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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 886 vom 27.11.1998, Kategorie Kolumne

Saisonstart in der Staatsliga A (2) - Partiennachlese

Die Überlegenheit des Titelverteidigers und erneutem Tabellenführers Merkur Versicherungen Graz , dessen individuelle Niederlagen pro Saison gewöhnlich an einer Hand abzählbar sind, ist bekannt. So wie die Niederlagen von Kasparow, Karpow und Anand die Runde um die Welt antreten, wollen wir den österreichischen Schachfreunden den Ausrutscher von Merkurs #1, GM Alexander Tschernin, der zuvor in der Staatsliga A erst eine einzige, und zwar die folgende, 1994 gespielte Partie verloren hatte, nicht vorenthalten.

 Weiß: GM K. Robatsch

Schwarz: GM A. Tschernin

Igel-Verteidigung [A30]

Staatsliga A 1994

1. Sf3 Sf6 2. c4 e6 3. Sc3 b6 4. g3 Lb7 5. Lg2 c5 6. 0–0 a6 7. d4 cxd4 8. Dxd4 d6 9. Td1 Le7 10. b3 Sbd7 11. Sg5 Lxg2 12. Kxg2 Dc7 13. f3 Td8 14. Lb2 Sc5 15. Td2 Dc6 16. Tad1 e5 17. Dg1 h6 18. Sh3 b5 19. La3 Tc8 20. Sd5 bxc4 21. Sxe7 Kxe7 22. Txd6 Dxd6 23. Txd6 Kxd6 24. bxc4 Thd8 25. De3 Sfd7 26. Sf2 Ke6 27. Sd3 Sxd3 28. exd3 f6 29. De4 Sc5 30. Lxc5 Txc5 31. Db7 Tcc8 32. Dxa6+ Kf7 33. Db7+ Kg8 34. De4 Td4 35. Db7 Tcd8 36. c5 Txd3 37. c6 Td2+ 38. Kh3 Tf8 39. c7 Txa2 40. Db3+ und Schwarz gab auf.


Weiß: GM A. Tschernin

Schwarz: GM Cs. Horvath

Slawisch, Botwinnik-Variante [D10]

Anm. I. Balinov

1. d4 d5 2. c4 c6 3. Sc3 dxc4 4. e4 b5 5. a4 b4. Auch nach 5. ... e5 6. Sf3 hat Weiß nichts Greifbares.

6. Sa2 Sf6. Etwa gleichwertig zum Text ist 6. ... e5 7. Sf3 exd4 8. Lxc4 La6 9. Lxa6 Sxa6 10. Dxd4 Dxd4 11. Sxd4.

7. f3. Unklar ist 7. e5 Sd5 8. Lxc4 e6 9. Se2 Lb7 10. 0–0 c5 11. Ld2 Sd7 12. a5 Tc8 13. a6 La8 14. Tc1 Le7. Jussupow-Vera, Linares 1997.

7. ... b3!. Eine interessante Verstärkung gegenüber der Partie Lautier-I. Sokolov, Groningen 1995, in der Schwarz mit 7. ... e5 fortsetzte, worauf Weiß nach Meinung des Nachziehenden mit 8. dxe5!? ( In der Partie geschah schwächer 8. Lxc4? Dxd4 9. Dc2 Lc5 10. Lg5 La6 11. Lb3 Le7 12. Se2 Db6 13. Sg3 h6 14. Ld2 g6 15. Tc1 Sfd7 16. Sf1? Sc5 mit raschem Gewinn für Schwarz.) 8. ... Dxd1+ 9. Kxd1 Sfd7 mit etwa gleichen Aussichten hätte fortfahren sollen.

8. Sc3 La6 9. Le3 e6 10. Dc1. Auch nach 10. Sge2 Lb4 11. Kf2 Sbd7 12. g4 ist das Spiel des Nachziehenden etwas vorzuziehen.

10. ... Lb4 11. Kf2 0–0 12. Sb1 c5! 13. dxc5. Praktisch erzwungen!

13. ... Sc6. Interessant war auch 13. ... Sfd7!? 14. Lxc4 (Falls 14. Sa3 so 14. ... Sxc5 15. Sxc4 f5 mit kräftiger schwarzer Initiative.) 14. ... Sxc5, mit der Idee 15. Se2 mit 15. ... Sxe4+ 16. fxe4 Df6+ 17. Kg1 Tc8 und klar besserem Spiel für Schwarz zu beantworten.

14. Sa3. 14. Lxc4? scheiterte an 14. ... Sxe4+!! 15. fxe4 Lxc4! (Unklar ist 15. ... Dh4+ 16. g3 Dxe4 17. Lxa6 Dxh1) 16. Dxc4 Dh4+ 17. g3 Df6+ 18. Sf3 Se5 19. De2 Sxf3 20. Kg2 (Nicht besser ist 20. Dxf3 Dxb2+) 20. ... Sd4 21. Lxd4 Dxd4. 14. ... Se5. Noch etwas stärker als der Textzug war vermutlich 14. ... Lxa3!? 15. Txa3 Se5 16. Sh3 Da5 17. Ld4 Tfd8 18. Dc3 Dxc3 19. Lxc3 Sfd7 20. Ld4 Tac8 21. Sf4 Sd3+ mit deutlichem Vorteil für Schwarz.

