)

Sizilianisch [B47]

Anm. I. Balinov

1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sc6. Der Textzug leitet die Taimanow-Variante ein.

5. Sc3 Dc7 6. Le2 a6 7. 0–0 Sf6 8. Kh1. Eine gute Alternative bestand in 8. Le3.

8. ... Lb4. Die Hauptvariante setzt mit 8. ... Sxd4 9. Dxd4 Lc5 10. Dd3 h5 fort.

9. Sxc6. Etwa gleichwertig zum Text ist 9. Lg5 Lxc3 10. Lxf6 gxf6 11. bxc3.

9. ... Dxc6!?. Ein neuer Zug. Bislang galt 9. ... bxc6 10. f4 d5 11. e5 Sd7 mit geringfügig besserem Spiel als obligatorisch.

10. Lf3 Dc7. Zu erwägen war 10. ... Lxc3 11. bxc3 Sxe4 12. Dd4 Dxc3 13. Dxc3 Sxc3 14. Lb2 Sb5 15. a4 Sd6 16. Lxg7 Tg8 17. Lc3, wonach Weiß im Läuferpaar ausreichende Kompensation für den Minusbauern besessen hätte.

11. Lg5 h6?!. Etwa gleiche Chancen ergab 11. ... Lxc3 12. bxc3 Dxc3 13. Dd6 h6 14. Le3 Dc6 15. Dg3; während 11. ... Le7 12. Dd2 h6!? (Vorteilhaft für Weiß ist 12. ... d6 13. Tfd1 Ld7 14. Lf4 e5 15. Lg5 Lc6 16. Lxf6 gxf6 17. Sd5 Lxd5 18. Dxd5) 13. Le3 d6 dem Anziehenden das etwas bessere Spiel versprochen hätte.

12. Lxf6 gxf6 13. Dd3 Dd6 14. De2 De5 15. Lh5! Lxc3 16. bxc3. Interessant war 16. f4!? Da5 17. bxc3.

16. ... Dxc3 17. Tad1! Ke7?. Nach dem besseren 17. ... b5!? 18. Td3 Dc5 19. f4 Ta7 wäre Schwarz keinesfalls schlechter gestanden.

18. f4 b5 19. e5 f5. Weniger klar war 19. ... Lb7 20. Td3 Db2 21. f5 Dxe5 22. Dxe5 fxe5 23. fxe6 Tad8 24. exf7.

20. Df2! Tf8 21. Td3 Dc7 22. Tfd1.

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22. ... Da7?. Schlecht war auch 22. ... Lb7 23. Txd7+ Dxd7 24. Dc5+ Ke8 25. Txd7 Kxd7 26. Dd6+ Ke8 27. Dxe6+ Kd8 28. Lxf7, doch nach 22. ... Tb8!? wäre Weiß nur geringfügig besser gestanden.

23. Dh4+ Ke8 24. Tg3. Nachhaltiger als 24. Lf3 Tb8 25. Lc6 Dc7 26. Txd7 Lxd7 27. Lxd7+ Dxd7 28. Txd7 Kxd7 29. Dxh6 mit, wenn überhaupt, nur geringfügig besserem Spiel für Weiß. 24. ... Dc5 25. Td6! Dxc2 26. h3. Entscheidend!

26. ... Lb7 27. Kh2! Dc4 28. Lxf7+!! Txf7 29. Tg8+ Tf8 30. Txf8+ und Schwarz streckte wegen 30. ... Kxf8 31. Txd7 die Waffen.


Weiß: GM M. Tschiburdanidse (GEO/2525)

Schwarz: GM V. Kortschnoi (SUI/2625)

Damenindisch [E32]

Anm. I. Balinov

1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sc3 Lb4 4. Dc2 0–0 5. e4. Mit dem Textzug umgeht die frühere Weltmeisterin die Hauptvariante mit 5. a3 Lxc3+ 6. Dxc3 b6.

