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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 883 vom 20.11.1998, Kategorie Kolumne

Anand triumphiert in Tilburg - Partiennachlese

Der 30jährige Winawathan Anand unterstrich beim Fontys-Turnier in Tilburg, bei dem einzig der Ungar Peter Leko mit dem Inder Schritt halten konnte, daß er in der derzeitigen Form der einzige potentielle Herausforderer für Garri Kasparow ist.

Weiß: GM W. Anand (IND/2795)

Schwarz: GM M. Adams (ENG/2715)

Damenindisch [E32]

1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 b6 4. Sc3. Nach wie vor hoch im Kurs steht das nach dem leider viel zu früh verstorbenen früheren Weltmeister Petrosjan benannte System mit 4. a3.

4. ... Lb4 5. Dc2 Lb7 6. a3 Lxc3+ 7. Dxc3 0–0 8. Lg5 h6 9. Lh4 c5 10. Td1. Spielbar ist auch 10. e3 bzw. Zwischentausch auf "c5" und dann 11. e3.

10. ... Se4. 10. ... cxd4 überläßt Weiß nach 11. Dxd4 Sc6 12. Dd6 Druckspiel in der d-Linie.

11. Dc2 De8. Zu erwägen war 11. ... Dc7!?.

12. e3 f5 13. Le2 Sc6. Nun versprach 13. ... cxd4 14. Sxd4 (14. exd4? verbot sich selbstredend wegen 14. ... g5 15. Lg3 f4 16. Ld3 Sf6 und Weiß verbleibt für die Minusfigur ohne jede Kompensation.) 14. ... Dg6 15. Lf3 nahezu gleiches Spiel.

14. dxc5. Keinen Vorteil versprach 14. d5 exd5 15. cxd5 Se7 16. d6 Sg6 17. Lg3 f4 18. exf4 Sxf4 19. Lxf4 Txf4 20. 0–0 Dg6.

14. ... bxc5 15. Sd2. Mit diesem Manöver strebt der Anziehende danach, die Kontrolle über das Feld "e4" zu erlangen.

15. ... Se5. Gut für Weiß war 15. ... Se7 16. Lf3 Sxd2 17. Lxb7 Tb8 18. Lg3 Txb7 19. Txd2, doch kam 15. ... Sd8 16. Lf3 (Zu beachten war auch 16. f3 ) 16. ... Sxd2 17. Lxb7 Sxb7 18. Dxd2 (18. Txd2 führt nach 18. ... g5 19. Lg3 f4 20. exf4 gxf4 21. Lh4 d5 22. Dd1 zu unklaren, jedoch für Schwarz kaum nachteiligen Verwicklungen.) 18. ... d6 19. 0–0 Dh5 20. Lg3 Tad8 mit nur wenig besserem Spiel in Betracht..

16. Sxe4 Lxe4 17. Dc3 Sg6. Nicht aber 17. ... Lxg2 wegen 18. Tg1! und Weiß gewinnt rasch.

18. Lh5 f4 19. f3!. Erzwingt praktisch die Entscheidung. Hingegen verbot sich die Rochade selbstredend wegen 19. ... Lxg2!

DIA9844.GIF (5428 Byte)

 19. ... Tf5. Nicht besser war auch 19. ... Lc6 20. e4 d5 21. cxd5 exd5 22. 0–0 oder, 19. ... Db8 20. Lf2 fxe3 21. Lxe3 Sf4 22. Lxf4 Dxf4 23. Txd7 Dg5 24. Lg4.

20. Lxg6 Dxg6 21. fxe4 Dxg2 22. Tf1 Th5 23. Txf4. Ob dies oder 23. Td2 Dg6 24. Le7 und Weiß gewinnt, war reine Geschmackssache.

23. ... Dg1+ 24. Ke2 Dxh2+ 25. Lf2 e5 Offenbar in Zeitnot versäumt der Engländer die rechtzeitige Aufgabe.

26. Tf3 Tg5 27. Dd3 Tb8 28. Td2 Dh5 29. Dxd7 Kh8 30. Dh3 De8 31. Tf5 Tg6 32. Df3 und Schwarz gab (endlich) auf.


Saisonstart in der Staatsliga A 1998/99

Titelverteidiger Merkur Graz ließ in der letztes Wochenende in Gleisdorf ausgetragenen Tripelrunde nichts anbrennen und unterstrich mit drei 4-2 Siegen, daß sie sich auch heuer den Titel nicht werden entreißen lassen (Wegen des reduzierten Platzangebotes können wir Sie in der Printausgabe leider nicht mehr mit Einzelresultaten, die Sie nach wie vor auf unserer Homepage http://wienerzeitung.at vorfinden, bedienen):

1. Runde: 13.11.98

Ottakring-Absam 4-2, Hietzing-Austria Graz 2½-3½, Wr. Neustadt-Softline Gleisdorf 3-3, Loosdorf-Fürstenfeld 4-2, Kufstein-Die Klagenfurter 2-4, Hohenems-Merkur 2-4.

2. Runde: 14.11.98

Absam-Merkur 2-4, Die Klagenfurter-Hohenems 4-2, Fürstenfeld-Kufstein 3½-2½, Softline Gleisdorf-Loosdorf 3-3, Austria Graz – Wr. Neustadt 2-4, Ottakring-Hietzing 2½-3½.

3. Runde: 15.11.98

Hietzing-Absam 3-3, Wr. Neustadt-Ottakring 3½-2½, Loosdorf-Austria Graz 3½-2½, Kufstein – Softline Gleisdorf  2½-3½, Hohenems-Fürstenfeld 3-3.

Staatsliga B/Ost.

Nach 4 Runden liegt Austria Wien mit 17½ Punkten, gefolgt von Stockerau 15½ sowie Donau und Donaustadt mit 15 Punkten in Führung.

Staatsliga B/Süd.

Nach 2 Runden hat nur noch Fürstenfeld II eine weiße West und führt mit 8½ Punkten, gefolgt von Raika Ramlitz und ASK Finkenstein, beide 7½, die Tabelle an.

Rg. Verein Sp. + = - Pkte MP
1. Merkur Graz 3 3 0 0 12 6
2. Loosdorf 3 2 1 0 10½ 5
3. Wr. Neustadt 3 2 1 0 10½ 5
4. SK Die Klagenfurter 3 2 0 1 10 4
5. Softline Gleisdorf 3 1 2 0 4
6. Hietzing 3 1 1 1 9 3
7. Ottakring 3 1 0 2 9 2
8. Spark. Fürstenfeld 3 1 1 1 3
9. Austria Graz 3 1 0 2 8 2
10. Spark. Absam 3 0 1 2 7 1
11. Hohenems 3 0 1 2 7 1
12. Kufstein 3 0 0 3 7 0

 


Christopher Lutz Deutscher Meister

Nicht der als haushohe Favorit gehandelte frühere russische GM Artur Jussupow (Nur Rang 13!), der in der heimischen Staatsliga A den SK Loosdorf verstärkt, sondern GM Christopher Lutz holte sich in Bremen mit 6½ Punkten aus 9 Partien als Primus inter Pares aufgrund der besten BH-Punkte vor GM Jörg Hickl und Christian Gabriel den Sieg in der Deutschen Einzel-meisterschaft. Einen halben Punkt zurück teilten sich Titelverteidiger GM M. Wahls, GM U. Bönsch, GM R. Hübner, GM E. Lobron & IM R. Schmaltz die Plätze 4 bis 8 (48 Teilnehmer).

ÖM Lothar Karrer