15. Sxc4 Lxc4. 15. ... Sd3+?? verbot sich selbstredend wegen 16. Lxd3 Dxd3 17. Se5 Dd8 18. Sc6 und Weiß gewinnt.

16. Lxc4 Tc8 17. Le2. 17. Se2 beantwortet Schwarz siegreich mit 17. ... Lxc5 18. Td1 Lxe3+ (Stark war auch sofort 18. ... Sfg4+!?) 19. Dxe3 Dxd1 20. Txd1 Sfg4+ 21. fxg4 Sxg4+ 22. Kf3 Sxe3 23. Kxe3 Txc4.

17. ... Sfd7 18. Dd1 Df6?!. Etwas nachhaltiger war 18. ... Sxc5.

19. Kf1 Sg4 20. Ld4 e5 21. h3. Erzwungen, denn 21. Dxb3 erwiese sich wegen 21. ... exd4 22. Dxb4 Se3+ 23. Kf2 Sc2 und Schwarz gewinnt, als völlig ungenügend.

21. ... Sh2+. Gut für Schwarz war auch 21. ... exd4 22. hxg4 Sxc5 23. Ld3 Sxd3 24. Dxd3 Tc2 25. Tb1 (Auf 25. Dxb3 folgt 25. ...Da6+, und 25. Se2 Td2 26. Dxb3 d3 27. Dxb4 Txb2 28. Dc5 dxe2+ wäre ebenfalls vorteilhaft für Schwarz.) 25. ... Td2 26. Dc4 Dd6.

22. Txh2 exd4 23. g3. 23. Dxb3 verwarf Weiß wegen 23. ... a5 24. Ld3 Sxc5 25. Dd1 Df4 26. g3 Dxg3 27. Tg2 Df4 mit klarem Vorteil für Schwarz.

DIA9845.GIF (5360 Byte)

23. ... d3!?. Stark war auch 23. ... Sxc5 24. Ld3 Dg5. 24. Dxd3 Sxc5 25. Db1 Tfd8 26. Lc4. Auf 26. Kg2 folgt unangenehm 26. ... Td2.

26. ... Dd4 27. Ld5 Sd3 28. Dd1 Lc5?. Mit dem Textzug gibt Schwarz praktisch seinen Vorteil aus der Hand, den er mit 28. ... Tc2! 29. Txc2 bxc2 30. Dxc2 Lc5 31. Dg2 Tb8 32. Td1 (Ebenso verliert 32. Tb1 Sf4 33. gxf4 Dd3+ 34. De2 Dxb1+) 32. ... Txb2 33. Se2 De3 rasch verwerten konnte.

29. Tg2 Lb6 30. Lxb3?. Nun versäumt es Weiß, das Spiel mit 30. a5! Sxb2 (Auch nach 30. ... Lxa5 31. Txa5 Tc1 32. Ta1 Tdc8 33. Lxb3 Txd1+ 34. Txd1 bleibt das Spiel im Gleichgewicht) 31. Dxd4 Lxd4 32. Se2 Le3 33. Lxb3 Td3 nahezu auszugleichen.

30. ... De3?!. Mit 30. ... Df6 31. Td2 Sxb2 32. Txd8+ Txd8 33. De2 Dc3 34. Ld5 Sc4 konnte Schwarz die Partie erneut rasch zu seinen Gunsten entscheiden.

31. Dd2 Dc5 32. Ld5. 32. Td1 verwarf der Anziehende zu Recht wegen 32. ... La5 33. Dxd3 Txd3 34. Txd3 Db4 35. Tgd2 Tc1+ (Nach 35. ... Dxd2 36. Txd2 Lxd2 37. Ld1 wäre es fraglich, ob Schwarz seinen geringen Vorteil verwerten kann.) 36. Kg2 Dxd2+ 37. Txd2 Lxd2 38. Ld5 Le3 39. Se2 Tc2 und Schwarz gewinnt.

32. ... Sb4 33. Se2. Oder 33. Td1 Sc2! 34. Dxc2 Dxc2 35. Txc2 Txc2 36. Se2 Txb2 und die schwarze Mehrqualität wird a la long die Entscheidung herbeiführen.

33. ... Sc2. Entscheidend.

34. b4 Se3+ 35. Kg1 Dc2 36. Dxc2?. Zeitnot.

36. ... Sxc2+ 37. Kh2 Sxa1 38. a5 Le3 und Weiß gab auf.

ÖM Lothar Karrer