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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 881 vom 13.11.1998, Kategorie Kolumne

13. Offene Wiener Meisterschaft (2) - Partienachlese

Nachdem wir Ihnen in der Vorwoche über das A-Turnier berichtet hatten, nun ein Kurzbericht über die weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Offenen Wiener Meisterschaft:

Im B-Turnier (Elo <2000; 86 Teilnehmer) siegte Rakik Assylgoujine (UAE) unangefochten mit 8 Punkten vor dem Sextett F. Kerschbaumer, N. Radosavljeic, Mag. J. Granabetter (alle AUT) und Mag. I. Reyes-Acevedo (DOM) mit je 6½ Punkten.

Das C-Turnier (Elo <1800) ging dank besserer Feinwertung mit 7½ Punkten an Salam Peday vor dem punktegleichen Remzi Hamarat.

Im Blitzturnier (29 Teilnehmer) siegte als einiger teilnehmender Großmeister Jewgeni Gleiserow mit 9½/11. Bester Österreicher wurde FM Helmut Kummer als Fünfter mit 7 Punkten.

Ebenfalls im Rathaus gelangte die Österreichische Schnellschachmeisterschaft zur Austragung: Wie im Vorjahr ging der Sieg an IM Mahdy Khaled (8/9), gefolgt von FM DI Norbert Sommerbauer (7½); 3.4. IM G. Schroll, FM Manfred Neulinger (je 6½), sowie 5.-8. IM Dr. Walter Wittmann, FM A. Herzog, MK C. Fusi und FM H. Kummer je 6 (46 Teilnehmer).

Es folgt eine Partie des bestplacierten Österreichers aus dem A-Turnier

Weiß: ÖM H. Grötz (2225)

Schwarz: FM G. Miniböck,G (2350)

Sizilianisch [B90]

Anm. I. Balinov

1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 a6 6. Le3. Die vor allem von Schirow probagierte Fortsetzung stellt derzeit die geährlichste Waffe gegen die Naidorf-Variante im Sizilianer dar.

6. ... e5 7. Sb3 Le6 8. Dd2 Sbd7 9. f3 b5. Alternativen zum Text sind 9. ... h5!? und 9. ... Le7.

10. a4. Weiß stellt die Rochade zurück und versucht die Schwächen am Damenflügel auszunützen.

10. ... b4 11. Sd5 Lxd5 12. exd5 Sb6 13. Lxb6 Dxb6 14. a5 Db7 15. Lc4 Le7 16. 0–0–0?!. Inkonsequent, richtig war 16. Ta4 Tb8 17. Sc1 Ld8 18. b3 Sd7 19. Sd3 Sc5 20. Sxc5 dxc5 21. Dd3 0–0 22. Lxa6, mit klarem Vorteil für Weiß, Almasi-Ol,l Pula 1997.

16. ... 0–0 17. The1. Auch nach dem besseren 17. g4 Tfc8 18. De2 Dc7 19. Ld3 g6 20. Le4 Sxe4 21. Dxe4 Dc4 22. Kb1 Dxe4 23. fxe4 Jowtschew-Deltschew, Bulgarien 1992, ist das schwarze Spiel etwas vorzuziehen.

17. ... Tfc8 18. De2 Sd7. Genauer als 18. ... Dc7?! 19. Ld3 mit etwas besserem Spiel für Weiß.

19. Kb1 Lf6 20. g4 Sc5 21. Sxc5 Txc5 22. f4 Lh4 23. Tf1 exf4 24. Txf4 g6. Unklar war hingegen 24. ... Txa5 25. Tdf1 Lf6 26. g5 Le5 27. Txf7 Dxf7 28. Txf7 Kxf7.

25. Tdf1 Tf8 26. Lxa6 Da7?!. Mit dem genaueren 26. ... Db8!? konnte Schwarz etwas Vorteil festhalten. 27. Lb5 Lg5 Interessant war 27. ... Dxa5!?.

28. Txb4. Gleiches Spiel versprach 28. Te4!?.

28. ... Dxa5 29. c3 Txd5 30. Lc4 Te5. Zu erwägen war 30. ... Td2!?.

31. Df3 Dc5 32. Lxf7+ Kg7 33. Tb7 Te7 34. h4?. Weiß wählt die falsche Zugfolge. Richtig war 34. Txe7! Lxe7 35. h4! Lxh4 36. Db7 Kh8 37. Tf3 Dg1+ 38. Ka2 Dxg4 39. Lxg6 Da4+ 40. Kb1 Dd1+ 41. Ka2 Da4+, wonach Schwarz dem Dauerschach nicht zu entgehen vermag.

34. ... Lxh4 35. Txe7 Lxe7 36. Df4 Lg5 37. Dc4 De5.

DIA9843.GIF (4776 Byte)

 38. Db3??. Zeitnot! Nach dem korrekten 38. Dc7 De4+ 39. Ka1 Le7 (39. ... Ta8+ pariert Weiß mit 40. La2+) 40. Lc4 Txf1+ 41. Lxf1 Kf6 42. Dc4 d5 43. Dxe4 dxe4 hat Weiß aufgrund der ungleichfarbigen Läufer gute Überlebenschancen.

38. ... De4+ und Weiß gab auf, da er nach dem erzwungenen Damentausch den Läufer verliert.


W. Anand siegt in Tilburg

Der dominierende Spieler des zu Ende gehenden Jahres, der Inder Wisnawathan Anand, sicherte sich den Sieg beim Fonty-Turnier (FIDE-Kat. 18) mit 7½ Punkten aus 11 Partien vor Peter Leko (HUN) mit 7. Die weitere Reihenfolge: 3.-5. M. Sadler (ENG), W. Swjaginsew und W. Kramnik (beide RUS) je 6; 6.-7. J. Piket (NED), M. Adams (ENG) je 5½;
8.-9. P. Swidler (RUS), L. Van Wely (NED) je 5; 10.-11. W. Topalow (BUL) & J. Lautier (FRAU) je 4½; 12. V. Kort-schnoi (SUI) 3½ Punkte.


Moser Vierte bei Jungend-WM

Vize-Jugend-Europameisterin Eva Moser wußte auch bei der Jugend-WM im spanischen Marina d'Or zu gefallen und belegte punktegleich mit der Dritten Platz 4. Die Kärntnerin mußte sich lediglich der chinesischen Weltmeisterin Yu Wang geschlagen geben.

ÖM Lothar Karrer