5. ... c5. Bekannt ist 5. ... d5 6. e5 Se4 7. a3 Lxc3+ 8. bxc3 c5 9. Ld3 cxd4 10. cxd5 exd5 11. cxd4 f6 12. exf6 Dxf6 13. Le3 Sc6 14. Se2, mit völlig gleichem Spiel, I.Sokolov-Polaczek, Antwerpen 1996.

6. a3. Mit 6. dxc5!? konnte die Anziehende die Zentrumsspannung frühzeitig aufheben.

6. ... Da5. Etwas günstiger für Weiß war hingegen 6. ... Lxc3+ 7. bxc3 d6 8. f4 e5 9. fxe5 dxe5 10. d5.

7. e5?!. Mutig, jedoch schlecht. Zu versuchen war 7. axb4!? Dxa1 8. bxc5 Sc6 9. Sf3 b6 10. e5 Se8 11. Ld3 f5 mit unklaren Verwicklungen.

7. ... cxd4. Natürlich! Vorteilhaft für Weiß war hingegen 7. ... Se8? 8. dxc5 Lxc3+ 9. Dxc3 Dxc3+ 10. bxc3 Sa6 11. Le3 f6 12. f4, aber auch nach 7. ... Lxc3+ 8. Dxc3 Dxc3+ 9. bxc3 Se4 10. Se2 f6 11. f3 Sg5 12. dxc5 Sa6 13. Le3 Sf7 14. exf6 gxf6 15. 0–0–0 wäre Weiß etwas besser gestanden.

8. exf6 dxc3 9. axb4 Dxa1 10. bxc3.

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10. ... e5!?. Ein typischer Kortschnoi-Zug, der besser ist als 10. ... gxf6 11. Ld3, wonach Weiß etwas Kompensation für die geopferte Qualität besessen hätte.

11. Sf3. In Erkenntnis, daß 11. fxg7 Te8 12. Ld3 e4 klar vorteilhaft für Schwarz gewesen wäre.

11. ... d5! 12. cxd5. 12. Sg5 pariert Schwarz siegreich mit 12. ... Lf5 13. Dxf5 Dxc1+ 14. Ke2 g6. 12. ... Lf5! 13. Dd2 Tc8 14. c4 Sd7 15. Le2 Sxf6. Weiß steht nun deutlich besser.

16. 0–0 Se4 17. De3 Dc3 18. Ld3 Lg6 19. Sh4 Sd6 20. Sxg6 hxg6 21. c5 Sf5 22. Lxf5 Dxe3 23. Lxc8!. Hartnäckiger als 23. Lxe3 gxf5 mit klarem Vorteil für Schwarz.

23. ... Db3 24. Lxb7 Tb8 25. c6 Dxd5 26. Le3. Ebenso verliert 26. c7 Dxb7 27. cxb8D+ Dxb8.

26. ... a6 27. Lxa6 Dxc6 28. b5 Dc4 29. Tc1 De2 30. h3 f5 31. Ta1 Ta8! 32. Lb6 Db2 33. Ta4. Keineswegs besser war 33. Te1 Txa6 34. bxa6 Dxb6.

33. ... f4 34. f3 g5 35. Kh2 g4! 36. hxg4 Kf7 37. Te4 Da1 und Weiß strich die Segel.


Kasparow besiegt Timman in Prag

Die ursprünglich als Vorbereitungswettkampf für die PCA-WM in Spanien geplante "EuroTel-Trophy" (6.-12.9.98) zwischen Garri Kasparow und dem Niederländer Jan Timman endete mit einem klaren 4-2 Erfolg des Weltranglisten-Ersten.


Schacholympiade in Elista vertagt

Da der Beginn der Schacholympiade wegen nicht rechtzeitiger Fertigstellung des Spielsaales um zwei Tage verschoben werden mußte, können wir Ihnen an dieser Stelle nicht wie geplant, mit Ergebnissen und Partien aufwarten.

ÖM Lothar Karrer