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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 967 vom 22.01.1999, Kategorie Kolumne

Staatsliga A – Merkur Graz vor erneutem Titelgewinn

lautier.jpg (7349 Byte) Die Grazer setzten erstmals Superstar Joël Lautier ein.

Mit dem Einsatz von vier Großmeistern nahm die Detter-Truppe, in der der franzöische Super-GM Joël Lautier mit 3 aus 3 am Spitzenbrett einen glänzenden Einstand feierte, die Meisterkür auf heimischem Terrain gewissermaßen vorweg und vergrößerte die Tabellenführung auf stolze 9 Punkte.

6.Runde am 15.01

Absam - Fürstenfeld 3 3
Softline Gleisdorf - Die Klagenfurter
Austria Graz - Merkur Versicherungen 2 4
Ottakring - Hohenems
Hietzing - Kufstein 5 1
Wr. Neustadt - Loosdorf 2 4

7.Runde am 16.01

Loosdorf - Absam
Kufstein - Wr. Neustadt 3 3
Hohenems - Hietzing
Merkur Versicherungen - Ottakring ½
Die Klagenfurter - Austria Graz 3 3
Fürstenfeld - Softline Gleisdorf

8.Runde am 17.01

Absam - Softline Gleisdorf 3 3
Austria Graz - Fürstenfeld
Ottakring - Die Klagenfurter
Hietzing - Merkur Versicherungen
Wr. Neustadt - Hohenems 2 4
Loosdorf - Kufstein 3 3

Stand nach der 8.Runde

Rg. Mannschaft + = - Pkte MP
1. Merkur Versicherungen 8 0 0 35½ 16
2. Loosdorf 4 3 1 26½ 11
3. Hietzing 4 1 3 26½ 9
4. Die Klagenfurter 4 1 3 25 9
5. Hohenems 3 2 3 24½ 8
6. Sparkasse Fürstenfeld 4 2 2 24 10
7. Wr. Neustadt 3 2 3 23 8
8. Austria Graz 3 1 4 22 7
9. Ottakring 3 1 4 22 7
10. Softline Gleisdorf 1 4 3 21 6
11. Absam 0 3 5 20½ 3
12. Kufstein 0 2 6 17½ 2

Die Tabelle und die Spielerpaarungen finden Sie in der Rubrik Staatsliga

Ein Star stellt sich vor

Wie bereits ausgeführt, hatte der französische Super-GM Joël Lautier letztes Wochenende mit 3 Punkten aus 3 Partien einen phantastischen Einstand. Im folgenden sein Sieg gegen den mehrfachen ungarischen WM-Kandidaten GM Zoltan Ribli ...


Weiß: GM J. Lautier (2625)

Schwarz: GM Z. Ribli,Z (2590)

Englisch [A32]

Anm. I. Balinov

1. c4 c5 2. Sf3 Sf6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sc6 5. g3 e6. Alternativen zum Textzug sind 5. ... d5 6. Lg2, 5. ... g6, während 5. ... Db6 lediglich eine Zugumstellung bedeutet.

6. Lg2 Db6 7. Sc2 Le7. Bequemen Ausgleich versprach 7. ... d5 8. 0–0 Le7 9. cxd5 exd5 10. Sc3 Le6, auch wenn der Nachziehende in Hölzl-Fauland, Österreichische Meisterschaft 1989, später das bessere Ende für sich verbuchen konnte (Identisch hierzu verlief auch die Partie Skembris-De Firmian, Vrnjacka Banja, 1983).

8. 0–0 0–0 9. e4 d6 10. Sc3 a6 11. b3 Tb8. Gut war auch 11. ... Dc7 12. Lb2 b6 13. Se3 Lb7 14. Tc1 Db8 15. a4 Da7 16. Kh1 Tac8 M. Ivanov-Elsness, Gausdal 1996.

12. Lb2 Td8 13. Kh1 Da5 14. Se3 b5 15. f4 Lb7 16. g4 bxc4 17. g5 Sd7 18. Sxc4 Dc7 19. Tc1 Lf8 20. Se3 Sc5. Möglich war auch 21. Tf2 nebst Td2, doch verfolgt Weiß mit seinem Königsturm andere Absichten.

21. Tc2 La8 22. Td2 Sb4 23. La1. Mit einer Falle verbunden war 23. a3 denn nun verbietet sich 23. ... Sxb3?? wegen (Notwendig war 23. ... Sc6 24. b4 Sd7 25. Tc2 mit etwas besserem Spiel für Weiß.) 24. Dxb3 Sd3 25. Dc4 Dxc4 26. Sxc4 mit klarem Vorteil für Weiß.

23. ... a5 24. Dh5. Interessant war auch 24. f5!?.

24. ... g6 25. Dh4 Lg7 26. Sg4 Sd7. 26. ... Lxc3?? 27. Lxc3 Sxe4 verbot sich wegen 28. Sf6+ Sxf6 29. Lxf6 Lxg2+ 30. Txg2 h5 31. gxh6 Kh7 32. Lxd8 und Weiß gewinnt.

27. Tf3?!. Gute Angriffschancen bot indessen 27. Se2! Lxa1 28. Txa1.

27. ... Lxe4?. Zu versuchen war 27. ... d5!? 28. Th3 h5 29. gxh6 mit unklaren Verwicklungen.

28. Sxe4 Lxa1 29. Td1?. Statt des Textzuges konnte der junge Franzose mit 29. Sh6+! Kf8 30. Sxf7 Kxf7 31. Dxh7+ Lg7 32. Sxd6+ Kf8 33. Dxg6 die Partie sofort zu seinen Gunsten zu entscheiden.

29. ... Dc2.  

DIA9903.GIF (5364 Byte)

30. Te1?. Erneut eine kritische Stellung. Vermutlich in beiderseitiger Zeitnot verpaßt es der Anziehende, die Partie mit 30. Txa1 Dxe4 31. f5 exf5 32. Txf5 elegant zu seinen Gunsten zu entscheiden.

30. ... Sd5??. Dies verliert rasch, doch auch nach dem besseren 30. ... Lg7!? 31. Th3 (Gut für Schwarz war hingegen 31. Sh6+ Lxh6 32. Dxh6 Sd5 33. Th3 Sxf4 34. Dxh7+ Kf8 35. Tg3 Ke7) 31. ... Sd5 (Ebenso verliert 31. ... Sd3 32. Dxh7+ Kf8 33. Txd3 Dxd3 34. Sef6 Sxf6 35. gxf6) 32. Sef6+ S7xf6 (Nicht besser ist 32. ... Kf8 33. Lxd5, oder 32. ... Lxf6 33. Dxh7+ Kf8 34. Sh6) 33. gxf6 Sxf6 (33. ... Lxf6 scheitert an 34. Dxh7+) 34. Sxf6+ Lxf6 35. Dxf6 Dxa2 36. f5 exf5 37. Ld5 wäre der Tag für Weiß entschieden gewesen.

Letzlich scheitert 30. ... Dxa2 an 31. Sh6+ Kg7 32. Sxf7 Tdc8 (32. ... Tf8 33. Sfxd6) 33. Sfxd6 Tc2 34. f5 exf5 35. Sc3!.

31. Tf2. Mit dem Textzug gewinnt Weiß kompensationslos eine Figur und damit die Partie.

31. ... Dd3 32. Txa1 Dd4 33. Te1 a4 34. Td2 Dg7 35. Sxd6 und Schwarz gab auf.

ÖM Lothar Karrer